05.10.1992

BERUFLICHESEdmund Gruber

Edmund Gruber, 56, Intendant des Deutschlandfunks (DLF), soll als erster Chef einer öffentlich-rechtlichen Hörfunkanstalt entlassen werden. Der Rundfunkrat des Senders beschloß vorigen Dienstag mit 21 von 22 Stimmen, "mit sofortiger Wirkung" auf die Dienste Grubers zu verzichten und seinen Rauswurf beim Bundespräsidenten zu beantragen. Der frühere Chefredakteur von "Tagesschau" und "Tagesthemen" war auf Empfehlung der Kanzlergattin Hannelore Kohl an die Spitze des DLF gewählt worden. Gremienmitglieder warfen ihm jetzt einen selbstherrlichen Führungsstil, finanzielle Unkorrektheiten und grundsätzlich andere Vorstellungen über die Zukunft des DLF als Teil einer nationalen Hörfunkanstalt vor. Schon kurz nach seinem Amtsantritt 1988 hatte es im Kölner Sender heftige Kritik an Grubers autoritärem Führungsstil gegeben. "Wer alle Brücken um sich herum abbrennt", ließ der DLF vorige Woche erklären, "muß sich nicht wundern, wenn er isoliert ist." Über die neue Leitung der Anstalt soll diese Woche entschieden werden.

DER SPIEGEL 41/1992
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