19.07.1993

Hans-Georg Mertens,

33, Vorarbeiter aus Köln, hat einen sehr deutschen Nebenjob: Er ist Telefonzellenwart. Mehrmals am Tag kontrolliert der Kölner im Auftrag der Telekom das Telefonhäuschen in seiner Straße. Dafür erläßt die Telekom ihm die Grundgebühr für seinen privaten Telefonanschluß - 24,60 Mark pro Monat. Durch die Zusammenarbeit mit aufmerksamen Bürgern will die Telefongesellschaft die Sachbeschädigungen ihrer Zellen eindämmen. Für die 100 Häuschen, die im Regierungsbezirk am häufigsten Vandalen zum Opfer fielen, wurden "Paten" gesucht. Mehr als 600 Kölner meldeten sich zum Sicherheitsdienst, der sich allerdings laut "Patenschaftsvereinbarung" ausschließlich auf Beobachten und Melden beschränken soll ("Bitte schreiten Sie aber nicht selbst ein!"). Auch Mertens Lebensgefährtin, die regelmäßig mitwacht, ist begeistert bei der Sache: "Wir können schon gar nicht mehr anders, der kontrollierende Blick geht in Fleisch und Blut über."

DER SPIEGEL 29/1993
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