06.05.2013

MOBILFUNKMauschelei bei Lizenzen?

Die Mobilfunkbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 steuern möglicherweise auf einen Konflikt mit dem Kartellamt zu. Das geht aus einem Schreiben der Behörde vom 16. April an die Firmen hervor. Darin äußern die Wettbewerbshüter den Verdacht, das Mobilfunkquartett könnte im Vorfeld der anstehenden Lizenzverlängerung von milliardenschweren Funkfrequenzen sensible Geschäftsinformationen ausgetauscht haben, um ein für sie teures Versteigerungsverfahren zu vermeiden. Konkret geht es um die ersten in den neunziger Jahren vergebenen Mobilfunkfrequenzen, über die noch immer Millionen Kunden telefonieren. Diese Lizenzen laufen Ende 2016 aus, fallen dann zurück in den Besitz des Bundes und können von der Bundesnetzagentur verlängert, neu verkauft oder meistbietend versteigert werden - Letzteres aber nur, wenn genügend Nachfrage besteht. Genau das jedoch ist laut einer Bedarfsermittlung der Netzagentur nicht der Fall. In den Fragebögen haben die vier Mobilfunker das Frequenzspektrum brüderlich untereinander aufgeteilt und kommen sich gegenseitig nicht in die Quere. Mögliche Konkurrenten wie das Stuttgarter Unternehmen Airdata sollen zudem mit fadenscheinigen Begründungen von der Vergabe ferngehalten werden. Hinter alldem, argwöhnt das Kartellamt, könnte möglicherweise eine unzulässige Absprache stecken. Die vier Platzhirsche sollen bis Ende nächster Woche Stellung nehmen. Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen weitere Untersuchungen und Bußgelder. Womöglich kommt es dann doch noch zu der kostspieligen Auktion, die Vodafone und Co. vermeiden wollen. Die Firmen weisen jeden Verdacht zurück.

DER SPIEGEL 19/2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 19/2013
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

MOBILFUNK:
Mauschelei bei Lizenzen?