29.04.2013

ZOOLOGIEBohrung im Paradies

Europas ältester See bei Ohrid in Mazedonien beherbergt über 200 Tierarten, die nur dort vorkommen: riesenhafte Forellen, Mollusken mit geripptem Gehäuse oder rosa Egel, die in den lichtlosen Abgründen im Schlick hausen. Vermutlich entstand die seltsame Tierwelt schubweise. Was war der Auslöser? Um das Geheimnis des Mini-Paradieses zu erkunden, haben Forscher von der Universität Köln ein Bohrprojekt gestartet; Ziel ist es, die knapp 700 Meter dicke Sedimentschicht unter dem Gewässer komplett zu durchstoßen. Vorige Woche war das Team bei 480 Metern angelangt. "Der Bohrkern enthielt Vulkanasche aus Italien, eiszeitliche Ablagerungen sowie eine Million Jahre alte Schneckenschalen", berichtet der Zoologe Thomas Wilke aus Gießen. Über einen gewissen Zeitraum sei der See offenbar fast verlandet gewesen. Wilke spricht von einem "Klimaarchiv des Balkans". Die Forscher hoffen nun, auch jene ökologischen Ereignisse zu erfassen, die einst die Artenexplosion auslösten und den Ohridsee in einen Urquell der Evolution verwandelten.

DER SPIEGEL 18/2013
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