27.09.1993

WeinAusgewogener Rubicon

Die Kritiker waren sich einig: Nach "Apocalypse Now" und "Der Pate" habe der Regisseur Francis Ford Coppola mit "Rubicon 1987" jetzt in Hollywood ein Werk vorgestellt, dem das zweifelhafte Prädikat "extrem ausgewogen" zukomme. Der Künstler war beglückt, denn "Rubicon 1987" ist kein Film, sondern ein Rotwein, genauer: ein Bordeaux, gezogen aus Cabernet-Sauvignon-, Cabernet-Franc- und Merlot-Trauben im Weingut Niebaum-Coppola. "Weinbauen und Filmedrehen", verkündete der Maestro, seien "zwei sehr ähnliche Künste", nur daß er im einen Fall die Trauben, die Frucht, die Erde als Rohmaterial zur Verfügung habe, im anderen die Geschichte, die Schauspieler, den Drehort. Das Urteil über das Produkt hänge gleichermaßen ab vom Geschmack des Jurors und von sehr persönlichen Eindrücken. In nächster Zukunft will sich der vielseitige Filmemacher lieber trockenen Tropfen als drögen Dialogen widmen. "Die Önologen", sagt Coppola, seien öfter auf seiner Seite: "Die sind weniger böse als die Cineasten."

DER SPIEGEL 39/1993
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