20.09.1993

Horst Tomayer,

54, Autor, hatte dieser Tage ein Deja-vu-Erlebnis. In der 10. Folge des Vorabdrucks von Ernst Jüngers "Siebzig verweht III - Eine Auswahl aus den Tagebüchern 1981 bis 1985" in der Frankfurter Allgemeinen entdeckte Tomayer einen ihm nur allzu bekannten Erinnerungsschnipsel: "Anruf von Luis Trenker (,Berge in Flammen'), der etwas mit mir ,zusammen machen' will. ,Goebbels wollte Ihnen goldene Brücken bauen, aber die waren aus Sand.' Sein 90. Geburtstag sei ein Volksfest gewesen, wenn er von einem bösartigen Gartenzwerg absehe, der sich in die Festwiese eingeschlichen und ihn in seinem Bericht ,eine Mumie' genannt habe. Doch die Tiroler sind lustig: ,Wissen S' - bei solchen Jubiläen muß man damit rechnen, daß die Sauställ mitfeiern.'" Tomayer hatte 1982 unter dem Namen Luis Trenker mit dem Goethepreisträger Jünger telefoniert. Der Inhalt des Gesprächs, darunter eben die Jünger-Tagebucheintragung, war in Konkret (12/1982) abgedruckt worden. Jetzt erwartet der falsche Anrufer, daß der "vorsätzliche (ersatzweise fahrlässige) Tagebuch-Betrug" beendet werde durch "Schwärzung der mauen Stellen" sowie "Frischdrucklegung der Wahrheit".

DER SPIEGEL 38/1993
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