Im neuen SPIEGEL Rückkehr des Weißen Hais; Schäuble-Gespräch zur Griechenlandrettung; Neuerscheinung der US-Autorin Harper Lee; Praktiken des Lebensmittel-Riesen Edeka

Von SPIEGEL-Redakteur


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Heft 30/2015
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Weißer Hai
imago/ Bluegreen Pictures

Weißer Hai

Der Sommer hat begonnen, und pünktlich zum Ferienbeginn hat mein Kollege Frank Thadeusz schlechte Nachrichten für alle, die ans Wasser wollen: Der Weiße Hai, eine gefährdete Art, erholt sich, manche Bestände wachsen wieder - offenbar helfen Jagdverbote und Schutzbestimmungen. Meine Freude hält sich allerdings in Grenzen: Als Windsurfer gehöre ich zur Risikogruppe, meinen Plan, gemeinsam mit meinem Bruder die Westküste Australiens zu erforschen, stelle ich einstweilen zurück.

Die Verhandlungen um die Rettungskredite für Griechenland habe ich verfolgt wie ein Fußball-Endspiel. Scharf wurden die Deutschen für ihre Rolle in diesem Spiel kritisiert. Ist die EU noch dieselbe wie vor der Brüsseler Marathonsitzung? Diese und andere Fragen haben Christian Reiermann, Michael Sauga und Klaus Brinkbäumer Finanzminister Wolfgang Schäuble gestellt. Der Mann ist europaweit zu einer Reizfigur geworden, vielen gilt er als der eiskalte Liktor der neuen deutschen Vormachtstellung auf dem Kontinent. Ich bin sehr gespannt auf seine Antworten.

  • An dieser Stelle stellt Ihnen die SPIEGEL-Redaktion ihre Lieblingsgeschichten aus der neuen Ausgabe vor. In dieser Woche: Jan Puhl, 47, seit 2002 beim SPIEGEL. Er arbeitet im Auslandsressort.
"Gehe hin, stelle einen Wächter" - diesen kryptischen Titel trägt das Buch von Harper Lee, das sie vor fast 60 Jahren schrieb und das erst jetzt erscheint. Harper Lee, 89, inzwischen fast blind und taub, wurde vor 55 Jahren weltberühmt mit ihrem Roman "Wer die Nachtigall stört". Darin verteidigt der junge Rechtsanwalt Atticus Finch in den USA der Dreißigerjahre einen Schwarzen gegen den Vorwurf, eine weiße Frau vergewaltigt zu haben. Das Buch machte Harper Lee zur Identifikationsfigur des liberalen Amerika. In dem jetzt erscheinenden Werk wird Finch als Rassist dagestellt. Philipp Oehmke, SPIEGEL-Korrespondent in New York, erklärt, welche Geheimnisse sich um das Manuskript ranken - und warum es gerade jetzt veröffentlicht wird, in einem Amerika, das alle paar Wochen von brutalen Polizeiübergriffen auf Schwarze und von Unruhen erschüttert wird.

Edeka inszeniert sich seit Jahren als Zusammenschluss freundlicher Kaufleute, die in weißem Kittel ihre Kunden mit Namen begrüßen und sich noch wirklich auskennen mit frischem Fleisch, Fisch und Gemüse. Wo gibt es das heute noch? In Wirklichkeit ist Edeka mächtiger als die Konkurrenz: ein straff organisiertes Handelsimperium und mit Abstand Deutschlands größte Lebensmittelkette. Dessen knallharte Geschäftspraktiken beschreiben Susanne Amann und Alexander Kühn in einem erhellenden Report.

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Jan Puhl

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