05.07.1993

Peter Starlinger,

62, Professor für Genetik an der Universität zu Köln, hat sich in einer Leserzuschrift an das britische Wissenschaftsmagazin Nature mehr Ernsthaftigkeit von den Machern der angesehenen Zeitschrift erbeten. Anlaß der Starlinger-Demarche war ein Beitrag in der Nature-Ausgabe vom 1. April des Jahres. Darin berichtet das Magazin in wissenschaftlichem Kauderwelsch von der gentechnischen Erzeugung einer alterslosen und immer weiter wachsenden Mäuseart ("Dorian Gray mice"). In seiner Juni-Ausgabe veröffentlichte Nature nun die Meinungsäußerungen einiger Wissenschaftler zu dem Aprilscherz. Während die Kollegen aus den USA, Frankreich und Spanien sich offenbar über den Beitrag amüsiert hatten oder den Jux gar noch mit eigenen Beiträgen weiterspannen, warnte Starlinger bierernst vor möglicherweise "schwerwiegenden Konsequenzen" der satirischen Mäusegeschichte. "Nature" sei, so Starlinger, "als wissenschaftliche Publikation bekannt" und werde auch von vielen Journalisten gelesen, die nicht zwischen "wirklichen und fiktiven Daten" unterscheiden könnten und dadurch irregeführt würden.

DER SPIEGEL 27/1993
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