26.03.2013

Das Rätsel von Jastorf

Ein niedersächsisches Gräberfeld brachte Archäologen auf die Spur der frühen Germanen. Sie bewohnten das Armenhaus Europas.
Die germanische Frühgeschichte ist auch die Geschichte eines begabten und wissbegierigen Schülers. Gustav Schwantes, geboren 1881 in Bleckede an der Elbe, begeisterte sich als Junge für die Archäologie und wusste bald erstaunlich gut Bescheid. Mit großer Ausdauer buddelte er im Boden seiner niedersächsischen Heimat, um Zeugnisse aus der fernen Vergangenheit zu bergen. Häufig ging er in den Schulferien gemeinsam mit seinem Bruder Curt auf archäologische Schatzsuche.
1897 bekamen die Brüder Schwantes den Hinweis, dass auf einem Heidefeld nördlich der Ortschaft Jastorf zahlreiche Grabgefäße im Sand lägen. Für den damals 16 Jahre alten Gustav wurden die Urnen von Jastorf zu einem Lebensthema. Denn der junge Forscher und spätere Professor, der nach wie vor zu den Großen seines Fachs zählt, kam durch diesen Fund zu einer wichtigen Erkenntnis. Es war Gustav Schwantes, der für eine ganze Ära den Namen Jastorf-Kultur prägte, einen Begriff, der bald allgemein anerkannt wurde und bis heute gültig ist.
Mit der Jastorf-Kultur brach um 600 vor Christus ein neues Zeitalter an, in dem viele Wissenschaftler den ersten nachweislichen Auftritt der Germanen sehen. Die Umwälzung fand statt in einem Gebiet, das große Teile Norddeutschlands umfasst und hinauf bis ins dänische Jütland reicht. In diesem geografischen Raum ging damals die Bronzezeit zu Ende; die Eisenzeit begann. Die Menschen erlernten nach und nach die komplexe Technik der Verhüttung, um aus Erzbrocken das harte Metall für Werkzeug, Schmuck und Waffen zu gewinnen.
Warum ist nun ausgerechnet ein Gräberfeld im niedersächsischen Flachland zwischen Uelzen und Lüneburg so bedeutend? Um das zu verstehen, muss man tiefer eintauchen in die Welt der Frühgeschichte - ein eigenartiges Reich voller Fachausdrücke, Geheimnisse, Forschungslücken und Widersprüche.
In dieser Welt spielen kleine Gegenstände eine große Rolle. Für Laien sind die meisten archäologischen Funde nichtssagend, aber von den Wissenschaftlern werden sie hingebungsvoll untersucht, klassifiziert und interpretiert. Im Fall der jahrtausendealten Jastorf-Kultur sind es Schmucknadeln, Gewandfibeln und Urnen aus gebranntem Lehm, die als zentrale Beweisstücke in einer verwickelten Indizienkette gelten.
Dass die Frühgeschichte der Germanen nicht einfacher und anschaulicher zu haben ist, liegt vor allem an den Menschen der damaligen Zeit. Aus den Jahrhunderten vor Christi Geburt haben die Vorfahren der Goten, Sachsen und Franken keine schriftlichen Quellen hinterlassen, keine stattlichen Gebäude, keine genialen Kunstwerke. Wie Detektive müssen die Forscher versuchen, aus den spärlichen Spuren, die heute noch übrig sind, Bruchstücke von Geschichten herauszulesen. Für eine durchgehende Erzählung reicht das Material bisher nicht.
Auf einem ganz anderen Weg versuchen Sprachwissenschaftler, Licht in die Vergangenheit zu bringen. Aus den heutigen Sprachen und den frühesten schriftlichen Quellen wie der gotischen Wulfilabibel leiten sie mit scharfsinniger Kombinatorik ab, wie die Menschen früher gesprochen haben könnten. Die Linguisten haben herausgefunden, welche Sprachen miteinander verwandt sind und nach welchen Gesetzmäßigkeiten sich Aussprache und Grammatik im Lauf der Zeit verändert haben.
So sind seit dem 18. Jahrhundert Monumente der Gelehrsamkeit entstanden, in deren Detailreichtum man sich hoffnungslos verlieren kann. Bei allen Rätseln, die noch übrig sind, gilt die große Linie als gesichert: Aus den gemeinsamen Anfängen der indogermanischen Sprachfamilie, zu der auch Griechisch, Persisch oder Sanskrit gehören, hat sich im Zuge der ersten oder germanischen Lautverschiebung eine Art Urgermanisch entwickelt. Und weil ein gesprochenes Idiom immerzu im Fluss ist, gingen daraus dann im Lauf der Jahrhunderte Deutsch, Englisch und andere heutige Sprachen hervor (siehe Kasten Seite 50).
Meister ihres Fachs haben es gelegentlich sogar gewagt, in rekonstruierten Sprachen zu fabulieren. Auf den Indogermanisten August Schleicher (1821 bis 1868) geht die kleine Fabel "Das Schaf und die Pferde" zurück, von der es inzwischen zahlreiche Fassungen gibt. So hat der Münchner Sprachwissenschaftler Wolfram Euler 2007 versucht, den Sprachstand der Zeit um Christi Geburt zu erschließen: "Awis, þazmai wullô ne wase, eχwanz gasáχ, ainan kurun waganan wegandun, anþeran mekelôn burþînun, þriđjanôn gumanun berandun." Soll heißen: "Ein Schaf, das keine Wolle hatte, sah Pferde; das eine, das einen schweren Wagen zog, das andere, das eine große Last trug, und das dritte, das einen Menschen trug." Wörter wie "wullô" und "waganan" erschließen sich hier sofort, das Übrige ist schwieriger.
Zurück zu dem 16 Jahre alten Schüler Gustav Schwantes, der ein leidenschaftlicher Ausgräber war und außerdem ein gründlicher Denker. In den Urnen von Jastorf und ähnlichen Gräberfeldern lag nicht nur die Asche der verbrannten Leichen. Die Hinterbliebenen hatten den Toten oft auch einige Beigaben gegönnt, vor allem verzierte Gewandnadeln und Gürtelschnallen aus Bronze oder Eisen.
Interessant waren vor allem die Eisenfunde. So weit nach Norden war dieses Metall bis dahin nur selten vorgedrungen. Der junge Forscher quälte sich also mit der Frage: Woher kam das Eisen?
Als bedeutende Autorität auf dem Gebiet der nordischen Frühgeschichte galt Ende des 19. Jahrhunderts Ingvald Undset, ein Norweger. Auf Reisen quer durch Europa war Undset den Spuren des Eisens gefolgt, um herauszufinden, wie sich die Kultur auf dem Kontinent in den dunklen Zeiten vor der Römerherrschaft entwickelt hatte.
Für Undset und andere Forscher begann die Eisenzeit in Mitteleuropa mit der sogenannten Hallstatt-Kultur, benannt nach einem Ort im österreichischen Salzkammergut. Dort hatte man 1846 ein großes Gräberfeld mit reichen Beigaben entdeckt, und bis heute ist die Hallstatt-Zeit eine feste Größe in der Wissenschaft. Sie dauerte ungefähr von 800 bis 475 vor Christus und erstreckte sich von Slowenien bis Frankreich. Über die damaligen Menschen ist wenig bekannt, die Hallstatt-Leute werden ab etwa 650 vor Christus häufig als Kelten bezeichnet.
Im 5. vorchristlichen Jahrhundert ging die Hallstatt- in die Latène-Kultur über, auch das gehört bis heute zum gesicherten Wissensstand. Ihren Namen hat sie vom Fundplatz La Tène am Neuenburgersee in der Schweiz. Die Latène-Menschen waren ebenfalls Kelten.
Durch seine Lektüre und Gespräche mit Fachleuten war der junge Gustav Schwantes schon gut im Bilde über die Forschungslage. Aber eines konnte er nicht verstehen: Wieso ordnete der große Gelehrte aus Norwegen bestimmte Fundstücke aus Norddeutschland der Latène-Kultur zu, obwohl sie so ganz anders gestaltet waren als die keltischen Artefakte? Das, was Schwantes selbst gemeinsam mit seinem Bruder aus der Erde gebuddelt hatte, sah aus wie einige Beispiele aus Undsets Büchern. Aber Latène?
Andererseits schien Undset sich zu widersprechen, deutete er doch die Form der hochhalsigen Urnen, wie sie auch bei Jastorf im Boden lagen, als Import aus einer älteren Epoche, nämlich aus der Hallstatt-Zeit. Es war zum Verrücktwerden.
Schwantes notierte später: "Anzunehmen, dass hier vielleicht ein Irrtum des verehrten Mannes vorliege, lag meinem damaligen Denken völlig fern." Doch die Frage nagte weiter an ihm, jahrelang: "Sind die Jastorfer Sachen wirklich keltisch?"
An einem Abend des Jahres 1899 saß der junge Forscher wieder einmal "in den ehrwürdigen Räumen der alten Hamburgischen Stadtbibliothek", die, wie er als Erwachsener dankbar festhielt, "für meine wissenschaftliche Entwicklung von der größten Bedeutung wurde". Im neuesten Band des "Archivs für Anthropologie" las Schwantes einen Beitrag der Wissenschaftlerin Johanna Mestorf.
Die Direktorin des Kieler Museums vaterländischer Alterthümer machte sich darin Gedanken über die Anfänge der Eisenzeit in Schleswig-Holstein. Mestorf legte dar, wie Schwantes schrieb, "dass nicht Latène, sondern Hallstatt uns das Eisen brachte".
Wer sich einigermaßen in den Forschungsstand hineingedacht hat, kann jetzt vielleicht nachvollziehen, was in dem aufstrebenden Archäologen vorging: "Von geradezu ungeheurer Bedeutung" war die Lektüre für ihn. "In mir geriet alles in eine kochende und brodelnde Aufregung, und aus dem Wirbel der Gedanken trat schließlich die Erkenntnis hervor: Da hast du endlich die Lösung des Rätsels von Jastorf!"
In den Weihnachtsferien schrieb der Schüler einen langen Brief an Johanna Mestorf, eine der wenigen deutschen Frauen im 19. Jahrhundert, die als wissenschaftliche Koryphäen anerkannt wurden. Noch war ihr allerdings der Professorentitel nicht zugebilligt worden, was Schwantes in Verlegenheit stürzte. "Die Dame schlichthin mit Fräulein Mestorf anzureden, schien mir eine Ungehörigkeit zu sein." Schließlich begann er sein Schreiben mit der Anrede "Euer Autorität".
Die Autorität erwies sich als aufgeschlossen und freundlich. Schon nach wenigen Tagen kam eine Antwortkarte, kurz darauf ein ausführlicher Brief, in dem Mestorf die Vermutungen bestätigte. Zusammenfassend schrieb Schwantes später über die von ihm benannte und gründlich erforschte Jastorf-Kultur: Sie "ist der Stil der ersten mittel- und nordeuropäischen vollen Eisenzeit, der von den Germanen geschaffen wurde, zur selben Zeit, in der die Kelten ihren Latène-Stil entwickelten".
Was wissen wir heute über das Leben dieser Menschen? Sie waren Ackerbauern und Viehzüchter, die verstreut auf Gehöften oder in kleinen Dörfern wohnten. Unter den Getreidearten kam der Gerste die größte Bedeutung zu, aber auch Hafer und Rispenhirse, Weizen und Roggen sorgten dafür, dass die Leute satt wurden, dazu Erbsen, Bohnen und Linsen. Man baute gern auf sandigen Böden an, weil die Äcker dort mit den primitiven hölzernen Hakenpflügen recht gut zu bearbeiten waren.
Wichtigstes Haustier war das Rind, das lange gehalten wurde, um Kälber und Milch zu produzieren. Gefundene Siebgefäße lassen darauf schließen, dass die Milch gern zu Käse verarbeitet wurde. Als Mahlzeit auf den Tisch kamen auch Schweine, Schafe und Ziegen. Hunde dürften Wächter sowie Begleiter bei der Jagd gewesen sein. Für die Ernährung scheinen Jagd und Fischfang allerdings keine sehr große Rolle gespielt zu haben.
Ein Dorf mit 200 bis 300 Einwohnern wird wohl schon als stattliche Siedlung gegolten haben. Ein verbreiteter Gebäudetyp der Jastorf-Germanen war das Pfostenhaus. Dabei wurden die tragenden Holzpfosten bis zu einen Meter tief in den Boden gerammt, als Wände dienten Blockbohlen oder Flechtwerk mit Lehm. Architektonisch ist das Pfostenhaus ein Vorläufer des Fachwerkhauses, das viel später im Mittelalter aufkam.
Hauptproblem der alten Bauweise war die Fäulnis. Die in der Erde steckenden Pfosten verrotteten im Lauf von zwei bis drei Jahrzehnten so stark, dass sich die Häuser nicht mehr reparieren ließen - der Umzug in einen Neubau erwies sich als unumgänglich. Auch die Böden waren dann häufig ausgelaugt, so dass die ganze Dorfgemeinschaft ihre Sachen packte und in der Nähe neu anfing. Dabei orientierte man sich gewöhnlich an einem sakralen Ort, dem Friedhof, der das Zentrum solcher Wanderungsrunden bildete. "Der Platz, an dem die Ahnen lagen, war stets der Fixpunkt für die Besiedlung", sagt der Archäologe Rainer-Maria Weiss, der das Helms-Museum in Hamburg leitet.
Der Totenkult war allem Anschein nach schlicht, die Beigaben deuten darauf hin, dass man die Verstorbenen für ein Weiterleben nach dem Tod ausstatten wollte. Über die spirituelle Welt der frühen Germanen weiß man wenig. Bekannt sind zum Beispiel Seen, Moore, Flüsse, Steinhaufen und Siedlungen als kultische Orte. Knochenfunde lassen auf vereinzelte Menschenopfer schließen. Beliebte Opfertiere scheinen Pferde und Hunde gewesen zu sein. Primitive Holzidole könnten übernatürliche Wesen versinnbildlicht haben. Aus der bäuerlichen Lebensweise der Menschen lässt sich herleiten, dass sie Anhänger von Fruchtbarkeitskulten waren.
Ein langes Leben war den frühen Germanen nur selten beschieden. Wer nicht schon der hohen Kindersterblichkeit zum Opfer gefallen war, litt häufig unter Mangelernährung, Strapazen und Krankheiten. Aus den Friedhofsfunden geht hervor, dass die mittlere Lebenserwartung bei Anfang bis Mitte 30 lag. Das mit 60 Jahren beginnende Greisenalter erreichten wohl nur einige wenige.
Grabanlagen aus der Jastorf-Ära gibt es eine ganze Menge. In manchen ruhen nur einige wenige Urnen, bei anderen handelt es sich um Großfriedhöfe mit mehreren tausend Toten. Der forschende Blick des Archäologen findet viele Unterschiede im Stil der Beigaben, zwischen verschiedenen Urnenmustern und Bestattungsmethoden. Manchmal sticht auch eine besondere Kostbarkeit hervor, ein Halsring, ein Kettengehänge. In Grabstellen aus der späten Jastorf-Zeit tauchen gelegentlich Waffen, Reitzubehör oder aus dem Süden importierte Metallgefäße auf.
Aber von Glanz und Prunk kann viele Jahrhunderte lang keine Rede sein. Alles in allem muss man sagen: Die frühen Germanen führten das karge Leben bescheidener Bauern.
Bloß warum? Wieso gibt es über einen langen Zeitraum nur wenig Veränderung? Weshalb sieht ein kundiger Experte wie der Archäologe Jochen Brandt vom Helms-Museum sogar "riesige Rückschritte" im Vergleich zur Bronzezeit? Brandt fasst zusammen: "Die archäologischen Quellen deuten auf eine kaum differenzierte und ärmliche Bevölkerung hin, die in der mitteleuropäischen Vorgeschichte seit der Jungsteinzeit kaum etwas Vergleichbares findet."
Um den Bruch zu veranschaulichen, der hierzulande die Eisenzeit von den früheren Kulturstufen trennt, lohnt ein Blick auf das sogenannte Königsgrab von Seddin in der brandenburgischen Prignitz. In einem Hügel von mehr als 60 Meter Durchmesser und 10 Meter Höhe liegt dort eine Grabkammer verborgen, die aus neun großen Findlingen errichtet, mit Lehm verputzt und rot ausgemalt wurde. Drei Tote fanden in dieser aufwendig errichteten Begräbnisstätte ihre letzte Ruhe, ihnen beigegeben waren ein Schwert und allerlei Gerätschaften wie Rasiermesser, Geschirr, Ringe, Messer und ein Kamm.
Das Seddiner Monument stammt aus der jüngeren Bronzezeit, um 800 vor Christus. Bald danach war es mit dem hohen Aufwand für Verstorbene, der ja auch eine bedeutende Kulturleistung darstellt, vorbei.
Und während die Jastorf-Germanen beschaulich vor sich hinwerkelten, kam es den Kelten weiter südlich überhaupt nicht in den Sinn, vom bronzezeitlichen Protz zu lassen. Dort ließen es sich Angehörige der Oberschicht nach Kräften gutgehen, sie speisten wie Griechen oder Etrusker von feinem Geschirr, besaßen goldenes Geschmeide und ließen sich in zwei- und vierrädrigen Wagen durch die Lande kutschieren.
Dass es in all den Jahrhunderten weiträumige Handelsverbindungen gab, ist archäologisch belegt. Bis hinauf nach Dänemark sind prachtvolle Stücke aus hochqualifizierten Werkstätten gelangt, wie zum Beispiel der silberne Kessel von Gundestrup zeigt; er kam wahrscheinlich aus dem heutigen Rumänien oder Bulgarien nach Norden. Die importierten Wagen von Dejbjerg, die wohl dem Repräsentationsbedürfnis eines dänischen Großen dienten, zeugen von der hohen Kunstfertigkeit keltischer Handwerker.
Um die norddeutsche Tiefebene aber machten die schönen Dinge der damaligen Zeit einen großen Bogen. Konnte das nur Zufall sein?
Der Hamburger Archäologe Brandt hat eine Theorie. Beim Nachdenken über die sozialen Verhältnisse, wie sie sich in den Jastorf-Funden zeigen, fiel ihm auf, dass die frühen Germanen anscheinend alle ziemlich gleich arm gewesen sind, und das über lange Zeit. Das Zusammenleben könnte also einem Muster gefolgt sein, das in der Kulturanthropologie als "segmentäre Gesellschaft" bezeichnet wird.
Das bedeutet: Das Leben spielt sich überwiegend in der Familie oder im etwas größeren Familienverband ab. Übergeordnete Stammes- oder Volksinteressen treten völlig in den Hintergrund. Damit die Clans friedlich miteinander auskommen, halten sie sich an bestimmte Regeln, die zum Beispiel festlegen, wer wen heiraten darf. Streitfragen handeln die Patriarchen untereinander aus.
Typisch für solche Gesellschaften sei, so Brandt, dass wenige Menschen in einem großen Gebiet siedeln: "Man kann sich im Regelfall aus dem Weg gehen." Trotzdem herrscht beträchtlicher sozialer Druck, wenn es um die Verteilung der Güter geht. Kurz gesagt: Wer hat, muss geben.
So ist der Anreiz gering, Überschüsse zu produzieren. Macht basiert in einer Gruppe, die solche Regeln verinnerlicht hat, nicht auf Reichtum, sondern auf dem Vermögen, andere zu beschenken. Wer bekommt, ist der "soziale Schuldner"; wer gibt, ist der Chef.
Mag sein, dass das alles ein wenig romantisch klingt, nach einfachem Leben und ökologischer Landkommune. Aber eine bessere Idee, warum die frühen Germanen mit so wenig zufrieden waren, muss erst mal jemand haben. ■
Von Dietmar Pieper

SPIEGEL GESCHICHTE 2/2013
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