28.09.2010

CHRONIK 610 bis 698GLAUBE UND SPALTUNG

um 610
Mohammed, ein etwa 40-jähriger Kaufmann vom Stamm der Kuraisch, erfährt seine erste Offenbarung und tritt in Mekka als Prophet des Islam auf.
616 bis 619
Der Kuraisch-Stamm boykottiert den Clan Mohammeds, dessen Eingottglaube ihren Traditionen widerspricht.
620 bis 622
In der Oase Jathrib (Medina) bekehren sich Angehörige zweier Stämme zum Islam. Sie erheben Mohammed zum Führer ihres von Fehden zerrissenen Verbandes.
622
Mohammed emigriert mit seinen Anhängern aus dem von feindseligen Kuraisch beherrschten Mekka nach Jathrib/Medina, begründet dort ein islamisches Gemeinwesen und führt soziale Reformen durch. Die Auswanderung aus Mekka, genannt "Hidschra", ist das Jahr 0 der islamischen Zeitrechnung.
624
Sieg der Muslime über die Kuraisch von Mekka.
627
Vergeblich belagern die Kuraisch bei ihrem Rachefeldzug Medina, dessen Bewohner sich mit einem breiten Graben um ihre Stadt wirkungsvoll geschützt haben.
628
Die Kuraisch lenken ein - der Vertrag von Hudaibija erlaubt den Muslimen Zutritt zum Heiligtum von Mekka (erste Pilger 629).
630
Kampflose Einnahme von Mekka durch die Muslime.
630 bis 632
Unterwerfung der Stämme der Arabischen Halbinsel.
632
Abschiedswallfahrt und Tod des Propheten Mohammed.
632 bis 634
Mohammeds Freund Abu Bakr wird dessen erster Nachfolger (Kalif). Er sendet Eroberungsheere aus.
634
Sieg über die Byzantiner bei Adschnadain (Palästina).
634 bis 644
Unter Kalif Umar unterwerfen die Muslime Ägypten, Palästina, Syrien, Mesopotamien, Persien.
638
Jerusalem wird erobert. Kalif Umar berät mit anderen Weggefährten des Propheten über die Aufteilung der Kriegsbeute. Deren Grundsätze verzeichnet fortan die Stammrolle der islamisch-arabischen Armee, der "Diwan". Später wird dieses Wort zum Inbegriff arabischer Verwaltung.
644
Umar stirbt durch die Dolchstiche eines persischen Sklaven.
644 bis 656
Unter dem Kalifen Uth-man setzen sich die Eroberungszüge des Islam in Iran und Nordafrika fort.
um 653
Uthman verfügt die erste offizielle Redaktion des Korantextes.
656
Der Kalif wird von seinen Feinden ermordet.
656 bis 661 Unter dem Kalifat von Ali, dem Schwiegersohn des Propheten, kommt es zum ersten muslimischen "Bürgerkrieg", als der syrische Befehlshaber Muawija die Gefolgschaft verweigert. Nach Alis Ermordung im Jahr 661 verzichtet dessen Sohn Hassan auf das Kalifat, der neue Kalif Muawija begründet die Umajjaden-Dynastie; aus Alis Partei (Schia) wird die schiitische Abspaltung.
661 bis 680
Zweite große Expansionsperiode unter dem Kalifat von Muawija. Damaskus wird neue Hauptstadt.
680
Alis Sohn Hussein führt einen Aufstand gegen das Umajjaden-Kalifat und wird in der Schlacht von Kerbela getötet. Sein Opfertod gibt der Schia ein religiöses Grundmotiv.
683 bis 692
Zweiter muslimischer "Bürgerkrieg" auf der Arabischen Halbinsel. Der Umajjaden-Kalif Abd al-Malik (685 bis 705) gewinnt die Kontrolle über alle islamischen Provinzen zurück.
691
Bau der Umar-Moschee (Felsendom) in Jerusalem.
ab 698
Münzreform: Ablösung sasanidischer und byzantinischer Geldstücke durch arabisch-islamische Prägungen. Arabisch wird Kanzleisprache.

SPIEGEL GESCHICHTE 5/2010
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