01.08.1994

RÜCKSPIEGELZitate, Der SPIEGEL berichtete . . .

Die Süddeutsche Zeitung nimmt Bezug auf SPIEGEL 30/1994 EROTIK: Geistliche Liebesbriefe von Luise Rinser an den Theologen Karl Rahner.
Für den SPIEGEL war es natürlich ein Fressen. Der Kösel Verlag veröffentlicht einen Briefwechsel: Luise Rinser an Karl Rahner. Hier schreibt eine Schriftstellerin, die durch edle Gesinnung und viel Engagement bekannt wurde, an einen der großen katholischen Theologen unserer Zeit. Das Thema sind nicht die Fragen, die sich ein Wissenschaftler des Glaubens in unserem Jahrhundert stellen muß; man unterhält sich nicht über die Problematik der Offenbarungsreligion, sondern über . . . Der Leser will es schon erraten: mit dem Abbe plaudert die Dame nicht nur vom Seelenheil . . . Also gut. Zwischen der Dichterin und Karl Rahner, der viel von Theologie und nichts von Literatur verstand, gab es ein Techtelmechtel. Und wie bei allen vergleichbaren Beziehungen (denken wir nur an Prince Charles und seine wahre Liebe) kam es dabei zu Wortprägungen, die dem Außenstehenden eher komisch erscheinen. Die konnte sich nun der SPIEGEL herauspicken. Es gibt Redaktionen, bei denen die Herzensergießungen der Frau Rinser gleich im Papiercontainer landeten. Aber das soll nicht als Vorwurf verstanden werden. Denn das journalistische Fressen wurde ja nicht primär angeboten, es wurde zuerst einmal zubereitet. *ÜBERSCHRIFT: Der SPIEGEL berichtete . . . *EINLEITUNG: . . . in Nr. 3/1994 MEDIEN: WEIBLICHE MUFFEL und Nr. 30/1994 PORNOGRA-PHIE: ALICE IN NEWTON-LAND über den Streit zwischen der Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer und dem Fotografen Helmut Newton. Dieser war um den ungenehmigten Abdruck von 19 Newton-Fotos in Emma entbrannt, mit dem Schwarzer beweisen wollte, daß die Bilder "sexistisch", "faschistisch" und "rassistisch" seien.
Das Landgericht München bestätigte am Mittwoch vergangener Woche in dem Copyright-Prozeß zwar das Recht der Zeitschrift Emma, die Newton-Fotos zu veröffentlichen, beanstandete aber gleichzeitig die Anzahl der verwendeten Bilder, die sich nicht im "Rahmen des Zitatrechts" bewegen würde. Gegen den gerichtlichen Schluß, daß Emma deshalb sämtliche Fotos zu honorieren habe, behält sich Schwarzer vor, Berufung einzulegen.

DER SPIEGEL 31/1994
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