Im neuen SPIEGEL Schlachtfeld Bolschoi-Theater; AC Mailand stellt 16-jährigen Schüler ins Tor; die Statussymbole der "Generation Y"

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Vor ziemlich genau drei Jahren lauerte ein vermummter Angreifer dem Chef des Bolschoi-Balletts auf und schleuderte ihm einen Becher Schwefelsäure ins Gesicht. Längst sind drei Männer zu Haftstrafen verurteilt worden. Ist damit alles vorbei? Samiha Shafy und Matthias Schepp haben den Ballettchef Sergej Filin getroffen. Sie erzählen eine Geschichte über Korruption, Intrigen, politische Abhängigkeiten und Richtungskämpfe, über Ehrgeiz, Talent und Macht. Und über einen Mann, der seit dem Attentat nicht nur um sein Augenlicht kämpft - sondern vor allem gegen seine Bitterkeit. Eine Aussage von ihm wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben: In jedem Menschen, sagt Filin, lebten zwei Wölfe. Der erste Wolf bedeute Liebe und Güte, der zweite Verzweiflung und Finsternis. Welcher Wolf siegt? Filin sagt: "Der, den du fütterst."

Foto: Bernhard Riedmann/DER SPIEGEL

An dieser Stelle stellt Ihnen die SPIEGEL-Redaktion ihre Lieblingsgeschichten aus der neuen Ausgabe vor.
In dieser Woche: Maren Keller, 32, seit 2010 beim SPIEGEL. Sie arbeitet im Kulturressort.

Walter Mayr hat mich in seiner Geschichte mit einem italienischen Jugendlichen bekannt gemacht, er heißt Gianluigi Donnarumma. Er ist 16 Jahre alt, geht aufs Internat, in die zehnte Klasse, und bereitet sich auf eine Berufsausbildung als Buchhalter vor. Und, ach ja, Gianluigi ist der neue Torwart des AC Mailand. Die italienischen Zeitungen nennen ihn bereits "den neuen Buffon". Ich interessiere mich eher halbherzig für Fußball, aber ich interessiere mich sehr für so unglaubliche Lebensgeschichten wie die dieses "Baby-Keepers", auch so nennen ihn italienische Sportmagazine.

Donnarumma ist zu jung, um noch zur "Generation Y" zu zählen. Von ihr heißt es oft, dass sie sich nichts aus Statussymbolen mache. Meine Kollegin Miriam Olbrisch gehört ebenfalls zu dieser Generation. Sie argumentiert in einem Essay, dass auch für die 30-Jährigen Statussymbole zählten - nur eben andere. Ich selbst bin 32, und ich habe mich in diesem Text wiedergefunden. Selbst genähte Sommerkleider, Flohmarktsofas, Rucksackreisen - all das ist auch mir tausendmal lieber und sympathischer als Armbanduhren und Autos und All-inclusive-Urlaube und Eigenheime.

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Viel Spaß bei der SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen

Maren Keller

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