21.12.1992

Greenpeace in Finanznot

Die Umweltorganisation Greenpeace hat offenbar Finanzprobleme: Bei hausinternen Buchprüfungen in der Hamburger Deutschland-Zentrale der Umweltschützer wurde jetzt eine Finanzierungslücke in der Etatplanung für 1993 in Höhe von rund 2,4 Millionen Mark entdeckt. Als Ursache des Millionenlochs gibt die Geschäftsführung "Fehlkalkulationen von Personal- und Portokosten" an. Noch im vorigen Jahr hatte die Organisation, die als reichste Umwelt-Gruppe der Welt gilt, in Deutschland ein Spendenaufkommen von rund 66 Millionen Mark. Wegen fragwürdiger Kampagnen-Praktiken im Herbst vergangenen Jahres in die öffentliche Kritik geraten (SPIEGEL 38/1991), leidet Greenpeace seither an Spendenschwund. Im laufenden Jahr gingen 56 Millionen Mark ein. Vorvergangene Woche beschlossen die Umweltschützer nun, 18 Stellen abzubauen. Die geplanten Entlassungen werden mit dem jüngst entdeckten Finanzloch begründet. Bereits im Sommer hatte es bei Greenpeace Krach ums Geld gegeben. Damals war der Finanzchef der Umweltorganisation, Thomas Brandt, gegangen. Er hatte einige Vorgaben für die Haushaltsplanung als unkorrekt beanstandet.

DER SPIEGEL 52/1992
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