05.07.1993

Gegendarstellung

In DER SPIEGEL Nr. 21/1993 vom 24. Mai 1993 erschien eine Titelgeschichte, die auf der Titelseite mit der Überschrift "Der Skrupellose - VW-Manager Lopez unter Verdacht: Industrie-Spionage" angekündigt wurde und auf Seite 96 unter der Überschrift "Freier Blick in die Eingeweide" begann.
Zu dieser Titelgeschichte nehme ich wie folgt Stellung:
1. DER SPIEGEL schreibt: "Der Lopez-Vertraute Jose Manuel Gutierrez fiel kurz vor dem Wechsel zu VW durch eifriges Sammeln geheimer Unterlagen auf. Am 17. Februar forderte GM-Manager Gutierrez die Tochtergesellschaft Opel auf, ein ganzes Paket interner Berechnungen und Unterlagen über die Modelle Corsa, Omega und Astra, über den geplanten Nachfolger des Vectra, über Motoren und Produktionsanlagen zusammenzustellen."
Hierzu stelle ich fest:
Die oben genannten Unterlagen waren ausschließlich für meine Mitarbeiter bestimmt, die sie unter anderem für eine am 22. Februar beginnende mehrtägige Besprechung in Rüsselsheim benötigten, an der ich nicht teilnahm.
Ich selbst habe diese Unterlagen nicht gesehen. Und ich habe sie auch nicht an VW gegeben.
2. DER SPIEGEL schreibt weiter: "Verdächtig aber erscheinen seinem früheren Arbeitgeber vor allem die Umstände seines späteren Wechsels nach Wolfsburg. Warum, so fragen sie, gab Gutierrez die geheimen Unterlagen, die er zuvor bei Opel abholte, nicht an GM zurück, als er seinen alten Arbeitgeber verließ. Als sie sein Büro in Detroit durchsuchten, fanden die GM-Manager keine einzige Seite des mehrere hundert Seiten starken Materials mehr."
Hierzu stelle ich fest:
Alle Unterlagen befinden sich in den Händen der zuständigen Mitarbeiter des Einkaufs von GM.
3. DER SPIEGEL schreibt schließlich, für den Lopez-Vertrauten Jose Manuel Gutierrez "war der Weggang von Lopez zu VW offenbar bereits am 8. März beschlossene Sache.
Gutierrez hatte, so berichten Teilnehmer, zum Dinner nach Hause eingeladen, darunter auch Detroit-Besucher von Opel. Eingehend erkundigte er sich bei seinen Gästen aus Rüsselsheim, wer von ihnen mit zu VW gehen würde."
Hierzu stelle ich fest:
Am 8. März 1993 war für mich der Wechsel von Dr. Lopez zu Volkswagen keine "beschlossene Sache". Ich hatte auch an diesem Tag niemanden zum Dinner eingeladen.
Am 7. März hatten sich allerdings einige GM/Opel-Mitarbeiter bei mir getroffen. Allgemeiner Gesprächsgegenstand waren Gerüchte über den Weggang von Dr. Lopez. Ich habe niemanden gefragt, ob er mit zu VW gehen würde.
Wolfsburg, den 7. Juni 1993 Jose Manuel Gutierrez

DER SPIEGEL 27/1993
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DER SPIEGEL 27/1993
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