06.05.2013

IRANAuf der Rasierklinge

Wenige Wochen vor der Präsidentenwahl am 14. Juni verschärft sich offenbar der Konflikt zwischen Staatschef Mahmud Ahmadinedschad und Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei. Agenten aus dem Umfeld Chameneis sollen den Regierungschef am vergangenen Montag sieben Stunden lang in einem Büro der Revolutionsgarden verhört haben. Die Quelle für die Nachricht ist ein ehemaliger Revolutionswächter, der auch für die USA als Spion arbeitete und inzwischen in Kalifornien lebt. Aus Teheran kam umgehend ein Dementi. Insider gehen aber davon aus, dass Ahmadinedschad zur Rechenschaft gezogen wird, wenn er Chamenei weiter reizt. Das sei ein Ritt auf der Rasierklinge. Wer Zwietracht säe, hatte der Ajatollah bereits gemahnt, begehe Landesverrat. Dennoch soll der Präsident mit der Veröffentlichung kompromittierender Aufzeichnungen gedroht haben, falls sein engster Vertrauter Esfandiar Rahim Maschai nicht für das Präsidentenamt kandidieren dürfe. Wenig später sollen die Sicherheitskräfte des Ajatollahs eingegriffen haben. Die iranische Website, die über die angebliche Drohung des Präsidenten berichtet hatte, wurde erst einmal geschlossen. Die religiösen Thesen des Mystikers Maschai, dessen Tochter mit dem Sohn Ahmadinedschads verheiratet ist, sind für Chamenei eine Provokation.

DER SPIEGEL 19/2013
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