22.05.2007

AUFBRUCH UND ABSTURZLAND DER FINSTERNIS

Der rohstoffreiche Kongo wurde von den Belgiern brutal ausgebeutet, von Diktator Mobutu geschändet, versank dann im Krieg. Gibt es jetzt Hoffnung für das Katastrophenreich?
LUBUMBASHI, APRIL 1977, STAATSGEFÄNGNIS FÜR
SPIONE UND ANDERE SCHWERE FÄLLE
Allmählich wird es Routine - und verliert doch nichts von seinem Schrecken. Joseph foltert. Joseph vom Stamm der Lulua mit dem Kinderlachen, den wir anfangs für den sanftmütigsten unserer Bewacher gehalten haben, Joseph, der Ausbund an Höflichkeit, der mit seiner Samtstimme immer säuselt, wenn im Verhörzimmer das Telefon läutet: "A qui ai-je l'honneur?" Nun also, nachmittags um fünf, haben wieder die Ehre: 17 angolanische Gefangene, wie wir von der kongolesischen Staatsmacht festgehalten und der Spionage beschuldigt, in zwei kleinen Zellen zusammengepfercht.
Gequält wird auf dem Hof, sichtbar jenseits der Gitterstäbe, vor allem aber unüberhörbar. Joseph, der Lustfolterer, macht nicht Schluss, bis jeder Häftling schmerzverzerrt vor ihm kniet, die Finger im Schraubstock. Jeder, außer dem französischen Fotografen Régis Bossu und mir. Wir Weißen werden von der Folter ausgenommen, vorläufig. Man wartet in unserem Fall offensichtlich auf Anweisungen aus der Hauptstadt Kinshasa, vom "Big Man", dem Präsidenten Mobutu.
Es ist Krieg, Stellvertreterkrieg. USA-Freund Mobutu kämpft gegen die von Moskau bewaffneten und von DDR-Geheimdienstlern beratenen Angolaner, besonders erbittert und blutig hier in der rohstoffreichen Südprovinz Shaba. Manchmal droht Mwenza, unser Vernehmungsoffizier. Etwa, indem er eine Pistole aus dem Schreibtisch holt, die baldige Exekution ankündigt. Oder von einem Erschießungskommando im Sportstadion spricht, sollte die Front noch näher rücken. So geht das 15 lange Tage und Nächte, in denen wir vergebens Nachrichten nach draußen zu schmuggeln versuchen, wahnsinnige Ausbruchspläne hecken und ein Mühlespiel basteln. Und uns schwören: Wenn es so weit ist und sie uns mit Waffengewalt abholen, gehen wir gemeinsam. Dann kommt die Trennung - aber die der Weißen von den Angolanern. Hoffnung für uns, bedrückender Abschied von den zurückbleibenden, wohl todgeweihten Angolanern. Flug in einer Militärmaschine nach Kinshasa. In der Hauptstadt ein kurzer, live fürs Staatsfernsehen mitgedrehter Schauprozess. Man habe uns der Feind-Spionage überführt, die Todesstrafe sei verdient. Doch dank der unermesslichen Gnade des Präsidenten würden wir "nur" ausgewiesen. Ende des Alptraums. Fahrt zum Flughafen. Ein letzter Blick zurück aus dem Fenster auf die dunklen Tropenwälder, die Biegung des großen Flusses, das Herz der Finsternis. Nie mehr Zaire, nie mehr Kongo - oder eines Tages vielleicht doch wieder, unter anderen Voraussetzungen, unter einer besonderen Bedingung?
KINSHASA, FEBRUAR 1990, AUF DER TERRASSE
DER PRÄSIDENTENVILLA
Mobutu kommt, auf seinen Häuptlingsstock gestützt, Leopardenmütze auf dem Kopf, ein spöttisches Lachen auf den Lippen - das lange Warten hat ein Ende. 13 Jahre nachdem dieser Mann uns quälen, verurteilen und schließlich begnadigen ließ, nach so vielen vergeblichen Versuchen, ein Visum zu bekommen, nach dem verblüffenden Anruf des Botschafters aus Bonn, nach sieben bangen Tagen auf Abruf im Hotel nun also: das Interview.
Er lobt sich. Dafür, dass er aus seinem Staat ein "Bollwerk gegen den Kommunismus" gemacht hat; dafür, dass er seinem Land "Frieden, Ruhe, Ordnung" gebracht habe. Zaire, eine brutale Diktatur? "Alles Verleumdungen. Aber in Afrika bedarf es der harten Hand, westliche Demokratie passt nicht hierher, sie ist der Totengräber des Kontinents." Von einem Fünf-Milliarden-Dollar-Vermögen, das er sich durch Griff in die Staatskassen erworben habe, als skrupellosester und erfolgreichster aller Kleptokraten, will er auch nichts wissen. "Weniger als 50 Millionen Dollar" seien seine Besitzungen in Europa wert, sagt er. "Und das soll mir nach all diesen Jahren im Dienst meines Landes, nicht zustehen?"
Dann hat er keine Lust mehr auf kritische Interview-Fragen. Schlägt einen Spaziergang durch seinen Park vor. Ein Bediensteter trägt auf einem Silbertablett Champagner und Baguette hinter dem Präsidenten her. Er nimmt ein Glas, bietet das andere an, ganz zuvorkommender Gastgeber. Er bricht das Brot - und wirft es in seinen Zierteich, in dem sich Fische tummeln. "Gut so, die Starken müssen gewinnen", sagt der Machthaber zufrieden, als sich ein fetter Fisch den größten Brocken schnappt.
Zum Schluss noch die Frage aller Fragen: Warum hat er uns damals in Lubumbashi so lange eingesperrt, warum dieser absurde Schauprozess? Und hat ihn wirklich erst sein Jagdfreund Franz Josef Strauß von unserer öffentlichen Hinrichtung abgebracht? "Ich habe entschieden, ganz souverän wie immer", sagt Mobutu. "Und natürlich waren Sie schuldig. Sie wollten über den Krieg berichten, was ich verboten hatte - Journalisten, die so etwas tun, sind Spione." Pommery-Glas in der einen, den Häuptlingsstab mit dem eingeschnitzten Fetisch in der anderen, sagt der Präsident nach einer Pause: "Je länger ich überlege: Alle Journalisten sind Spione."
Auf dem Zenit seiner Macht, unangreifbar, so will sich Mobutu Sese Seko beim Interview 1990 darstellen. Und doch, in den Bars und an den Straßenecken des Armenviertels Matonge, da flüstern sie schon: Der große Häuptling hat seine beste Zeit hinter sich, seine Magie ist verflogen, seine Herrschaft endlich. "Nach ihm wird alles besser werden", sagen die Menschen, machen sich Mut. "Weil es einfach nicht mehr schlechter werden kann." Und doch sollte es noch gut sieben Jahre dauern, bis der Alleinherrscher, vom Krebs geschwächt, von seinen westlichen Geldgebern weitgehend im Stich gelassen, die Macht verliert, bis er vier weitere Monate später, am 7. September 1997, einsam im marokkanischen Exil stirbt.
KONGO HEUTE, NACH DEN VON DEUTSCHEN SOLDATEN IM UNO-AUFTRAG ÜBERWACHTEN WAHLEN
Noch immer stirbt mehr als jedes achte Baby bei der Geburt, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung unter 45 Jahren. Noch immer behalten manche Krankenhausärzte die gesunden Neugeborenen als Pfand zurück, bis die Eltern die Gebühren bezahlen können. Noch immer spricht Amnesty International von systematischen Menschenrechtsverletzungen. In weiten Landesteilen herrscht Hunger, und wenn die Polizisten oder Soldaten auftauchen, suchen die Menschen schnell das Weite: Die Staatsdiener, selten bezahlt, sind berüchtigt dafür, zu vergewaltigen oder Geld zu erpressen. Den Alltag überstehen, einfach überleben - das ist die Herausforderung der Kongolesen. Ihr kleiner, alltäglicher Krieg.
Auf der anderen Seite: Das ganz große Schlachten zwischen den Stämmen, der blutige Krieg mit den Nachbarstaaten, in dem wohl über drei Millionen Menschen starben und der damit mehr Leben gekostet hat als jeder andere Waffengang seit dem Zweiten Weltkrieg, scheint weitgehend beendet. Der junge Staatschef Joseph Kabila, in einer halbwegs demokratischen Wahl vom Volk bestätigt, gilt einer schmalen heimischen Elite als Garant für gute Geschäfte, vor allem aber ist er der Darling des Auslands. Europäische Banken und australische Bergwerksunternehmen florieren ebenso wie kanadische Explorationsfirmen. In Washington hält man Kabila für einen Freund der USA, übersieht die Korruption im Land und die Selbstbereicherung seines Familien-Clans.
War es hier nicht schon immer so? Wird es nicht ewig so bleiben? Und geht es nicht - wie Zyniker sagen - um übergeordnete strategische Interessen, hinter denen das Wohlergehen der heimischen Bevölkerung zurückzustehen hat? Besonders jetzt, da auch die Chinesen mit ihrem Energiebedarf auf den Schwarzen Kontinent drängen - neben Sudan und Angola vor allem hierher, in den wichtigsten aller zentralafrikanischen Staaten?
Belgisch-Kongo, Zaire, Demokratische Republik Kongo: Das war nie ein Land wie jedes andere, das ist es auch heute nicht. Hier schlägt das Herz Afrikas, das große, pochende, unendlich vitale und gleichzeitig so tief verwundete Herz Afrikas.
Knapp 60 Millionen Einwohner. Eine Landmasse, gewaltiger als Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien zusammen, und 77-mal größer als das Gebiet der langjährigen Kolonialmacht Belgien. Potentiell einer der wohlhabendsten Staaten der Welt: Kupfer, Kobalt und Uran, Erdöl, Gold und Edelsteine werden hier in großen Mengen gefunden, auch Coltan, ohne das kein Handy funktioniert; Baumwolle, Bananen und Kaffee gedeihen prächtig, hier wächst die Hälfte des gesamten afrikanischen Regenwalds. Kongo: Das ist ein Garten Eden mit wilden Orchideen und prächtigen Affenbrotbäumen; mit Elefanten, Gorillas. Und doch gehört der Kongo mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 123 Dollar jährlich zu den zehn ärmsten Staaten der Welt.
Es ist ein Reich, dessen Schönheit jedem Eindringling den Atem raubt, dessen Geheimnisse ihn mitreißen und manchmal nicht mehr loslassen; dessen unendliche Weiten und undurchdringliche Dschungel auch Angst machen können, offensichtlich das Beste und Schlechteste menschlicher Eigenschaften herauskristallisieren. Ein Land der Extreme, ein Land für große Schriftsteller.
Joseph Conrad hat sein "Herz der Finsternis" hier gefunden, seine apokalyptische Vision führt immer tiefer in menschliche Abgründe, bis da nur noch das Grauen ist und nichts mehr als das Grauen; der Roman "An der Biegung des großen Flusses" des Literaturnobelpreisträgers V. S. Naipaul über die Hoffnungen und Enttäuschungen der kleinen Leute beim Machtwechsel von einem Big Man zum nächsten, spielt in Kisangani am Kongo, schmerzlich prophetisch; auch John Le Carré hat seinen neuesten Thriller hier angesiedelt, es geht um ein mysteriöses Syndikat: "Geheime Melodie".
Aber der Kongo ist mehr als das Vexierbild westlicher Hoffnungen und Befürchtungen. Er ist ein Lehrbeispiel für all das, was in Afrika schiefgelaufen ist (und immer noch schiefläuft): Muster für die brutale, rücksichtslose Ausbeutung durch Kolonialherren; für die Selbstherrlichkeit und Selbstbereicherungsmentalität heimischer Eliten; für skrupellose in- und ausländische Geschäftemacher und Politiker, die blutige Kriege in Kauf nahmen oder sogar anheizten. Und leider nun Muster auch für die Inkompetenz führender Politiker der heutigen Generation.
Wer Afrika verstehen will, muss sich mit seinem Herzen beschäftigen. Muss Kongos Arterien kennenlernen, auch wenn sie spärlich sind und oft verstopft. 157 000 Kilometer Straßennetz weisen die offiziellen Statistiken aus; befahrbar sind nur ein paar hundert, und die enden oft schon am Stadtrand der Metropolen Kinshasa, Kisangani und Lubumbashi. Das Schienennetz misst 4499 verrottete Kilometer, nicht dass eine einzige Eisenbahn verlässlich führe. Flüge sind für die Durchschnittsbevölkerung unerschwinglich. Was in dem archaischen Land der großen Flüsse noch einigermaßen funktioniert, ist der Schiffsverkehr - Zigtausende drängen sich täglich auf rostige, immer überladene Passagierkähne, navigieren ihre fragilen Pirogen über die Stromschnellen.
Wie schon vor Jahrhunderten. Bevor die fremden Herren kamen.
Kaum ein Land wird von einer Kolonialmacht so brutal und so rücksichtslos ausgebeutet wie der Kongo von den Belgiern. 1884/1885 teilen die europäischen Mächte unter Reichskanzler Bismarcks Führung bei der Berliner Konferenz Afrika einfach untereinander auf und ziehen in der Folge die Grenzlinien häufig mit dem Lineal. Einer der großen Nutznießer ist Leopold II. Dem belgischen König fällt der Kongo als "persönliches Lehen" zu, als sogenannte Freihandelszone. Er wird sein Leben lang keinen Fuß in die fremde Welt setzen, aber die ihm Anvertrauten lässt er bis aufs Blut quälen. Wer seine Quoten bei der Lieferung von Kautschuk und Elfenbein nicht erfüllt, bekommt zur Strafe die Hände abgehackt.
Leopold presst einen Milliardenprofit aus dem Land; unter seinem grausamen Regime stirbt jeder zweite Kongolese durch Kolonialistenhand oder an Entkräftung. Der Menschenschlächter-Monarch bringt es 1908 sogar noch fertig, dem belgischen Staat für seinen persönlichen Verzicht auf das Territorium eine hohe Kommission abzuluchsen.
Die neuen belgischen Herren sind milder, aber auch sie betrachten die Schwarzen nur als Arbeitstiere. Der Staat bleibt für die Eingeborenen "Bula Matadi", etwas, das "Felsen bricht": ein bedrohlicher Eindringling in ihr Leben, in dem die Streitfälle nach traditionellem Stammespalaver vom Häuptling gelöst werden, in dem der Rat des Medizinmanns zählt. Aber die Kolonialverwalter haben Gewehre und modernes Werkzeug; und in ihrem Gefolge kommen andere seltsame Wesen, die von einem neuen Gott predigen. Sie sind bereit, ihr Wissen weiterzugeben. Die Wachen unter den Eingeborenen begreifen: Das ist eine Chance.
In einer der Missionsstationen lernen sich Yemo und Gbemani kennen. Frau Yemo ist vor einem Fluch aus ihrem Kral geflohen, sie erzählt, ihr Ehemann habe sie verhexen lassen. Der junge Herr Gbemani arbeitet als Koch bei den Kapuzinern. Die beiden Bekehrten heiraten in einer katholischen Zeremonie, als sie ein Kind erwarten. Joseph Désiré Mobutu wird am 14. Oktober 1930 in Lisala geboren, gerade noch "in anständigen Verhältnissen", wie Pater Rombaut damals sagt.
Es folgt eine Kindheit voller Demütigungen. Zwar sind die von der Kirche vermittelten neuen belgischen Arbeitgeber der Eltern, ein Richter-Ehepaar, freundlich zu dem Kleinen, und er lernt schnell Französisch. Doch mit den weißen Gleichaltrigen darf er nicht spielen, in den Cafés, in denen sie Eis essen, wird er nicht bedient. Kaum hat er sich in der katholischen Volksschule von Léopoldville (wie Kinshasa damals hieß) richtig eingelebt, stirbt der Vater. Yemo geht mit ihrem Sohn zurück aufs Land, weil sie sich das Leben in der Hauptstadt nicht leisten kann.
Mobutu fällt in den verschiedenen Schulen, die er nun durchläuft, als besonders renitent auf. Der junge Mann "mit dem Charakter eines Abenteurers und der Neigung zur strafbaren Tat" (so heißt es in einem seiner Zeugnisse) wird wegen Aufsässigkeit der Schule verwiesen. Als einzige Aufstiegschance bleibt ihm das Militär. Mobutu passt sich nun an. Er unterwirft sich dem Drill, wird rasch zum Feldwebel befördert, dem höchsten Grad, den ein Kongolese bei den fremden Herren erreichen kann. Er findet die Einschränkung ungerecht - und beginnt, flammende Artikel gegen die Kolonialherren zu verfassen. Die einheimische Bevölkerung werde von den Belgiern "als Menschen zweiter Klasse" behandelt.
Tatsächlich gibt es Ende der fünfziger Jahre viele Fälle von Diskriminierung. Nicht mehr als 20 Kongolesen können studieren. Auf Verkehrsschilder sind schwarze Strichmännchen wie Vieh aufgemalt: "Vorsicht! Eingeborene kreuzen hier den Weg!" Seine Schriften bringen Mobutu in Kontakt mit Unabhängigkeitskämpfern, die anfangen, überall im Land Demonstrationen zu organisieren. Allen voran ein charismatischer, marxistisch angehauchter Politiker namens Patrice Lumumba.
Mobutu ist pleite, als er 1958 nach Brüssel geht, und seine damaligen Finanznöte wie die lebenslange Armut seiner Eltern mögen ein Grund für seine spätere Raffgier sein. Er besucht in Belgien eine Schule für Sozialarbeiter und nimmt Journalismus-Kurse. Er knüpft Kontakte zu Lumumbas Mouvement National Congolais (MNC), trifft in Brüssel auch den dortigen CIA-Mann Lawrence Devlin - Beginn einer jahrelangen, für beide überlebenswichtigen Freundschaft.
Die Winde des Wandels erfassen damals, nach der Unabhängigkeit Ghanas 1957, den ganzen Kontinent. Entkolonialisierung heißt das neue Schlagwort. Als schließlich auch die Verhandlungen über den Rückzug Belgiens aus dem Kongo in Gang kommen, nimmt Mobutu als Mitglied der MNC-Delegation daran teil.
Am 30. Juni 1960 wird der Kongo unabhängig. Lumumba bildet die Regierung unter Staatspräsident Joseph Kasavubu, Mobutu wird Staatssekretär. Während die "zivile" Seite des Übergangs funktioniert und sogar der belgische König Baudouin zu den Feierlichkeiten anreist, stellt sich Brüssels Generalität stur, kongolesische Militärs meutern. Mobutu kann zum ersten Mal sein Verhandlungsgeschick zeigen und schafft es, die Aufrührer in die Kasernen zurückzuschicken. Lumumba macht ihn dafür zum Heereschef.
Doch schnell wird klar, dass dieser Kongo eine Totgeburt ist. In der besonders rohstoffreichen Südprovinz Katanga führt Moïse Tshombé mit Hilfe belgischer Kupfergesellschaften einen Sezessionskrieg. In der Hauptstadt zerstreiten sich Präsident und Premier schon nach drei Monaten heillos, die Vertreter Dutzender Stämme ringen um Einfluss, Nationalbewusstsein: weitgehend Fehlanzeige. Neben diesen Rivalitäten geht es auch um große Weltpolitik. Die USA und die Sowjetunion haben sich im intensiver werdenden Kalten Krieg Afrika als ein entscheidendes Schlachtfeld im Kampf um ihren weltweiten Einfluss ausgesucht. Und beide Rivalen halten den Kongo für den ganz großen Preis.
KP-Chef Nikita Chruschtschow umwirbt Lumumba. Obwohl auch Washington wissen dürfte, dass der populäre Volkstribun eher ein Nationalist als ein Kommunist ist, reagieren die Amerikaner nervös. Geheimdienstchef Allen Dulles nennt Lumumba "einen Castro oder noch schlimmer". Als CIA-Frontmann in die US-Botschaft von Kinshasa wird "Konsul" Devlin geschickt, Mobutus Freund aus Brüssel, ein überzeugter kalter Krieger.
Bei einer Tagung des Nationalen Sicherheitsrats Mitte 1960 gibt US-Präsident Dwight D. Eisenhower grünes Licht für ein geheimes Killerkommando gegen Lumumba. Ein Mann namens Sidney Gottlieb, CIA-Deckname: "Joe from Paris", reist konspirativ nach Kinshasa. In seiner gerade in den USA erschienen Autobiografie bestätigt Devlin dieses Treffen mit seinem Agentenkollegen und schildert es so: "Nimm das, sagte er, und händigte mir ein kleines Paket aus. 'Mit dem, was da drin ist, wird niemand je erfahren, dass Lumumba ermordet wurde.' Das Päckchen enthielt mehrere Gifte. Eines war in einer Zahnpastatube verborgen. Wenn Lumumba sie benutzte, würde es so aussehen, als stürbe er an Polio."
Devlin behauptet, an der Ermordung Lumumbas dann nicht aktiv beteiligt gewesen zu sein - andere seien der CIA zuvorgekommen. Auch Mobutu hat immer eine Beteiligung an der Exekution des langjährigen Mitstreiters und späteren Gegenspielers geleugnet. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass Lumumba ohne sein Wissen in die Provinz des abtrünnigen Rebellenführers Tshombé verschleppt worden sein soll.
Mobutu schlägt schließlich in einem unblutigen Militärputsch am 25. Oktober 1965 zu. CIA-Mann Devlin leugnet eine aktive Rolle des US-Geheimdiensts am Putsch, gibt in seinen Memoiren aber zu, gemeinsam mit Mobutu die Kabinettsliste diskutiert zu haben. "Wir trafen uns fast täglich."
Mobutu spielt mit Angst und Anreizen. Er setzt Minister ein und, wenn sie sich zu sicher fühlen und zu selbständig handeln, gleich wieder ab; er spielt sie gegeneinander aus, und wer Reue zeigt, wird am Hofe wieder aufgenommen, "Drehtür" ("tourniquet") nennen das Eingeweihte. Das Spiel umfasst allerdings nur eine winzige Elite. Sie versorgt der Chef mit einträglichen Pfründen; im Übrigen betrachtet er den Staat als seinen privaten Grundbesitz, greift nach Belieben in die Kasse.
Bei seinen Reisen durch die Provinzen gibt er sich als fürsorglicher Landesvater, als Oberhäuptling aller Stämme. Als stolzer Afrikaner, der sich von den ehemaligen Kolonialherren absetzt, indem er das Land in "Zaire" umtauft; indem er Krawatten und Anzüge westlichen Zuschnitts abschafft und "authentische" Landeskleidung propagiert; und indem er sich jetzt Mobutu Sese Seko Kubu Ngbendu wa za Banga nennt, "allmächtiger Krieger, der durch seine Ausdauer eine Eroberung an die andere reiht". Auch als "der starke Hahn, der keine Henne unbestiegen lässt", wird sein Beiname übersetzt, eine deutliche Anspielung auf Mobutus Virilität. Dutzende Kinder soll er mit Frauen unterschiedlicher Stämme gezeugt haben, die Potenz dient ihm als Machtinstrument.
"Le Guide" tötet nur, wenn er glaubt, dass es unbedingt sein muss, zur Abschreckung. So wie 1966, als vier Politiker einen Putschversuch planen. Sie werden vor ein Militärgericht gestellt, innerhalb weniger Tage zum Tode verurteilt und dann vor 50 000 Zuschauern aufgehängt. Im Fernsehen erscheint Mobutu allabendlich vor den Nachrichten als der Mann, der buchstäblich aus dem Himmel auf sein Volk herabblickt, sein Gesicht strahlt aus den Wolken, mal streng und strafend, mal gütig: Mobutu Superstar und Übervater, Führer der Einheitspartei.
Zur besonderen Domäne des Alleinherrschers wird die Außenpolitik. Die Amerikaner denken, Mobutu sei ihre Marionette, doch in Wirklichkeit manipuliert er Washington. Als die US-Wirtschaftshilfe nicht so rapide ansteigt, wie sich der Präsident das vorgestellt hat, droht er mit Annäherung an den Ostblock und bekommt als "Bollwerk gegen den Bolschewismus" bald wieder mehr Wirtschaftshilfe als jeder andere afrikanische Staatschef.
Dennoch bleibt Mobutu für die USA unberechenbar - aus Berechnung. Der Bauernschlaue macht den Freunden eine Freude, indem er den US-Streitkräften im südzairischen Kamina einen Luftwaffenstützpunkt überlässt, brüskiert sie im nächsten Moment wieder durch rüde Ausfälle. Der Kalte Krieg ist Mobutus Lebenselixier; das Ende der Ost-West-Konfrontation Anfang seines Untergangs. In Afrika werben vor allem die Franzosen in ihren Ex-Kolonien für ein Mehrparteiensystem nach westlichem Muster. Auch George Bush senior, der 1989 seinen Verbündeten noch mit Glanz und Gloria im Weißen Haus empfangen hat, geht nun auf Distanz.
Keine sechs Monate nach unserem Interview im Präsidentenpalast von Kinshasa mit einem triumphalistischen Mobutu, beugt sich Zaires Präsident im Juli 1990 den Forderungen nach "Multipartisme". Neben seiner Einheitspartei sollen nun auch andere Kräfte erlaubt sein. Doch schnell zeigt sich, dass das Angebot an die Opposition nur ein Etikettenschwindel ist. Übergangsregierungen, vom Staatschef selbst befohlene Plünderungen, absurde Einkaufstripps für die Familie nach Europa mit einer gecharterten Concorde: Was danach kommt, ist nur noch Hinauszögern des Unvermeidlichen. Ein Abschied in Zeitlupe. Der Präsident beweist noch einmal in seinem Niedergang, dass er lieber alles um sich herum zerstören will als einen geordneten politischen Übergang Richtung Demokratie zu ermöglichen - nach ihm die Sintflut, nach ihm das Blutbad, nach ihm auch die Auflösung "seines" Staates.
Der Exitus kommt aus dem Osten. Bewaffnete Killer des Hutu-Stammes, von den Franzosen aufgerüstet, haben in Zaires Nachbarland Ruanda einen Völkermord an ihren Tutsi-Rivalen begangen. Als diese schließlich zurückschlagen, finden die Hutu im Ostkongo Zuflucht und schaffen sich in der dortigen Region Kivu mit Mobutus stillschweigender Duldung wieder Militärbasen. Die Tutsi-Herrscher in Ruanda sehen darin eine Gefahr - und eine Chance. Von Washington mit Waffen versorgt, ziehen sie über die Grenze und zerschlagen ihre neuformierten Feinde. Aber sie begnügen sich nicht mit der Invasion des Ostkongo: Unterstützt durch ihre Verbündeten Uganda und Angola, die nun eine Chance sehen, sich an dem verhassten und nun so geschwächten "Kolonialistenfreund" Mobutu zu rächen, ziehen sie weiter, von Region zu Region. Fast überall werden sie begeistert als "Befreier" empfangen.
Als Präsident etabliert sich im Mai 1997 der dubiose Milizenführer Laurent-Désiré Kabila, Armeechef wird ein ruandischer General. Schnell zerstieben die Hoffnungen auf einen Neuanfang, die Zeichen stehen auf Militärdiktatur. Von wirtschaftlichen Reformen ist nichts zu spüren, von Demokratisierung erst recht nicht. Die Befreier entlarven sich als Besatzer, und schlimmer noch: als Mörder und Diebe, die das Land als ihre Beute betrachten.
Kabila will seine ruandischen Militärs loswerden, verweist sie 1998 des Landes. Die tun sich mit Vertretern des früheren Mobutu-Regimes zusammen. Es beginnen die Jahre des furchtbaren Schlachtens: mit Armeen der Nachbarstaaten, die auf verschiedenen Seiten eingreifen, ferngesteuerten rivalisierenden Rebellenbewegungen, bewaffneten Banden, Rachefeldzügen von Dorf zu Dorf. Hinter dem aufgeputschten Hass steht oft kühles Kalkül, die Gier nach Gold und Diamanten - der Rohstoffreichtum zeigt sich für den Kongo einmal mehr als Fluch denn als Segen.
Menschen werden zerhackt, gekreuzigt, aufgeknüpft, über den Haufen geschossen. Es ist - mit den Worten der damaligen US-Außenministerin Madeleine Albright - der "Erste Weltkrieg Afrikas". Aber Washington und Moskau schauen bei den bestialischen Auseinandersetzungen diesmal nur zu, als spielten sie auf einem anderen Stern. Darauf aus, die Kämpfe "ausbluten" zu lassen und sich dann mit der stärksten Seite zu arrangieren.
Präsident Kabila fällt Anfang 2001 einem Attentat zum Opfer, wer seine Leibwächter dazu angestiftet hat, ist bis heute unklar. Kabilas Sohn Joseph, damals 29 Jahre, übernimmt die Macht. Er richtet sein Land außenpolitisch wieder Richtung USA aus, verspricht die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens. Doch der Friedensprozess kommt sehr zögerlich in Gang, wird immer wieder von aufflammenden Kämpfen zurückgeworfen. Der junge Präsident einigt sich schließlich mit den Rebellen auf freie Wahlen, die von der Uno überwacht werden sollen.
Was sich dann im Juli 2006 im Kongo abspielt, ist eine der größten Operationen der Vereinten Nationen seit ihrer Gründung. Mehr als 400 Millionen Euro lässt sich die Weltgemeinschaft den geplanten "demokratischen Neuanfang" im Kongo kosten, gut 18 000 Blauhelme überwachen die Aktion. Um die 50 000 Wahlurnen in die unzugänglichen Weiten des Landes zu bringen, etabliert die Uno sogar ihre eigene Fluglinie. Und das Erstaunliche passiert: Die Kongolesen machen mit. 26 Millionen haben sich registrieren lassen - die Wahlbeteiligung ist prozentual höher als die bei den letzten US-Wahlen.
Ob die Menschen wirklich primär an dem Gerangel der Kandidaten interessiert sind oder ob sie sich mehr davon faszinieren lassen, dass sie - in Plastik eingeschweißt, mit einem Foto versehen - kostenlos einen Ausweis erhalten, keiner weiß es. Auch deutsche Soldaten überwachen den Wahlablauf, genauer gesagt: Sie beobachten ihn patrouillierend, ihre Waffen dürfen sie nicht einsetzen. Wochenlang sieht es so aus, als würde Kabilas Erzfeind und geschlagener Rivale Jean-Pierre Bemba das Ergebnis der zwischen den beiden Führenden angesetzten Stichwahl nicht akzeptieren, doch dann gibt es wieder so einen Augenblick Optimismus für das geschundene Land. Der Frieden scheint nur um die Ecke. Fünf Monate später brechen in Kinshasa Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den Anhängern Bembas aus, der sich in die südafrikanische Botschaft rettet und schließlich nach Portugal ins Exil flieht.
WAS IST WOHL AUS DEN MÄNNERN GEWORDEN,
DIE UNS DAMALS - VOR GENAU 30 JAHREN -
IN LUBUMBASHI GEFANGEN HIELTEN?
Was machen sie heute: der sadistische Folterer Joseph, der alerte Geheimdienst-Verhörspezialist Mwenza? Keiner weiß etwas in den westlichen Botschaften Kinshasas, die kongolesischen Behörden beantworten grundsätzlich keine personenbezogenen Nachfragen. Und der US-"Konsul" in Lubumbashi, wie sein Vorgänger extrem gut vernetzt, sagt nur, das Gefängnis für "Politische" sei längst abgerissen und an anderer Stelle aufgebaut worden - für wesentlich mehr Insassen. Die Spuren verlieren sich.
Aber andere Gesichter kommen einem 2007 bekannt vor, so bekannt wie bei einem Familienfoto - altbekannte Clans mischen wieder in der großen Politik des Kongo mit. Die Sprösslinge der einstigen Landesgrößen drängen an die Macht, an die Fleischtöpfe. Und stellen dabei, vorläufig jedenfalls, die früheren Feindschaften zurück. Nzanga Mobutu, einer der Söhne des früheren Gewaltherrschers, hat in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen die viertmeisten Stimmen bekommen und ist seit einigen Monaten Landwirtschaftsminister; Guy Patrice Lumumba, Sohn des charismatischen Ex-Premiers, mischt ebenfalls in der Politik mit.
Und der neue Ministerpräsident ist ein lebendes Fossil der afrikanischen Politik: Antoine Gizenga, 81, könnte der Großvater des jungen Präsidenten Kabila sein. Dass der Alte noch einmal an die Macht gekommen ist, gehört zu den größten Wiederauferstehungsgeschichten seit Lazarus. Gizenga war Stellvertreter des umstrittenen Freiheitshelden Lumumba, führte nach dessen Ermordung den Widerstand seiner Anhänger und wurde schließlich auf Veranlassung von Mobutu senior - und auf Drängen der CIA - inhaftiert. Nach seiner Freilassung Mitte der sechziger Jahre musste er ins Exil, lebte 25 Jahre in Moskau. Als Gizenga dann 2006 mit einer "Vereinigten Lumumbistischen Partei" zur Wahl antrat, wurde das als nostalgische Verirrung belächelt - bis er aus dem Stand 6,8 Prozent der Stimmen holte und so zum Königsmacher werden konnte. Er ließ sich seine Unterstützung Kabilas mit dem Amt des Premiers teuer bezahlen.
Dass der rührige Greis und seine Regierung einen guten Start hätten, lässt sich leider nicht sagen. So viele Hoffnungen sind schon wieder zerstoben, so viele Träume von einer neuen Ära der schweigenden Waffen. In der Hauptstadt ist nicht zu erkennen, dass der Staat seine Bürger nach den Wahlen ernster nimmt als früher, dass er auch nur ein Minimum an Sozialleistungen garantieren könnte. Busse fahren nur gelegentlich, Leitungswasser und Strom gibt es in den Armenviertel nur sporadisch. Aids ist weit verbreitet, Aids-Medikamente aber sind nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Jetzt werden Ausweise wieder nur mehr gegen "Matabiche", gegen Bestechungsgelder ausgeteilt. Im Elektrizitätswerk von Matonge haben Staatsangestellte einen Transformator abgebaut, der die letzten, noch nicht geklauten Straßenlaternen versorgte; angeblich, um ihn zu reparieren, aber in Wirklichkeit, um ihn in Einzelteile zu zerlegen und ihn zu verkaufen.
Man akzeptiert das in Matonge mit einem Achselzucken, man kann ohnehin nichts dagegen tun. Jeder muss zurechtkommen, die Beamten wurden schon wieder monatelang nicht bezahlt. Und so ziehen Hunderttausende nachts durch die Straßen. Auf der Suche nach etwas Essbarem, nach einem bisschen Spaß in den billigen Kneipen. Durch eine Stadt, die man kaum so nennen kann, denn fast alles hier in diesem angeblichen Gemeinwesen wurde für die gemeinen Wesen unwirtlich gemacht, ist abgeschraubt, ausgeräuchert. Und doch überleben die Kongolesen - mit ihrem Einfallsreichtum, ihrer Familiensolidarität, ihrem Improvisationstalent. Jenseits der wenigen Prachtboulevards der Innenstadt regiert das afrikanische Dorf: Kochfeuer flackern auf Bürgersteigen, Greise kauern um einen alten Baum, Mamas stampfen den Maniok-Brei, nackte Kinder spielen mit streunenden Hunden. Bougainvillea überwuchert Beton, Teer verschwindet unter Unkraut. Die aus dem Busch gekommen sind, um in die Metropole zu ziehen, werden langsam, aber sicher vom Busch zurückgeholt.
Zu allem Überfluss ist da noch die Sache mit dem "Phantom von Kinshasa".
Als der Premier Anfang des Jahres sein Kabinett aus 60 Ministern zusammenstellte, bot er dem Chef der Partei Unafec, die ihn im Wahlkampf unterstützt hatte, das wichtige Handelsministerium an. Parteiführer Kisimba Ngoy nannte als Kandidaten sich selbst - und gab, wohl im sicheren Gefühl der Berufung, noch einen Unbekannten als Alternative an. Ohne die Personalie weiter zu überprüfen, entschied sich Gizenga für den Nobody, er wollte nicht zu viele Prominente im Kabinett, und der Neue sollte erst 34 Jahre alt sein. Das einzige Problem: Ngoy hat mit einem Herrn namens Kasongo Ilunga jemanden benannt, den es offensichtlich gar nicht gibt. Jedenfalls ist der designierte Handelsminister bis jetzt in keiner Sitzung aufgetaucht und auch sonst nicht aufzufinden, selbst der Regierungssprecher bezweifelt nach Wochen der No-Shows "dessen Existenz". Das Phantom wird nun polizeilich gesucht.
Der Vorfall ist nur eine besonders bizarre Episode dieses an merkwürdigen, traurigen und tragischen Geschichten so reichen Staats. Ein weiterer Beleg für den sozialen wie moralischen Verfall im Katastrophen-Reich Kongo. In diesem zum Anbeten schönen und zum Verzweifeln verkommenen Land. F

"Wir drangen tiefer und tiefer ins Herz der Finsternis ein. Nachts wirbelte hinter dem Baumvorhang zuweilen Trommeldröhnen den Fluss hinauf. Ob es Krieg bedeutete, Frieden oder Gebet, wir konnten es nicht entscheiden."
JOSEPH CONRAD in "Herz der Finsternis", 1899

Der Alptraum des Ché Guevara
Der legendäre Guerilla-Führer versuchte, die kubanische Revolution auch in den Kongo zu exportieren. Maos China lieferte 1965 Waffen an die Rebellen, um im Spiel der Großmächte auf dem afrikanischen Kontinent dabei zu sein; Ché Guevara führte eine Truppe von mehreren Hundert Landsleuten und lokalen Kämpfern an. Nach einigen Monaten gab er die Aktion als hoffnungslos auf - gescheitert an der Disziplinlosigkeit und dem mangelnden Engagement der Afrikaner.

"Es gibt so viele neue Gesetze gegen die Korruption im Kongo, dass man sich fragt, wer wohl bestochen worden ist, sie zu entwerfen."
JOHN LE CARRE in seinem Kongo-Thriller "Geheime Melodie", 2006
Von Erich Follath

SPIEGEL SPECIAL Geschichte 2/2007
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