16.11.1992

Rainer Brüderle,

47, FDP-Minister für Wirtschaft und Verkehr in Rheinland-Pfalz, muß sich im Landtag einer Anfrage nach "gezieltem Personenkult" erwehren. Brüderle hatte vorvergangene Woche in der Nähe von Bad Kreuznach (Autokennzeichen: KH) eine Straße eingeweiht. Mit von der Eröffnungspartie waren Jubeldeutsche, die auf Transparenten Brüderle feierten: "Bravo Herr Minister. Weiter so für KH" oder "Bürger danken für Umweltschutz durch die Umgehungsstraße". Die scheinbar spontane Bürgerfreude geriet alsbald in schweren Verdacht. Unter den Teilnehmern der Feierlichkeit war ein Vorstandsmitglied der vom Bonner Verkehrsministerium finanzierten "Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung" ausgemacht worden, der die Jubler auf optisch günstige Plätze dirigierte. Ortspolitiker wiegelten ab: "Na und. Die Transparente geben doch nur die Stimmung der Bürger wieder."

DER SPIEGEL 47/1992
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