01.12.1991

KAPITEL III - LENIN - OHNE TERROR KEIN SIEG

Er war der Sohn eines vom Zaren geadelten Schulinspektors tatarischer Herkunft und dessen deutschstämmiger Ehefrau Maria Blank, verwandt mit der Lübecker Patrizier-Familie Groschopf. Er ging als Begründer des ersten sozialistischen Staats in die Geschichte ein, der Kommunist Wladimir Iljitsch Lenin.
Er kannte die Marxsche Theorie, die für Rußland den Kapitalismus ansagte, und war damit einverstanden: In Rußland leide die Arbeiterklasse "nicht so sehr durch den Kapitalismus" als vielmehr unter dessen "mangelhafter Entwicklung", sie sei deshalb an der "breitesten, freiesten und schnellsten Entwicklung des Kapitalismus unbedingt interessiert".
Das verkündete Lenin im Revolutionsjahr 1905, als Trotzki und Parvus in den Petersburger Rat ("Sowjet") der Arbeiterdeputierten gewählt wurden, während der Emigrant Lenin erst am 8. November in Rußland erschien, als schon fast alles vorbei war. Er rief nach "Bombe, Messer, Schlagring", nach "Massenterror", seine Genossen bauten in Moskau an derselben Stelle eine Barrikade wie 1991 Boris Jelzins Anhänger; der Aufstand brach rasch zusammen.
Seine erste große Studie über den Stand der kapitalistischen Entwicklung in Rußland hatte Lenin 1898 während seiner Verbannung in Sibirien verfaßt, wo er jagen, heiraten und sich beklagen durfte, es sei "sehr, sehr schwer, Dienerschaft zu finden".
Seine Gesellschaftsanalyse: "Vergleicht man die vorkapitalistische Epoche in Rußland mit der kapitalistischen, so muß die Entwicklung der gesellschaftlichen Wirtschaft im Kapitalismus als außerordentlich rasch bezeichnet werden." Langsam sei sie jedoch im Vergleich zum "heutigen Stand der Technik und der Kultur überhaupt".
Die Autokratie des Zaren, die Rußlands rascheres Fortkommen bremste, war nicht so finster, wie die Leninisten sie später darstellten. Deren Tageszeitung, die Prawda, konnte meist frei erscheinen, nach der Revolution von 1905 gab es ein ähnlich zustande gekommenes Parlament wie Gorbatschows Volksdeputiertenkongreß, und zwar mit einer bolschewistischen Fraktion.
Die Verbannung hatte nichts mit einem Konzentrationslager gemein, aus politischen Gründen unterlagen ihr 1880 rund 1200 Personen, 60 leisteten Zwangsarbeit, zuzüglich 4000 Polen seit dem Aufstand von 1863. Im Jahre 1901 leisteten 180 politisch Verfolgte Zwangsarbeit. In Haft befanden sich 1910 insgesamt 168 000 Rechtsbrecher aller Kategorien (in der Stalin-Zeit hundertmal mehr), von 1880 bis 1890 wurden 17 Personen hingerichtet - hier erreichten die Bolschewiki später eine millionenfache Steigerung. Ein Gericht sprach die Attentäterin Wera Sassulitsch frei, in öffentlicher Verhandlung.
Lenin bekannte sich anfangs zu einer demokratischen Republik und zur Wahl einer konstituierenden Nationalversammlung, wie sie alle Progressiven in Rußland forderten:
In einem freien Lande wird das Volk nur von denen regiert, die es selbst hierzu gewählt hat. Bei den Wählern teilt sich das Volk in Parteien ... deshalb wird das Volk in freien Ländern vermittels des offenen Kampfes der Parteien und der freien Vereinbarung dieser Parteien untereinander regiert.
Den Berufsrevolutionär Lenin, der sich, nach kurzer Tätigkeit als Anwalt, seit 1895, seinem 25. Lebensjahr, seinen Lebensunterhalt kaum mehr durch Arbeit verdiente, drängte die eigene Dynamik zu einer verwegenen Idee: den Kapitalismus selbst zu organisieren, gestützt auf eine kleine Schar bürgerlicher Intellektueller und dekoriert als "revolutionär-demokratische Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft" - unter der täuschenden Beteuerung also, die Interessen der Arbeiter und Bauern zu vertreten.
Mit dieser Konstruktion meinte Lenin, Rußland rascher industrialisieren zu können als der Zar, ohne Rücksicht auf die Interessen von Grundbesitzern, Privatiers, Arbeitern und Bauern, unabhängig auch von dem Einfluß ausländischen Kapitals - und vor allem ungehindert von politischer Opposition.
Mit Marxismus hatte das nichts mehr zu tun, auch wenn diese vermeintlich modernste Sozialtheorie hervorragend dazu taugte, den neuen Absolutismus zu rechtfertigen - mindestens den eigenen Intellektuellen und dem Westen gegenüber.
Freimütig verdammte Lenin Marxens zentrale politische These von der Selbstbefreiung der Arbeiter: "Das politische Klassenbewußtsein kann in den Arbeiter nur von außen hineingetragen werden", weil die Arbeiter aus sich heraus nur ein gewerkschaftliches, auf Lohnkämpfe beschränktes Bewußtsein entwickeln könnten. Und wer sollte da die unmündigen Arbeiter auf den rechten Weg bringen? Bürgerliche Intellektuelle, Leute wie Lenin.
Das sozialistische Bewußtsein sei kein Produkt der gesellschaftlichen Verhältnisse, nämlich des proletarischen Klassenkampfes, erklärte Lenin 1902 in seiner ersten großen politischen Schrift "Was tun?" - ganz anders, als Marx es gelehrt hatte. Als Motto stellte er dem Pamphlet ein Lassalle-Zitat voran, wonach "sich eine Partei stärkt, indem sie sich purifiziert", zu deutsch: säubert.
Die Lehre des Sozialismus, so kommentierte Lenin richtig und zynisch, stamme "von den gebildeten Vertretern der besitzenden Klassen, der Intelligenz". Dementsprechend plädierte er für eine "Führerorganisation" aus "Leuten, die sich berufsmäßig mit revolutionärer Tätigkeit befassen". Zur Eroberung der Macht sollte "ein 'Dutzend' bewährter Revolutionäre, beruflich nicht schlechter geschult als unsere Polizei, die ganze konspirative Arbeit zentralisieren ..." Die Vollmachten dieser Roten Armee Fraktion mit Polizeicharakter aber galten auch für die Machtausübung nach dem Sieg, wie Lenin nachher erklärte: "Rußland wurde nach der Revolution von 1905 von 130 000 adligen Großgrundbesitzern regiert, und da sollen 240 000 Mitglieder der Partei der Bolschewiki nicht imstande sein, Rußland zu regieren?"
Natürlich meinte er nicht die ganze Partei, sondern das ZK, und später dann auch offen die "Anwendung diktatorischer Macht einzelner Personen", denen sich die Massen unterzuordnen hätten.
Trotzki hatte es 1904 vorausgesagt: Lenins "Methoden führen, wie wir dereinst sehen werden, zu folgendem: Die Parteiorganisation tritt an die Stelle der Partei, das Zentralkomitee tritt an die Stelle der Parteiorganisation, und schließlich tritt der 'Diktator' an die Stelle des Zentralkomitees."
Lenins Leute bildeten innerhalb der Russischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (RSDRP) eine eigene Mini-Fraktion. Er selbst überhäufte seine Widersacher mit Verbalinjurien im Marxschen Stil, spann Intrigen und trennte sich selbst von engsten Gefährten. Nach ständigen Reibereien im Zentralkomitee der RSDRP wurde er 1906 nicht wieder als Vollmitglied hineingewählt. Trotzki beschwerte sich 1911 in einer SPD-Zeitung über "das schmutzige Cliquengezänk, das der Meister in solchen Dingen, Lenin, entfacht, dieser professionelle Ausbeuter jeglicher Rückständigkeit in der russischen Arbeiterbewegung".
1912 spaltet Lenin seine Bolschewiki -Partei endgültig von der RSDRP ab. Er ist längst wieder im Ausland und lebt von den Vermächtnissen russischer Großunternehmer zugunsten seiner Partei. Der Erste Weltkrieg schockt ihn nicht ("Die Losung des Friedens ist eine spießbürgerliche, eine popenhafte Losung"), im Gegenteil, Lenin sieht seine politische Chance: den Krieg in einen Bürgerkrieg verwandeln! Wie das und zu welchem Preis?
"Je mehr Opfer der Krieg fordern wird, desto klarer werden die Arbeitermassen den Verrat sehen, den die Opportunisten an der Arbeitersache begehen" - das richtete sich gegen die Sozialdemokraten -, "desto besser werden sie die Notwendigkeit erkennen, daß man die Waffe gegen die Regierungen und die Bourgeoisie eines jeden Landes richten muß."
Er entwirft seine Imperialismustheorie, wonach die nationalen Monopole sich nicht vertragen können, weil die Welt verteilt ist; die Arbeiteraristokratie in den entwickelten Ländern aber sei durch hohe Löhne bestochen, weshalb die imperialistische Kette nur in ihrem vermeintlich "schwächsten Glied" reißen kann, in Rußland. Dabei war ein Land, das den unvermeidlichen Kapitalismus erst noch vor sich hatte, nach marxistischem Schema ein stärkeres Kettenglied dieser Entwicklungsstufe als jene Weltgegenden, in denen ein überreifer Kapitalismus vermeintlich abgewirtschaftet hatte.
Für Lenin ist es nun dem schwachen russischen Proletariat beschieden, zur "Avantgarde des internationalen revolutionären Proletariats" aufzusteigen - eine Anleihe bei Parvus und Trotzki, ein Anflug vom "Nationalstolz des Großrussen" auch, zu dem sich Lenin im Dezember 1914 bekennt.
Seiner Freundin Ines Armand gegenüber rechtfertigt er sich, Marx habe "mehr als einmal zum nationalen Krieg aufgerufen", Engels "direkt das Nationalgefühl der Deutschen entfacht".
Später hofft er, daß Rußland "für Westeuropa zum Vorbild werden" könne, "daß der Standpunkt des revolutionären Gedankens und der revolutionären Tat sich immer mehr zu den Slawen verschiebt".
Kurz vor seiner Machtübernahme verspricht er, "unser Land" zu retten, und schreibt die rein nationale Perspektive fest, die dann Grundgesetz seines neuen Staates wird: "Entweder untergehen oder die fortgeschrittenen Länder auch ökonomisch einholen und überholen". Ein Signal an die Völker, die Internationale erkämpfe das Menschenrecht, war das nicht. Die Weltrevolution, nicht als Ausweitung des russischen Machtbereiches verstanden, sondern als Sieg der proletarischen Bevölkerungsmehrheit in den fortgeschrittensten Ländern, dieses Vorhaben hat Lenin nicht gefördert, sondern gar durch das eigene Werk endgültig desavouiert. Im Zürcher Exil zweifelt Lenin Anfang 1917, ob er die Revolution gegen den Zarismus in seiner Heimat noch erlebe. Kurz darauf ereignet sie sich, jedoch ohne Zutun der Bolschewiki; Lenin erfährt davon aus der Neuen Zürcher Zeitung. Rascher als bei der ersten Erhebung zwölf Jahre zuvor zieht es ihn an den Tatort.
Im Februar 1917 waren in der russischen Hauptstadt Petrograd eine Viertelmillion Arbeiter in den Streik getreten; Frauen, die gegen den Hunger protestiert hatten, wurden von zaristischen Truppen angegriffen - 169 Tote. Die Aufständischen stürzen die Regierung des Zaren und wählen Räte, unter Führung der Sozialdemokraten. Die Arbeiter bemächtigen sich ihrer Fabriken, die meisten Nationalitäten des Vielvölkerstaats lösen sich eilends von Rußland - wie 1991 wieder.
Der Zar dankt ab, eine sozial-liberale Koalition bildet eine Provisorische Regierung mit dem Justizminister und späteren Premier Alexander Kerenski, dessen Vater Lenins Schuldirektor war.
Der Krieg gegen die nun letzten reaktionären Mächte Europas, Österreich-Ungarn und das Deutschland Kaiser Wilhelms II., wird - in der Allianz mit den westlichen Demokratien - fortgesetzt, mit guter Aussicht auf Sieg: Die USA, die einen Monat vor der Petrograder Revolution die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reich abgebrochen haben, treten am 6. April in den Krieg ein.
Lenin aber, noch in der Schweiz, verbündet sich mit der deutschen Regierung - seine Version der von Marx geforderten "vereinigten Aktion wenigstens der zivilisierten Länder". Alexander Helphand/Parvus, Revolutionär von 1905 und inzwischen deutscher Agent, hat als Kriegsgewinnler ein Vermögen gemacht; über ihn und seinen Kopenhagener Filialleiter Jakub Hanecki, der Lenins ZK angehört hatte, fließen 82 Millionen Goldmark aus dem Haushalt des Deutschen Reiches in die Parteikasse der Bolschewiki: Gemäß einem Parvus-Memorandum vom 9. März 1915 sollten subversive Propaganda unter der Truppe, Unterbrechung der Versorgungswege und Demonstrationen in einen Massenstreik münden - mit Lenin als Galionsfigur. Der kaiserliche Gesandte Graf von Brockdorff-Rantzau unterstützte den Plan: "Der Sieg, und als Preis der erste Platz der Welt, ist unser, wenn es gelingt, Rußland rechtzeitig zu revolutionieren und dadurch die Koalition (der Feinde) zu sprengen."
Jetzt arrangiert es Parvus, daß der deutsche Generalstab Lenin mit Exil-Genossen im bewachten Eisenbahnwagen aus der Schweiz nach Rußland expediert. Grund laut Außen-Staatssekretär Zimmermann: "... da wir Interesse daran haben, daß Einfluß des radikalen Flügels der Revolutionäre in Rußland Oberhand gewinnt".
Die Deutschen wollen aus dem Zweifrontenkrieg heraus, sie wissen, daß Lenin mit ihnen Frieden schließen will. Das geschieht dann unter dem Protest seiner Genossen (den er mit Rücktrittsdrohungen bricht) und gewaltsamem Widerstand, einem Aufstandsversuch radikaler Sozialisten - und nach einer deutschen Abschlußzahlung an die Bolschewiki in Höhe von 40 Millionen Mark.
Am 2. April 1917 hatte Graf von Brockdorff-Rantzau, der spätere Botschafter in der UdSSR, dem Auswärtigen Amt empfohlen:
... müssen wir unbedingt jetzt suchen, in Rußland größtmögliches Chaos zu schaffen ... weil dann die Umwälzung unvermeidlich und Formen annehmen wird, die den Bestand des Russischen Reiches erschüttern müssen. In etwa drei Monaten dürfte aller Voraussicht nach damit zu rechnen sein, daß die Zersetzung genügend fortgeschritten ist, um durch ein militärisches Eingreifen unsererseits den Zusammenbruch der russischen Macht zu gewahrleisten.
Ein deutscher Rittmeister läßt am Schweizer Grenzbahnhof Gottmadingen die russischen Emigranten, die heimreisen wollen, antreten und abzählen. Es sind 32 Personen. Sie fahren quer durch Deutschland, mit dem Rußland Krieg führt, nach Saßnitz, dann über Schweden und Finnland nach Petrograd. Am 17. April 1917 meldet die deutsche Abwehr aus Stockholm dem deutschen Hauptquartier: "Lenin Eintritt nach Rußland geglückt. Er arbeitet völlig nach Wunsch."
Seine Freunde in der Heimat samt dem noch unbekannten Georgier, der sich Stalin nannte, wollten die demokratische Provisorische Regierung unterstützen. Genosse Kamenew schrieb in der Prawda, solange die deutsche Armee noch ihrem Kaiser gehorche und schieße, müsse der russische Soldat "fest auf seinem Posten stehen und Kugel mit Kugel und Granate mit Granate beantworten".
Lenin klettert gleich nach seiner Ankunft auf einen Panzerwagen und eröffnet den Bolschewiki vor Ort einen völlig anderen Kurs. Er will an die Macht.
Seine "April-Thesen", ein Konglomerat alter Thesen Trotzkis und der Bauernpartei, der "Sozialrevolutionäre", lauten: Es gibt keine "revolutionäre Vaterlandsverteidigung". Man muß sofort mittels der Räte die Macht ergreifen und die Provisorische Regierung entlarven.
Eine parlamentarische Republik kommt nicht in Frage, der Staat soll überhaupt - dies gegen die populären Anarchisten - abgeschafft,
das Volk muß bewaffnet werden. Der gesamte Grund und Boden aber wird erst einmal verstaatlicht und Bauernräten übergeben. "Einführung des Sozialismus" sei nicht "unsere unmittelbare Aufgabe", sondern nur der Übergang zur Kontrolle von Produktion und Verteilung.
Lenin verspricht dann auch: "Um eine Staatsmacht zu werden, müssen die klassenbewußten Arbeiter die Mehrheit für sich gewinnen. Solange den Massen gegenüber keine Gewalt angewendet wird, gibt es keinen anderen Weg zur Macht. Wir sind keine Anhänger der Machtergreifung durch eine Minderheit." Er log.
Viele Zuhörer jedenfalls meinten, Lenin habe sich vom Marxismus entfernt, einer rief: "Lenin hat soeben seine Kandidatur für einen Thron in Europa angemeldet, der 30 Jahre leer gestanden hat: Ich meine den Thron Bakunins."
Von einem Stubengelehrten und Kaffeehaus-Disputanten in der Emigration wandelt sich Lenin ganz rasch zum begnadeten Demagogen. Nur er merkt, was das russische Volk will, und er verspricht es: Frieden (statt Weltrevolution oder Sturz des Kaisers), den Bauern den Boden (den er ihnen bald wieder abnehmen möchte), den Arbeitern die Fabriken (die er ihnen sofort abnimmt) und den Nationalitäten des Vielvölkerstaats die Selbstbestimmung (was er gleichfalls bald korrigieren wird).
Das deutsche Geld gestattet Massenauflagen der Prawda und weiterer Propagandamittel sowie kräftigen Sold für eine "Rote Garde" als Bürgerkriegstruppe.
Nach drei Monaten scheitert dennoch ein Putschversuch der Anhänger Lenins, seine Finanzquellen werden offenbart, er selbst muß sich vor der Verhaftung als "deutscher Spion" nach Finnland in Sicherheit bringen. (Nach dem August-Putsch seiner letzten Anhänger 1991 eröffnete das Moskauer Lenin-Museum eine Ausstellung: "War Lenin ein deutscher Spion?" Grundaussage: Nein.)
Lenin nutzte die Illegalität, um sich darüber klarzuwerden, wie er die Macht anwenden, wie er Rußlands Industrialisierung organisieren wird. Seine Muster holte er sich von den Deutschen, jedoch nicht von Marx und Engels.
Schon im Exil drei Monate zuvor war er zu der Erkenntnis gelangt: "Die ganze Agitation für den Sozialismus muß aus einer abstrakten und allgemeinen zu einer konkreten unmittelbar praktischen umgestaltet werden: Macht, was die 'Wumba' in Deutschland macht!"
Wumba, "Waffen- und Munitionsbeschaffungsamt", hieß im Ersten Weltkrieg die Zentralbehörde für die Rüstungsproduktion des kaiserlichen Deutschland. Sie residierte im Berliner Cumberland-Haus am Kurfürstendamm - Vorbild nun für das künftige Staatsplankomitee "Gosplan", die omnipotente Zentrale der sowjetischen Planwirtschaft.
Im Sommer 1917, auf der Flucht, ortet Lenin in "Staat und Revolution" ein noch umfassenderes staatskapitalistisches Vorbild:
Ein geistreicher deutscher Sozialdemokrat der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts (es war der Marx-Briefpartner Wilhelm Bracke - Red.) bezeichnete die Post als Muster sozialistischer Wirtschaft ... Unser nächstes Ziel ist, die ganze Volkswirtschaft nach dem Vorbild der Post zu organisieren. Weiter, nun schon die Vision eines Orwell-Staats:
Die ganze Gesellschaft wird ein Büro und eine Fabrik mit gleicher Arbeit und gleichem Lohn sein. ... Alle Bürger werden Angestellte und Arbeiter eines das gesamte Volk umfassenden Staats-"Syndikats".
Gleichzeitig kündigte Lenin in seiner Schrift "Die drohende Katastrophe und wie man sie bekämpfen soll" für den Fall einer bolschewistischen Regierungsübernahme die allgemeine Arbeitspflicht an, wie sie Deutschlands faktischer Diktator General Erich Ludendorff eingeführt hatte.
Das sei ein "staatsmonopolistischer Kriegskapitalismus" in Deutschland, ein "Militärzuchthaus für Arbeiter, ein militärischer Schutz für die Profite der Kapitalisten", schrieb Lenin - und verlangte die Übertragung dieses Systems auf Rußland, weil es "in einem wirklich revolutionär-demokratischen Staate unweigerlich einen Schritt, ja Schritte zum Sozialismus bedeutet!" Lenins Nachfolger behaupteten sogar, das sei der Sozialismus.
Aus seinem Versteck drängte Lenin seine Genossen in Petrograd zum Putsch: Die Provisorische Regierung der Sozialdemokraten bereitete eine Offensive gegen die Deutschen vor, und gerade das zu verhindern war Lenins Anteil am Teufelspakt mit der deutschen Regierung.
Die Genossen zauderten, aber Trotzki, der sich den Bolschewiki angeschlossen hatte, organisierte den Sturz Kerenskis. Den Tag der Revolte legte er auf seinen Geburtstag.
Im Laufe dieses 25. Oktober 1917 besetzten Rotgardisten und Matrosen die Petrograder Brücken und das Haupttelegrafenamt; abends gab ein blinder Schuß des Kreuzers "Aurora" das Signal, über eine Hintertreppe den Regierungssitz, das ehemalige Winterpalais, zu erobern. Die Verteidiger, Offiziersschüler und eine Frauenkompanie, leisteten kaum Widerstand; es kam zu Vergewaltigungen, eine Fensterscheibe ging zu Bruch, Putz bröckelte. Die Minister wurden verhaftet, Kerenski konnte fliehen. Insgesamt kostete die "Große Sozialistische Oktoberrevolution" sechs Tote. Die meisten Petrograder Einwohner hatten von dem Staatsstreich nichts bemerkt, die Straßenbahnen verkehrten weiter, im Marientheater (später: Kirow-Theater) sang Fjodor Schaljapin in der Oper "Don Carlos".
Da tauchte auch Lenin auf. Der Putsch der Bolschewiki sollte die in derselben Nacht tagenden Delegierten des Allrussischen Rätekongresses einschüchtern, in dem Lenins Anhänger keine Mehrheit hatten. Sozialrevolutionäre und Sozialdemokraten verließen unter Protest den Saal. Jetzt waren Lenins Anhänger in der Überzahl, Trotzki schickte pathetisch (und irrig) die weichenden Sozis "auf den Kehricht der Geschichte". Am nächsten Tag sendet das Berliner AA den Siegern weitere 15 Millionen Mark.
Bis dahin, seit der Februar-Revolution, war Rußland laut Lenin "von allen kriegführenden Ländern das freieste Land der Welt". Das war nun vorbei. Zwei Wochen später fanden die lange vorbereiteten, von Generationen russischer Revolutionäre ersehnten Wahlen zur konstituierenden Nationalversammlung statt. Die Kommunisten Lenins erreichten nur 23,9 Prozent der Stimmen.
Lenin ließ das erste und bislang noch immer einzige wirklich frei gewählte Parlament Rußlands nach seiner ersten Sitzung auseinanderjagen. Der Kommandeur einer Matrosenwache, Schelesnjakow, eröffnete den Abgeordneten lässig: "Die Wache ist müde." Am nächsten Morgen wurden die Volksvertreter nicht mehr in den Saal gelassen. Das war, erkennt heute die Iswestja freimütig, der "Abbruch des parlamentarischen Weges zur Entwicklung der Demokratie".
Alle anderen Parteien wurden verboten, fast alle ihre Führer verhaftet. "Unsere Partei erstrebt wie jede andere Partei die politische Herrschaft für sich", lautete Lenins Maxime.
Alle Zeitungen wurden verboten, außer denen der Lenin-Partei, in deren Redaktionen für die folgenden 70 Jahre Zensoren einzogen. "Der Charakter der zensierten Presse ist das charakterlose Unwesen der Unfreiheit, sie ist ein zivilisiertes Ungeheuer, eine parfümierte Mißgeburt", hatte der Redakteur Karl Marx 1842 geschrieben. Und:
Die Regierung hört nur ihre eigene Stimme, sie weiß, daß sie nur ihre eigene Stimme hört und fixiert sich dennoch in der Täuschung, die Volksstimme zu hören, und verlangt ebenso vom Volke, daß es sich diese Täuschung fixiere ... Indem das Volk freie Schriften als gesetzlos betrachten muß, so gewöhnt es sich, das Gesetzlose als frei, die Freiheit als gesetzlos und das Gesetzliche als das Unfreie zu betrachten. So tötet die Zensur den Staatsgeist.
Sämtliche Betriebe wurden verstaatlicht (die Versorgung brach sogleich zusammen), womit Lenin weniger die Kapitalisten enteignete als die Arbeiter, die ihre Fabriken in eigene Regie genommen hatten. Er ließ auch 50 Millionen Hektar Boden konfiszieren und die ersten 5000 Staatsgüter sowie 6000 Kolchosen darauf errichten.
Lenin scheute sich nicht, sein Werk beim Namen zu nennen: "Könnten wir in Rußland binnen kurzer Zeit den Staatskapitalismus verwirklichen, so wäre das ein Sieg."
Er meinte, "jeder, der nicht den Verstand verloren und sich nicht den Kopf vollgestopft hat mit Bruchstücken von Bücherwahrheiten", werde sagen müssen, "daß der Staatskapitalismus für uns eine Rettung wäre".
Bei den lästigen Bücherwahrheiten handelte es sich um den Marxismus. "Der moderne Staat, wie auch seine Form, ist eine wesentlich kapitalistische Maschine, Staat der Kapitalisten, der ideelle Gesamtkapitalist", hatte Engels in seiner "Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft" gelehrt.
Eine Verstaatlichung der Eisenbahn oder Preußens Königlicher Porzellanmanufaktur seien "keineswegs sozialistische Schritte, direkt
oder indirekt, bewußt oder unbewußt", so Engels. Sonst wären sozialistische Einrichtungen ja auch der Kompanieschneider beim Militär oder gar die "von einem Schlaumeier vorgeschlagene Verstaatlichung der Bordelle".
Ohne die Fachleute aus dem Bürgertum, ohne die alten Kader des Zaren ließ sich das Land aber doch nicht aufbauen. Lenins Intellektuelle hatten keine Ahnung von Administration. Ohne die alten zaristischen Offiziere kam auch die neue Rote Armee des Volkskommissars Trotzki nicht aus.
Nach einer Enquete von 1918 blieben 89 Prozent der leitenden Beamten des Finanzministeriums auf ihren Posten, die Mehrheit ihrer Kollegen vom Zaren-Ministerium für Staatskontrolle arbeitete in derselben Position weiter in Lenins Volkskommissariat für Staatskontrolle.
Wesentliche Teile der zaristischen Polizei, der Gerichts- und Strafvollzugsbehörden setzten unter den Bolschewiki ihre Tätigkeit fort; die Insassen der Gefängnisse wechselten, die Gefängnisdirektoren jedoch nicht. Das Führungspersonal der Roten Armee stammte zu 41 Prozent aus dem Kommando der Zarenzeit.
Die bürgerlichen Könner aber, so behauptete Lenin, verlangten bessere Gehälter. "Wir mußten uns mit einer sehr hohen Bezahlung der Dienste der bedeutendsten bürgerlichen Spezialisten einverstanden erklären", teilte Lenin ein halbes Jahr nach
seinem Machtantritt mit. Vorher hatte er als wichtigste revolutionäre Maßregel versprochen, "daß alle beamteten Personen ein den durchschnittlichen Arbeiterlohn nicht übersteigendes Gehalt beziehen" würden.
Jetzt hatten die Parteigenossen das Argument, nicht schlechter gestellt zu sein als die angeblich hochbezahlten bürgerlichen Spezialisten. Während der Petrograder Hungersnot des Jahres 1918 - pro Kopf und Tag gab es knapp 125 Gramm Brot und gelegentlich ein Stück Hering oder Trockenfisch - überlegten die Parteimitglieder des Wyborger Stadtbezirks, ob nicht ein besonderes Restaurant für Kommunisten eröffnet werden könne, mit besserer Verpflegung.
Eine Minderheit meinte, Parteiaktivisten sollten ebenso hungern wie die einfachen Arbeiter. Man bat Lenin um eine Entscheidung.
Er erklärte, körperliche Erschöpfung der Kommunisten mache die Arbeiterklasse führungslos, heroische Selbstaufopferung sei übertrieben, die Parteimitglieder brauchten Sonderverpflegung.
Ein Restaurant wurde eröffnet, ein Privilegiensystem mit Sonderläden und Sonderzuteilungen, Krankenhäusern und Wohnsiedlungen nur für Genossen begründet. Sich selbst reservierte Lenin einen Rolls-Royce und das Landschloß des früheren Stadtkommandanten im Dorf Gorki nahe Moskau. Für Winterfahrten dorthin diente ihm ein eigens konstruierter Pkw mit Raupenketten.
Klassenunterschiede kehrten wieder, die Herrschaft der neuen Klasse war etabliert. Kollektiv war sie einziger Eigentümer aller
Produktionsmittel, "wirklicher Gesamtkapitalist"; die nunmehr errungenen Pfründen begründeten ihr Klasseninteresse an der eigenen Monopolgewalt: der Genuß der Macht und ihrer einträglichen Insignien.
Ihrer Organisation, der Kommunistischen Partei, gehörte der Staat, dieser verfügte fortan als Monopolist über Fabriken und Maschinen, Rohstoffe und Verkehrswege, Läden und Wohnungen, Grund und Boden. Die Führungsspitze entschied allein über die Verteilung des Sozialprodukts, setzte Preise und Löhne fest, kassierte Mieten, Steuern und Gewinne der Betriebe. Sie beschloß, was produziert wurde - Kanonen oder Butter -, wer Ingenieur oder Hilfsarbeiter wurde, wer reisen durfte und welches Buch erschien. Gegen Lenins Parteidiktatur, für eine "Befreiung vom kommunistischen Joch", erhoben sich nach drei Jahren allerorts die hungernden Bauern, die Leningrader Arbeiter streikten, die Matrosen von Kronstadt proklamierten "Alle Macht den Räten, nicht den Parteien".
Trotzkis Rote Armee, mit den Parteitagsdelegierten als Avantgarde, vernichtete die Rebellen und damit die letzte sozialistische Erhebung. Dies war die historische Wende. Was folgte, ist der Geschichte des Sozialismus als einer Arbeiterbewegung nicht mehr zuzurechnen.
Auch innerhalb der eigenen Partei ließ Lenin nun Demokratie nicht mehr zu und untersagte jegliche Bildung unterschiedlicher Gruppierungen ("Fraktionen").
Immerhin übernahm er 1922 mit der "Neuen Ökonomischen Politik" das Wirtschaftsprogramm seiner längst verhafteten oder erschossenen sozialdemokratischen Gegner und ließ wieder ein wenig Marktwirtschaft zu, Gewerbefreiheit und ausländische Investitionen. Der erste große Staat, der Sowjetrußland diplomatisch anerkannte - am Rande der Weltwirtschaftskonferenz von Genua, im Kurort Rapallo -, war Deutschland.
Zugleich betonte Lenin, es sei "unsere Aufgabe, den Staatskapitalismus der Deutschen zu erlernen, ihn aus aller Kraft zu übernehmen, keine diktatorischen Methoden zu scheuen, um diese Übertragung der westlichen Kultur auf das barbarische Rußland zu beschleunigen, ohne dabei vor barbarischen Methoden des Kampfes gegen die Barbarei zurückzuscheuen".
Warum die deutsche Methode? "Gerade das braucht die Russische Sozialistische Sowjetrepublik, damit sie aufhöre, armselig und ohnmächtig zu sein, damit sie ein für allemal reich und mächtig werde."
Reichtum und Macht für Rußland also, keine Erwähnung des Endes der Entfremdung oder der Abhängigkeit der Lohnarbeiter, nichts von Erlösung der durch den Kapitalismus Ausgebeuteten.
Brachten die Kommunisten dann wenigstens das Land rascher voran als der altmodische Zar mit seiner Bürokratie? In den fünf Jahren seiner Amtszeit warf der von Lenin angezettelte Bürgerkrieg mit der Rückeroberung der Kolonien des Zaren das Land weit zurück.
Legte er zumindest die Grundlagen für einen späteren Aufstieg? Der Viehbestand von 1914 wurde erst unter Chruschtschow wieder erreicht. Auf der Weltrangliste der Industrieproduktion stand Rußland, das soviel Stahl herstellte wie Frankreich, vor dem Ersten Weltkrieg an fünfter Stelle - wo es sich wiederfinden mag, wenn Lenins Nachlaßpfleger erst die Bücher offenlegen.
"Man muß verstehen, daß Lenin kein allmächtiger Zauberer, sondern ein kaltblütiger Gaukler ist, der sich weder um die Ehre noch um das Leben des Proletariats kümmert", schrieb nach dem Oktober-Putsch Lenins früherer Freund Maxim Gorki, ehe auch er dem Pfründensystem anheimfiel. "Die Arbeiter dürfen Abenteurern und Wahnsinnigen nicht erlauben, schädliche, sinnlose und blutige Verbrechen auf das Haupt des Proletariats zu wälzen, für die nicht Lenin, sondern das Proletariat selbst bezahlen wird."
Andere Intellektuelle hingen weiterhin dem Traum von einer besseren Gesellschaft nach, sie sahen in dem gebildeten Utopisten Lenin einen der Ihren. Chagall und Kandinsky reihten sich ein in die Propagandafront, der weltmännische Volkskommissar Lunatscharski gewann Autoren, Theatermacher und Architekten, deren Weltruf darunter keinen Schaden nahm. Eine neue Welt ward angekündigt, die Schriftstellerin Alexandra Kollontai, die Lenin beim Transfer der deutschen Subventionen geholfen hatte, focht für die Befreiung der Liebe. Die Bolschewiki versprachen weiterhin ein Verschwinden der Staatsgewalt. Trotzki sagte schöne, größere, gesündere Menschen voraus.
All das übertünchte die Wahrheit der Kellergefängnisse und Arbeitslager, der alltäglichen Willkür in überfüllten Wohnungen und der Warteschlangen Hungernder.
Lenin hielt seine revolutionäre Gewalt auch für anwendbar "gegen die schwankenden und hemmungslosen Elemente der arbeitenden Massen selbst". Gegenüber den Sozialdemokraten, den Menschewiki, sei Erschießen das beste. Wenn sie sagten: "Die Revolution ist zu weit gegangen", solle man ihnen antworten: "Gestattet uns, euch dafür an die Wand zu stellen."
Seinen Exekutor Trotzki, nun Militärbefehlshaber, fragte er: "Können... nicht weitere 20 000 Petrograder Arbeiter mobilisiert werden, plus 10 000 Bourgeois, mit hinter ihnen aufgestellten Maschinengewehren, die ein paar hundert erschießen?"
Als die - nach blutigen Kämpfen - laut Vertrag "auf ewig" aus dem Reichsverband entlassenen baltischen Staaten antikommunistischen Soldaten Asyl gewährten, befahl Lenin: "Versuchen Sie, Lettland und Estland in militärischer Form zu bestrafen (zum Beispiel ein Stück über die Grenze gehen und 100 bis 1000 Beamte und Reiche aufhängen)."
Oder, Maßnahmen gegen das wieder verlorengegangene Polen: sich als antikommunistische Partisanen verkleiden und "Kulaken, Priester, Landbesitzer aufhängen. Prämie: 100 000 Rubel für jeden Gehenkten".
Das unmenschliche Gesicht des Lenin-Kommunismus ergibt sich aus Lenins Korrespondenz:
In Nischni wird offensichtlich ein weißgardistischer Aufstand vorbereitet. Alle Kräfte sind anzuspannen, ein Triumvirat von Diktatoren ist einzusetzen, der Massenterror ist sofort einzuführen; Hunderte von Prostituierten, die die Soldaten betrunken machen, ehemalige Offiziere und dergl. sind zu erschießen und abzutransportieren.
Und:
Bieten Sie sämtliche Kräfte auf, um die korrupten Beamten und Spekulanten von Astrachan zu erschießen. Man muß diesem Pack eine derartige Lehre erteilen ... Unsere Hauser sind übelst verdreckt ... Man soll zehnmal genauer und umfassender die verantwortlichen Personen angeben und sie erbarmungslos ins Gefängnis bringen.
An den Genossen Stalin in Charkow:
Drohen Sie mit Erschießung dieser Schlampe, die als Verantwortliche fürs Fernmeldewesen nicht in der Lage ist, Ihnen einen guten Verstärker zu geben und für das reibungslose Funktionieren der Telefonverbindungen mit mir zu sorgen.
Und:
Werte Genossen! Man kann und soll die Moskauer Bevölkerung mobilisieren und eine ausreichende Menge Holz (sagen wir, einen Kubikmeter pro erwachsenen Mann) per Hand aus dem Wald holen. Sollten keine heroischen Maßnahmen getroffen werden, so werde ich persönlich im Verteidigungsrat und im ZK nicht nur Verhaftungen, sondern auch Erschießungen vornehmen.
Das Erschießen betrieb er mit gerühmter Hartnäkkigkeit, beinahe wie ein Gesellschaftsspiel zu seiner persönlichen Entspannung. Seine Stasi, genauer: seine Securitate unter dem Massenmörder Felix Dserschinski, gehorchte. Binnen 18 Monaten meldete sie für Zentralrußland 8389 Erschießungen ohne Gerichtsurteil und 87 000 Verhaftungen. Ein Trauma hatte Lenin wohl derart verhärtet: die Hinrichtung seines älteren Bruders Alexander wegen eines Bombenattentats auf Zar Alexander III., als Lenin 17 Jahre alt war. Zu jener Zeit soll er Terror mit seiner Vorstellung von einem Revolutionär für unvereinbar gehalten haben. Später, als Promoter einer Verschwörerpartei zur Machteroberung, billigte Lenin Anschläge und Banküberfälle nach Art der Roten Armee Fraktion: "Grundsätzlich haben wir den Terror nie abgelehnt und können ihn nicht ablehnen." Seine Neigung, eine Hungersnot für seine politischen Ziele zu instrumentalisieren, soll er schon 1892 gezeigt haben, als an der Wolga 14 Millionen Menschen darbten und Epidemien sich ausbreiteten. Lenin riet seinen Freunden von Hilfsaktionen ab: "Die Hungersnot dient dem Fortschritt. Das Gerede über die Sättigung der Hungernden ist nur ein Ausdruck der saccharinsüßen Sentimentalität, die für unsere Intelligenzija so charakteristisch ist."
Er blieb dabei, als er selbst ein hungerndes Land regierte: "Mögen noch Tausende zugrunde gehen", schrieb er 1920 über die Lebensmittelrationierung, "das Land aber wird gerettet werden." Im Schweizer Exil hatte ihn 1908 sein Freund Wladimir Adoratski gefragt, was im Falle einer siegreichen Revolution mit Beamten des alten Regimes geschehen werde. Lenin: "Wir werden den Mann fragen: 'Wie stellst du dich zur Revolution? Bist du dafür, oder bist du dagegen?' Wenn er dagegen ist, werden wir ihn an die Wand stellen. Ist er dafür, so werden wir ihn willkommen heißen und ihn auffordern, mit uns zu arbeiten."
Ehefrau Nadeschda Krupskaja hatte zugehört und ließ die Skrupellosigkeit nicht durchgehen: "Ja, und ihr werdet selbstverständlich die wertvolleren Menschen erschießen, weil sie den Mut haben, zu ihrer Überzeugung zu stehen."
An die Macht gekommen, zürnte er über ein Dekret gläubiger Genossen, die ohne sein Wissen die Todesstrafe für Deserteure abgeschafft hatten: "Unsinn, wie kann man Revolutionen ohne Hinrichtungen machen? Glaubt ihr wirklich, daß wir siegen können, ohne zu dem grausamsten Terror zu greifen?" Ausbeuter und "Strolche" müsse man "unerbittlich ausrotten".
Hier kehrte sich der Dichter Maxim Gorki von Lenin ab (später paßte er sich devot Stalin an): "Lenin und seine Helfershelfer halten sich für berechtigt, alle Verbrechen zu begehen." Sie seien "bereits vom faulen Gift der Macht infiziert, davon zeugt schon ihre schändliche Einstellung zur Redefreiheit, zur Person und zu allen Rechten, für deren Sieg die Demokratie gekämpft hat ..."
Zu den Helfershelfern, angeführt von dem früheren Terroristen Josef Stalin, gehörte auch der späterhin als Stalin-Opfer verklärte Ideologe Nikolai Bucharin. In einem Buch nannte er 1920 Arbeitszwang und Erschießungen "eine Methode der Herausarbeitung der kommunistischen Menschheit aus dem menschlichen Stoff der kapitalistischen Epoche".
Bald proklamierte Lenin eine "Säuberung der russischen Erde von allen schädlichen Insekten, von den Flöhen - den Gaunern, von den Wanzen - den Reichen, und so weiter und so fort". Dazu zählte er auch "bürgerliche Intellektuelle" und "Arbeiter, die sich vor der Arbeit drücken" - nämlich Petrograder Schriftsetzer, die gegen die Diktatur der Bolschewiki in den Streik getreten waren.
Die Rezepte des Vertilgers: "Ins Gefängnis stecken", "Klosetts reinigen lassen", "nach Abbüßung ihrer Freiheitsstrafe gelbe Pässe aushändigen, damit das ganze Volk sie bis zu ihrer Besserung als schädliche Elemente überwache". Oder aber, "einen von zehn, die sich des Müßiggangs schuldig machen, auf der Stelle erschießen". Lenin führte in den Sprachschatz der Menschheit einen neuen Begriff samt der furchtbaren Realität ein: KZ. Anläßlich eines Bauernaufstands telegrafierte er am 9. August 1918: "Man muß schonungslos Massenterror anwenden, verdächtige Personen in ein Konzentrierungslager außerhalb der Stadt einsperren." Auf russisch heißt es "Konzentrazionny lager", das Wort ging in die russische Amtssprache ein, dann in die deutsche.
Das auch im Westen weitverbreitete Bild von Lenin, dem Menschenfreund, ist nicht zu halten; er war der Begründer des ersten totalen Staates im 20. Jahrhundert und ein Zyniker der Macht. Als sich die Volkskommissarin Angelica Balabanoff über einen Geheimpolizisten beschwerte, der unterderhand Reisepässe verkaufte und seine Kunden dann erschießen ließ, antwortete Lenin: "Genossin Balabanoff, wann werden Sie endlich beginnen, das Leben zu verstehen?"
Am 30. August 1918 schoß die Sozialrevolutionärin Fanni Kaplan, die ihm die Parlamentsauflösung und den Friedensschluß mit Kaiser-Deutschland verargte, auf Lenin und verwundete ihn. Sie wurde gefoltert und dann im Kreml erschossen. Für die fremde Tat büßten sofort auch 500 "Geiseln" in Petrograd mit dem Tod.
Das Dekret "Über den Roten Terror" erging, aufgrund dessen jeden Tag Hunderte im ganzen Land getötet wurden, zwecks Abschreckung druckte die Presse die Hinrichtungslisten.
Kritik seiner Genossen an der Mordwelle tat Lenin als "Spießergerede" ab. "Erschießen - das ist das A und O der kommunistischen Regierungsweisheit geworden", resümierte 1919 der sozialdemokratische Theoretiker Karl Kautsky, der einmal Lenins Ideengeber gewesen war.
Auch nach der Mäßigung der Wirtschaftsdiktatur durch die "Neue Ökonomische Politik" (NÖP) 1922 forderte Lenin gegen "Mißbräuche" der kleinen Handelsfreiheit eine gesteigerte "Säuberung mit Mitteln des Terrors". Und weiter: "Man sollte jedes Mitglied des Volkskommissariats für Justiz nach seinen Leistungen einschätzen, nachdem die Frage beantwortet ist: Für wie viele Kaufleute hast du wegen Mißbrauchs der NÖP die Erschießung durchgesetzt?"
Lenin veranstaltete seinen ersten Schauprozeß, gegen einige Sozialrevolutionäre, die ihm im Oktober 1917 beigestanden hatten. "Wenn unser Führer und Gründer tatsächlich zu irgend etwas das Fundament gelegt hat, dann ist es die Erhebung der massenhaften Gewalt und des Terrors zum Prinzip der Staatspolitik", schleuderte zwei Generationen später auf dem Volkskongreß im Kreml der Historiker Jurij Afanasjew dem vor der Mauer beigesetzten Toten entgegen. Dieser Staatsterrorismus konnte nur mit Hilfe der Denunziation funktionieren. Als sich der Arbeiter Bulatow direkt bei Lenin über den Stadtsowjet von Nowgorod beschwerte, ließen die lokalen Behörden den Beschwerdeführer verhaften. Lenin befahl, den gesamten örtlichen Sowjet und alle Geheimpolizisten von Nowgorod zu erschießen.
Das war mehr als Abschrekkung, fast schon Blutrausch. Für die Zeit von Dezember 1917 bis Februar 1922, also in Lenins aktiver Regierungszeit, lassen sich mindestens 280 000 Opfer schätzen, die Hälfte förmlich exekutiert, die anderen bei der Unterdrückung von Aufständen getötet.
Was trieb Lenin, den Träumer von einer Welt ohne Gewalt, Staat, Geld, Lohnarbeit, vom Paradies auf Erden, zu solchem Tun - die Verzweiflung des Scheiternden? War er im Grunde doch irgendwo ein Abenteurer, wie Gorki vermutete, auf seine Weise froh, der Langeweile der Provinz und des Exils entflohen zu sein?
Vor den Versuchungen der Macht müßte ihn eigentlich seine Intelligenz bewahrt haben; er las die meiste Zeit seines Lebens
und kannte sich auch in abseitigen Wissensgebieten aus. Er besaß, ungewöhnlich für einen Tyrannen, Humor. Er kannte die Hauptstädte Westeuropas, konnte sich in mehreren Sprachen unterhalten und schrieb oft auf deutsch - ein Mann des aufgeklärten 19. Jahrhunderts. Adliger in der altrussischen Rangordnung, Kleinbürger in seiner privaten Moral, war er, anders als Stalin, im Grunde ein Weltmann.
Marxist zu sein gab er nur vor, die großen Sozialisten seiner Zeit distanzierten sich von ihm. Die behauptete proletarische Zielsetzung konnte die Mittel um so weniger rechtfertigen, als Lenin auch die Arbeiter jeglicher Rechte beraubte, sogar ihrer Gewerkschaften. Wollte er nur das vom Zarismus in seiner Entwicklung gebremste Rußland modernisieren, gar zur Weltmacht führen - so daß die hehre Weltrevolution lediglich der Vorwand eines raffinierten Großrussen war?
Als er bekanntgab, Wladiwostok ("Beherrsche den Osten") sei den Japanern wieder entrissen worden, fügte er im Stil eines gestandenen Imperialisten hinzu: "Niemals werden wir eine einzige Eroberung, die wir gemacht haben, wieder herausgeben!"
Empfohlen hatte sich der Revolutionär auch in dieser Hinsicht ganz anders - er proklamierte das bis dahin in der internationalen Politik noch nicht anerkannte Selbstbestimmungsrecht, noch vor dem US-Präsidenten Woodrow Wilson: "Nie kann ein Volk, das andere unterdrückt, frei sein."
Als Machtinhaber aber unternahm er es, fast alle Länder, die sich mit dem Zerfall des Russischen Reiches 1917 im Vertrauen auf Lenins Parole für selbständig erklärt hatten, zurückzuerobern. So schickte er die Rote Armee nach Estland, Lettland und Litauen, die sich indes mit britischer und deutscher Hilfe so lange verteidigten, bis Lenin zu Friedensverträgen bereit war. An Polen scheiterte er, Finnland gab er frei, vielleicht weil es ihm vor dem Oktober 1917 Asyl geboten hatte. Doch mit Gewalt holte er die Ukraine, Sibirien und die erst im vorigen Jahrhundert annektierten Moslemgebiete Mittelasiens zurück, dann die sozialdemokratische Republik Georgien, auch Armenien und Aserbaidschan.
Bei den Nationalitätenproblemen verließ er sich auf Stalin als seinen Experten. Lenin gab ihm die Maxime mit: "Kein einziger Marxist kann bestreiten, daß die Interessen des Sozialismus höher stehen als die Interessen des Selbstbestimmungsrechts der Völker", also die
Interessen der Partei, also der Wille des Diktators. Die Breschnew-Doktrin, die dasselbe aussagte, führte nur Lenins Linie fort.
Vor allem der Nationalitäten-Volkskommissar Stalin sah in Lenins These einen Freibrief, jenen nichtrussischen, "fremdstämmigen" Nationalitäten, die im Rußland des Zaren 57 Prozent der Bevölkerung ausmachten, eine selbständige staatliche Existenz zu versagen. Er zwang sie schon zu Lenins Lebzeiten in eine "Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken" als einem zentralen Einheitsstaat unter russischem Primat - jetzt gegen die Warnung Lenins, der sich eine Föderation wünschte.
Stalin machte auf seine Weise den Vielvölkerstaat beherrschbar: Die latenten Konflikte zwischen den Nationalitäten wurden unterdrückt, die Siedlungsgebiete möglichst durchmischt, die Probleme derart konserviert.
Die Moslem-Agglomeration in Mittelasien teilte er bald in fünf künstliche Republiken auf, der größten, Kasachstan, schlug er dabei eine nichtkasachisehe Bevölkerungsmehrheit zu. Den Juden schenkte der Sowjetführer Stalin ein Reservat im fernsten Osten, ganze Völkerschaften aus dem Kaukasus und der Krim sowie die Deutschen von der Wolga und aus der Ukraine ließ er nach Sibirien und Mittelasien deportieren, als insgesamt konterrevolutionäre Völker (das schreckliche Engels-Verdikt nahm unter Gorbatschow die Stalinistin Nina Andrejewa wieder auf, gegen Balten und Georgier gerichtet). Bald die Hälfte seiner Untertanen waren keine Russen, aber allen erlegte er die russische Verkehrssprache samt kyrillischem Alphabet auf.
Lenin erlebte noch, wie Stalin georgische Nationalkommunisten, Landsleute und Genossen also, erschießen ließ. "Ihr Söhne von Eseln" redete Stalin das Parteikomitee von Tiflis an, "ihr werdet diesem Georgien die Flügel stutzen müssen. Laßt das Blut der Kleinbürger fließen, bis sie ihren Widerstand endgültig aufgeben. Spießt sie auf. Reißt sie in Stücke!"
Lenin zeigte sich zornig und fand die Sache einen Witz wert: Gegen diesen großrussischen Chauvinismus werde er sich wenden, sobald er seine Zahnschmerzen los sei.
Am Ende seines Lebens befielen den Gründer Sowjetrußlands dann doch Zweifel: "Es scheint, ich habe mich vor den Arbeitern Rußlands sehr schuldig gemacht." Als Schuldigen benannte er die zaristische Bürokratie, die er "gänzlich" übernommen habe. An Trotzki schrieb Lenin: "Wir können kaputtgehen ... Wir kommen zu spät."
Im den Namen dieses Mannes rankte sich fortan ein Personenkult, wie er byzantinischer nicht sein könnte. Lenin wurde der
Exquisit-Heilige aller kommunistischen Staaten, an dem keinerlei Fehl war, gefeit gegen jede Kritik - bis zum Jahr 1990, als die Lenin-Denkmäler stürzten.
Dabei lautete schon 1922 eine Bilanz der Schweizer Politischen Rundschau: "Lenin hat die moderne gesellschaftliche Theorie angewandt und ist, indem er die letzte Konsequenz aus ihr zog, zu ihrem geschichtlichen Vollstrecker und zugleich Totengräber geworden. Die Nachfolger Lenins werden von seiner Machtfülle nur so viel erben, als auf den Spitzen der Bajonette ihrer Soldaten ruht."
Wer war der richtige Mann, Lenins Diktatur, seinen Staatsmonopolismus und seinen Revanchismus fortzusetzen? Sinowjew und Kamenew, den Parteisekretären von Petrograd und Moskau, mißtraute er, weil sie sich 1917 gegen die Machtergreifung gewehrt und den Putschplan öffentlich bekanntgemacht hatten. Bucharin, dem "Liebling der Partei" und deren führendem Ökonomen und Ideologen, warf Lenin ungenügende Kenntnis des Marxismus vor. Trotzki, so warnte Lenin in seinem politischen Testament ("Brief an den Parteitag"), zeige ein "Übermaß an Selbstbewußtsein" und neige zu "rein administrativen Maßnahmen".
In dem Georgier Stalin hatte Lenin einen russischen Nationalisten mit angemessener Brutalität erkannt, bei dem er sich um die Bewahrung seines Lebenswerks kaum hätte zu sorgen brauchen - der Terror würde perpetuiert, das war gewiß, wenn auch sicher auf die Parteimitglieder ausgedehnt.
Lenin hatte Stalin zum Generalsekretär berufen. Am 24. Dezember 1922, nach seinem zweiten Schlaganfall, bemerkte er vorsichtig, Stalin habe "eine unermeßliche Macht in seinen Händen konzentriert" - was durchaus Lenins Konzept war -, "und ich bin nicht überzeugt, daß er es immer verstehen wird, von dieser Macht vorsichtig genug Gebrauch zu machen."
Das geschah noch zu Lebzeiten Lenins. Per Politbüro-Beschluß hatte Stalin den kranken Gründungsvater unter Hausarrest stellen und von allen Informationen abschneiden lassen. Er fürchtete Lenins politisches Vermächtnis, Frau Krupskaja informierte ihren Mann.
Stalin: "Die kleinste Aufregung kann zur Katastrophe führen. Sie können hier nicht einfach Schicksal der Partei spielen ... Lenins Gesundheit ist nicht Ihr Familienkapital. Das ist das Kapital der ganzen Partei."
Nadeschda Krupskaja: "Eine Frau weiß besser ..." Stalin: "Mit dem Führer zu schlafen bedeutet nicht, den Führer zu kennen."
Am 4. Januar 1923 ergänzte Lenin sein Urteil über Stalin: Er sei "zu grob" - was unter Genossen durchaus erträglich sei, nicht aber im Amt des Generalsekretärs. "Deshalb schlage ich den Genossen vor, sich zu überlegen, wie man Stalin ablösen könnte." An seine Stelle solle jemand treten mit denselben Qualitäten wie Stalin, doch zuzüglich Toleranz und Höflichkeit, das könnte "entscheidende Bedeutung erlangen".
Nein, Stalins Mangel an Umgangsformen war es nicht, der Rußland auf den Irrweg führte, zur Weltmacht und wieder in den Niedergang. Er war schon der würdige Nachfolger des auch nicht gerade toleranten und höflichen Lenin, dieser Josef Dschugaschwili, der unter dem Namen "Der Stählerne" in die Welt- und Kriminalgeschichte einging.
Lenin (M.), Kampfgenossen in Petersburg (1897)*: "Erschießen ist das A und O aller Regierungsweisheit"
Sozialist Lassalle Für Säuberung der Partei
Lenin in Petrograd (Gemälde): Vom Stubengelehrten zum Demagogen
Beisetzung von Opfern der Februarrevolution: Gute Aussicht auf Sieg
Petrograder Soldaten vor dem Sturm auf das Winterpalais (1917): "In Rußland größtmögliches Chaos schaffen"
Kriegskommissar Trotzki (1922) Oktober-Revolte am Geburtstag
Meuternde Matrosen des Kreuzers "Otschakow" in Sewastopol (1921): Letzte sozialistische Erhebung
Lenin, Ehefrau Nadeschda Krupskaja (1922) "Ihr werdet die wertvolleren Menschen erschießen"
Lenin, Schüler Stalin: "Zu grob"
* Rechts sitzend: Menschewik Martow.

SPIEGEL SPECIAL 4/1991
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


SPIEGEL SPECIAL 4/1991
Titelbild
Abo-Angebote

Sichern Sie sich weitere SPIEGEL-Titel im Abo zum Vorteilspreis!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

  • Fall Lübcke: Stephan Ernst legt Geständnis ab
  • Sizilien: Großbrand zerstört Dutzende Autos am Strandparkplatz
  • Der Mordfall Lübcke: Spurensuche im braunen Netzwerk
  • Hitze in Deutschland: Hier kommt die virtuelle Abkühlung