05.07.1993

RÜCKSPIEGELZitate, Der SPIEGEL berichtete . . .

Die Süddeutsche Zeitung zum Abschied Georg Kronawitters aus dem Amt des Münchner Oberbürgermeisters:
Das Gespür für Volkes Stimme führte im vergangenen Jahr zu einem Vorstoß, der auch in seiner engsten Umgebung als "Sündenfall" angesehen wird. In einem SPIEGEL-Interview vom März 1992 prangerte Kronawitter in einem für Sozialdemokraten unerhört rüden Ton den angeblich massenhaften Zustrom von "Wirtschaftsflüchtlingen", die "uns doch zum Narren halten", an. Dabei blieb er, und auch heute will er davon nicht abrücken: "Ich habe bewußt jedes Wort gewählt", sagt er, "nur mit solchen Aussagen wird man vom unteren Drittel verstanden." Auch auf die Gefahr hin, den Brandstiftern die Lunte zu halten? Kronawitter bleibt unbeirrbar: "Situationen explodieren nicht, wenn man das, was schon schwelt, ausspricht, sondern wenn man dies verschweigt." *ÜBERSCHRIFT: Der SPIEGEL berichtete . . . *EINLEITUNG: . . . in Nr. 25/1993 RECYCLING IST NUR DER ZWEITBESTE WEG über die Probleme mit dem Grünen Punkt.
Vergangene Woche erklärte der Geschäftsführer des Dualen Systems Deutschland, Wolfram Brück, daß "ab 1. Juli" nur noch weniger als die Hälfte der im gelben Sack eingesammelten Kunststoffe wie Plastikflaschen oder Folien verwertet würden. Der Rest des Grünen-Punkt-Mülls werde von den Sortieranlagen zur Deponie oder den Müllöfen geliefert. Da die Verbraucher für die Verwertung der Kunststoffe bereits gezahlt haben, sieht der hessische Umweltminister Joschka Fischer "gravierende Rechtsprobleme". Der Grüne Punkt würde zum "Muster ohne Wert". *EINLEITUNG:
. . . in Nr. 39/1992 ZWANGSARBEITER - SPÄTE GERECHTIGKEIT über zwei Muster-Klagen ehemaliger jüdischer Zwangsarbeiterinnen gegen die Bundesrepublik.
Nach einer Entscheidung des Bonner Landgerichts können 22 Klägerinnen und mit ihnen Zigtausende anderer osteuropäischer NS-Opfer nun erstmals auf eine Wiedergutmachung hoffen. Die 1. Zivilkammer kam am Freitag vergangener Woche zu dem Schluß, daß "eigentlich den Klagen dem Grunde nach stattzugeben" sei. Noch sah sie sich "jedoch gehindert", ihnen zu entsprechen. Zuvor müsse das Bundesverfassungsgericht prüfen, ob der völkerrechtliche "Grundsatz der Exklusivität" einen Ausgleich von Kriegsschäden allein Staaten vorbehalte und eine individuelle Entschädigung verhindere.

DER SPIEGEL 27/1993
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