01.03.1991

Tödliche Cannelloni

Glen Baxter: "Die Billardtisch-Morde". Insel Verlag, Frankfurt/Main und Leipzig; 256 Seiten; 24 Mark.
Gladys Babbington Morton, obgleich noch im schulpflichtigen Alter, pflegt Menschen dorthin zu befördern, wo sie ihrer Meinung nach hingehören, nämlich in die Grube. Nach ihrem dritten Mord, begangen unter Zuhilfenahme eines Billardtisches, ist Detective Inspector Trubcock von Scotland Yard ebenso ratlos wie der Leser - aber das macht nichts, denn der Autor der skurrilen Bildergeschichte ist der englische Zeichner Glen Baxter, ein Großmeister des gescheiten Nonsense. Vier Jahre lang hat Baxter, dessen gezeichnete Storys mit Comics soviel zu tun haben wie ein Empfehlungsschreiben mit einem Steckbrief, an seinem jüngsten Mysterywerk gearbeitet. Heraus kam ein im Stil alter Kriminaljournale gezeichnetes Kompendium des Aberwitzes. Selten sind Menschen auf so komische Art aus dem Leben getreten: Lucy Mather beispielsweise explodiert auf dem Tennisplatz, Sir Roderick macht eine riesige Cannelloni den Garaus, während der netten Mrs. Puttcock ein Krocketschläger letal in den Nacken fliegt.
Henry Glass
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SEIN VERDACHT BESTÄTIGTE SICH, ALS ER IN DEN RHODODENDRONBÜSCHEN ÜBER EIN STÜCK CANNELLONI STOLPERTE.
Baxter-Zeichnung: Kompendium des Aberwitzes

SPIEGEL SPECIAL 3/1991
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