Die Memoiren des Stalin-Tochter SWETLANA

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Nr. 38 / 10.09.1967 Alle Ausgaben
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»WIR BAUEN WEITER, ABER GEBREMST«

»Wo blieben sie -- das habe ich mich die ganze Woche gefragt«, erklärte der britische Brigadegeneral, Nahost-Experte und Militärgeschichts-Professor Peter Young, einem deutschen Fernseh-Reporter, als beim israelischen Blitzfeldzug die vielfach angedrohte Raketen-Salve der Ägypter ausblieb. Der General gab die mutmaßliche Antwort selbst: »Ich glaube, sie hatten Angst, sie könnten nach Tel Aviv zielen, und dann kracht es in Heliopolis.« Fünf Jahre zuvor, zum zehnten Jahrestag der ägyptischen Revolution im Juli 1962, hatte Staatschef Nasser zum erstenmal 20 ägyptische Eigenbau-Raketen -- Typenbezeichnungen: »El-Kahir« ("Eroberer") und »El-Safir« ("Sieger") -- in Kairo paradieren lassen. Sie waren entwarfen worden van deutschen und österreichischen Technikern, die seit nunmehr fast einem Jahrzehnt den Ägyptern beim Aufbau einer eigenen Rüstungs-Industrie behilflich sind. Ferdinand Brandner, 63, gebürtiger Wiener, nacheinander für Deutschland, Rußland, Osterreich und Ägypten tätig, hielt und hält eine der Schlüsselpositionen in der Mannschaft deutschsprachiger Waffenschmiede, die Nasser dienstbar sind. Brandner, der während des Zweiten Weltkrieges bei Junkers Jagdflugzeug-Motoren, nach dem Krieg in der Sowjet-Union Turboprop-Motoren entwickelte, ist in Ägypten Leiter eines Entwicklungsprojekts, das den Bau eines Überschalljägers (Typenbezeichnung: HA 300) zum Ziel hat. In dem folgenden SPIEGEL-Interview, das in Brandners reich mit altägyptischen Kunstschätzen gefüllter Millionärs-Villa in Salzburg geführt wurde, gibt der Wahl-Ägypter Aufschluß über Stand und Zukunft der ägyptischen Flugzeugrüstung, die er selbst mit aufbauen half.

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