07.12.1992

Lukrative Wolfsjagd

Während der kommenden Monate und in den folgenden vier Wintern sollen Wildhüter in Alaska vom Flugzeug aus jedes Jahr Hunderte von Wölfen und eine noch nicht festgelegte Anzahl von Bären abschießen. Einziges Ziel der jetzt von Alaskas Jagdbehörde angeordneten Aktion ist eine Erhöhung der Elch- und Karibubestände - zum ausschließlichen Nutzen von Touristen und Jägern. Die Wolfsfeinde in der Staatsregierung wollen ein "Wild-Spektakel erschaffen, wie es nirgendwo anders auf der Erde existiert", so Alaskas Artenschutz-Chef David Kelleyhouse. Daß die biologisch unsinnige Entscheidung - der Großwildbestand in Alaska ist keineswegs gefährdet - auf starken Protest bei US-Wissenschaftlern stößt, kümmert die vornehmlich auf neue Einnahmequellen bedachten Alaska-Politiker wenig. Auch Kelleyhouse gibt zu, daß die Abschuß-Verfügung vor allem zahlungskräftigen Jägern zugute kommt. Die hatten darauf gedrängt, daß künftig Elche und Karibus vermehrt durch Kugeln und nicht durch Wolfszähne sterben sollen. Den protestierenden Wolfsfreunden bot Alaska-Gouverneur Walter Hickel vorige Woche an, die anderen nordamerikanischen Bundesstaaten könnten gern ein paar hundert Exemplare haben.

DER SPIEGEL 50/1992
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