01.01.1998

Just do it?

Nichts gegen das Wort "Allah" auf Mützen oder T-Shirts. Was aber, wenn der Name Gottes auf einem Schuh erscheint? 1,2 Millionen Exemplaren des Modells "Air Bakin" für Basketballer verpaßte der Sportwaren-Hersteller Nike flammende arabische Schriftzeichen. Muslime erkannten darin den Namen ihres Gottes und fühlten sich beleidigt; Amerikas "Council on American-Islamic Relations" (CAIR) forderte, der Schuh müsse vom Markt.
Kein Grund zur Aufregung, erklärte Nike, die Schrift sollte nicht "Allah", sondern "Air" bedeuten.
Doch die Muslime waren so nicht zu besänftigen. Hakeem Olajuwan, aus Nigeria stammender Basketball-Star der Houston Rockets, schrieb an das Unternehmen. CAIR drohte, in der islamischen Welt einen Boykott gegen alle Nike-Produkte zu organisieren.
Da lenkte das Unternehmen ein: Nike entschuldigte sich bei den Muslimen und verpflichtete sich, den anstößigen Schuh nicht mehr zu verkaufen. Der Sportwarenhersteller will islamischen Schulen in den USA eine generöse Spende überweisen.
Hans Hielscher
Von Hans Hielscher

SPIEGEL SPECIAL 1/1998
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