01.03.1999

AUTORENKonsequent germanisch

Er kennt sich aus in braunen Details - das zeigen etliche seiner Romane wie der millionenfach gekaufte "Arzt von Stalingrad" (1956). Wie überzeugt aber Heinz Günther Konsalik einst für die NS-Ideologie trompetet hat, weist nun der Berliner Literaturwissenschaftler Matthias Harder, 36, nach. In seiner Studie "Erfahrung Krieg" (Verlag Königshausen & Neumann) belegt Harder, wie Jung-Konsalik etwa gegen das "semitisch-marxistische Theater" der Weimarer Republik wetterte oder das "Weltbild des germanischen Blutes" vom bösen "jüdischen Willen" bedroht sah. Schon in der Schule, brüstete sich 1940 der damals 18jährige Streber, habe er ein "Theaterstück über die Hitlerjugend" verfaßt. Des Führers Funktionäre hielten derlei allerdings für "nicht kriegswichtig" und schickten Konsalik als Reporter an die Front.

DER SPIEGEL 9/1999
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