05.07.1993

Gegendarstellung

In DER SPIEGEL Nr. 21/1993 vom 24. Mai 1993 erschien eine Titelgeschichte, die auf der Titelseite mit der Überschrift "Der Skrupellose - VW-Manager Lopez unter Verdacht: Industrie-Spionage" angekündigt wurde und auf Seite 96 unter der Überschrift "Freier Blick in die Eingeweide" begann.
Zu dieser Titelgeschichte nehmen wir wie folgt Stellung:
1. DER SPIEGEL schreibt: "Noch bis Anfang März hatte der GM-Mann energisch den Wechsel nach Wolfsburg dementiert. In Wirklichkeit aber, heißt es bei General Motors, habe für ihn der Weggang zu VW längst festgestanden.
Lopez soll sich bereits Anfang des Jahres mit Piech einig geworden sein."
Hierzu stellen wir fest:
Zwar gab es ein Gespräch zwischen Dr. Jose Ignacio Lopez de Arriortua und Dr. Ferdinand Piech; und Dr. Lopez hat auch im Februar 1993 mit Mitgliedern des Präsidiums des VW-Aufsichtsrates gesprochen. Aber Dr. Lopez und Dr. Piech sind sich nicht bereits zu Beginn des Jahres, sondern erst am 9. März 1993 spätabends einig geworden - unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrates der Volkswagen AG.
2. DER SPIEGEL schreibt weiter: "VW-Chef Ferdinand Piech deutete im Manager Magazin an, wie er Lopez doch von Detroit weglockte. Er habe den Spanier an diesem Wochenende in einem langen Telefonat an ,ein gemeinsames Geheimnis' erinnert. Worin dieses Geheimnis besteht, verrät Piech nicht. Ein VW-Manager bietet eine mögliche Erklärung: Im Unternehmen werde kolportiert, daß Lopez darauf hingewiesen wurde, er habe schon geheime GM-Unterlagen in Wolfsburg. Ob man die nun an GM zurückschicken solle."
Diese einem VW-Manager zugeschriebene "Erklärung" ist falsch. Richtig ist: In dem Gespräch ging es mit keinem Wort um geheime Unterlagen von General Motors oder Opel.
3. DER SPIEGEL schreibt weiter: "Den Verlust der Methode Lopez und ihres Vollstreckers könnte Opel noch verkraften, existentiell aber trifft das Unternehmen, was die Opel-Manager nach dem seltsamen Abgang ihres Chefeinkäufers herausgefunden haben wollen - daß der gläubige Katholik Geheimnisse gleich kistenweise hat mitgehen lassen . . . Es soll sich um Lieferanten- und deren Preislisten, um geheime Konstruktionspläne und Modellstudien handeln."
Hierzu stellen wir fest:
Weder Dr. Lopez noch die mit ihm zu VW gewechselten Mitarbeiter haben VW geheime GM-Unterlagen wie etwa "Lieferanten- und deren Preislisten", "geheime Konstruktionspläne" und "Modellstudien" geliefert.
4. DER SPIEGEL schreibt schließlich: "Quartier bezogen die ehemaligen GM-Manager zunächst außerhalb des VW-Werks . . . In der 13stöckigen VW-Zentrale, so hieß es, müsse erst Platz für sie geschaffen werden. VW-Manager kolportieren jedoch eine andere Erklärung. Die Mannschaft aus Detroit sei zunächst damit beschäftigt gewesen, mitgebrachte Unterlagen auf VW-Computer zu überspielen.
Diese "Erklärung" ist falsch.
Richtig ist, daß Dr. Lopez und seine Mitarbeiter weder geheime GM-Unterlagen oder Daten mitgebracht noch solche auf VW-Computer überspielt haben.
Im übrigen haben alle von Anfang an in ihren Büros im VW-Werk gearbeitet und nutzten bzw. nutzen Räume "außerhalb des VW-Werks" nur so lange zu Wohnzwecken, bis sie dauerhafte Wohnmöglichkeiten gefunden hatten oder finden werden.
Wolfsburg, den 7. Juni 1993 VOLKSWAGEN AG Dr. Ferdinand Piech Dr. Peter Frerk

DER SPIEGEL 27/1993
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DER SPIEGEL 27/1993
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