26.07.1993

GESTORBENEschel Rhoodie

60. Um das Image des Apartheid-Regimes aufzupolieren, war er zu allem bereit: Als Staatssekretär im Ministerium für Information von 1972 bis 1978 schmierte er Politiker in aller Welt, kaufte Anteile von Zeitungen, Fernsehgesellschaften und Verlagen in Europa und den USA, ließ Journalisten, Geschäftsleute und Parlamentarier, besonders gern aus der Bundesrepublik Deutschland, auf Kosten Pretorias ans Kap reisen. Aus dem üppigen Geheimfonds (150 Millionen Mark) soll der Lebemann unter den Apartheid-Bürokraten auch noch gehörig in die eigene Tasche gescheffelt haben. Als die Presse den Skandal enthüllte, mußte nicht nur sein Boß, Informationsminister Connie Mulder, sondern auch Staatschef John Vorster gehen. Er selbst setzte sich ins Ausland ab, wurde von Frankreich an Südafrika ausgewiesen, wo er sechs Jahre Gefängnis erhielt - ein Urteil, gegen das er erfolgreich anging. Rhoodie starb am vorvergangenen Wochenende in seinem Domizil in Atlanta (Georgia) beim Tennisspiel an einer Herzattacke. *ÜBERSCHRIFT: Urteil

DER SPIEGEL 30/1993
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