Im neuen SPIEGEL Wäre Steinbrück der Richtige?; SPIEGEL-Gespräch mit Donald Rumsfeld; Wie wird man Stewardess?

Mein Kollege Dirk Kurbjuweit kennt Peer Steinbrück seit etwa zehn Jahren. Er war dabei, als Steinbrück vor drei Jahren im Berliner Restaurant Horváth zu erkennen gab, dass er sich eine Kanzlerkandidatur vorstellen könne, er war dabei, als SPD-Altkanzler Helmut Schmidt ihn später zum geeigneten Kandidaten ausrief, er saß vor einem Jahr mit Steinbrück zusammen, als der durchscheinen ließ, dass er wohl Kandidat werden würde.

"Ich werde Sie dann porträtieren", sagte Kurbjuweit damals zum Abschied. "Dann werden wir uns ja häufiger sehen", antwortete Steinbrück. Im Wahljahr beobachtete Kurbjuweit den SPD-Kandidaten bei einigen Dutzend Terminen; er schrieb kritisch, das hatte Folgen. Anfang August ließ Steinbrück dem SPIEGEL-Autor ausrichten, dass er ihn nicht mehr zu Vieraugengesprächen empfangen werde, da "eine Beeinflussung nicht zu erwarten ist". Kurbjuweit nahm den Satz als Auszeichnung. Sechs Tage vor der Bundestagswahl widmet der SPIEGEL Steinbrück erneut eine große Geschichte, diesmal geht es um seine charakterliche Eignung für das Amt.

Seit rund 50 Jahren ist Donald Rumsfeld in den USA politisch aktiv, er war Verteidigungsminister unter den Präsidenten Gerald Ford und George W. Bush, er plante den Einmarsch in Afghanistan ebenso wie die Invasion im Irak. Marc Hujer und Gregor Peter Schmitz, SPIEGEL-Korrespondenten in Washington, trafen Rumsfeld zum Gespräch. Sie wollten seine Meinung zum geplanten Militärschlag gegen Syrien erfahren, seine Einschätzung zu Chemiewaffen, seine Beurteilung der Präsidentschaft Obamas. Obama, sagte Rumsfeld, inzwischen 81 Jahre alt, sei der führungsschwächste Präsident, den er in seinem Leben gesehen habe: "Er muss sich zusammenreißen und kann nicht einfach Golf spielen."

Viele Airlines müssen sparen, die Lufthansa beispielsweise beschließt ein Sparprogramm nach dem anderen; aber eine Ausnahme gibt es, mindestens: Die arabische Fluggesellschaft Emirates will in den kommenden Jahren kräftig wachsen, derzeit sucht sie Tausende neue Flugbegleiter, allein in diesem Jahr etwa 3800 - per Casting, offen für jeden, der mindestens 21 Jahre alt ist und Abitur hat. Meine Kolleginnen Dinah Deckstein und Ann-Kathrin Nezik wollten wissen, wie solche Castings ablaufen, warum junge Menschen davon träumen, in einem Flugzeug Saft und Kaffee zu servieren. Also gab sich Nezik in Stuttgart als Bewerberin aus. Bereits in der ersten Runde musste sie nachweisen, dass sie mindestens 2,12 Meter hoch greifen kann (um im Notfall an die Ausrüstung heranzukommen) und keine sichtbaren Tätowierungen hat. Später wurde sie unter anderem gefragt, ob sie bereit sei, jederzeit Alkohol zu servieren, auch während des Fastenmonats Ramadan. Immerhin: Nezik schaffte es in die letzte Runde in Deutschland.

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Viel Spaß bei der SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen
Ihr

Wolfgang Büchner

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