07.12.1992

Hans Magnus Enzensberger, 62,

Schriftsteller, beunruhigt Bonner Politiker mit seiner These, der "Eintritt in die Politik ist der Abschied vom Leben, der Kuß des Todes". Das Zitat aus seinem Traktat "Erbarmen mit den Politikern" fand auf einer Veranstaltung in der Hessischen Landesvertretung letzten Mittwoch in Bonn (Titel: "Sind Politiker besser als ihr Ruf?") breite Resonanz bei den Angesprochenen. Der FDP-Rechtspolitiker Burkhard Hirsch hob das schlechte Politiker-Image auf die musikalische Ebene: "Man schießt erst auf den Klavierspieler, wenn die Musik nicht mehr klappt." Der SPD-Abgeordnete Jürgen Schmude versuchte abzuwehren: "Bonn ist nicht das Tal der reitenden Leichen." Einzig die Ost-Pastorin und SPD-Parlamentarierin Christel Hanewinckel aus Halle konnte Enzensbergers politischem Todeskuß etwas abgewinnen: "Wenn man das mit Lust tut, warum nicht?"

DER SPIEGEL 50/1992
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