23.08.2016

Editorial August 2016

Die digitalen Medien haben unser Leben verändert, erst war es der PC, dann das Internet, und seit neun Jahren ist es das Smartphone. Wir können uns kaum noch vorstellen, wie es gewesen ist, als wir noch nicht ständig erreichbar waren, als uns das Telefon noch nicht gesagt hat, wann die kommende Regenfront naht und wann der nächste Bus fährt. Aber digitale Medien sparen uns nicht nur Zeit, sie nehmen uns auch Zeit weg, wenn wir uns beim Surfen im Internet verlieren. In diesem Heft loten wir aus, welchen Einfluss die neuen Medien auf unser Denken und Fühlen haben. Die gute Nachricht aus der Forschung: Weder verblödet die Menschheit – noch verroht sie (Seite 20).
Trotzdem machen Eltern sich zu Recht Sorgen, wenn ihre Kinder viele Stunden mit Handy und Computer verbringen. Diesem Thema widmen wir den Schwerpunkt Erziehung. Darin: ein Streitgespräch zwischen dem Psychiater Manfred Spitzer und dem Bildungsexperten Jörg Dräger über Chancen und Gefahren von Tablets und Co. (Seite 46), ein Report über Familienleben im digitalen Zeitalter (Seite 38) und ein Bericht über Fernunterricht an der Web-Individualschule (Seite 52).
Auch unsere Jobs werden sich noch weiter verändern. Aber wie? Andrew McAfee, Kodirektor der "MIT Initiative for Digital Business" in Boston, sagt im SPIEGEL-WISSEN-Interview: Menschliche Arbeit werde "immer weniger wichtig im Wirtschaftsprozess"; jeder zweite Angestellte könnte überflüssig werden (Seite 66). Beim Roboterhersteller Kuka heißt das neue Zauberwort dagegen MRK: "Mensch-Roboter-Kollaboration", erfuhr Maximilian Kalkhof in Augsburg. Diese Zusammenarbeit funktioniert nur, wenn Maschinen das "Fühlen" lernen – damit sie nicht den Kollegen Mensch verletzen (Seite 72).
Eine Stadt, in der Bürger Per Klick die Lebensqualität steigern können – an dieser "Smart City" arbeitet Marleen Stikker, Gründerin der umtriebigen Amsterdamer Waag Society (Seite 110). Das Porträt finden Sie im Dossier "Smart Home", in dem wir Ihnen das Zuhause von morgen vorstellen (Seite 101). Auch die Ashaninka im brasilianischen Urwald haben ein WLAN-Netz, betrieben mit Solarstrom. Annette Bruhns, Redakteurin dieser Ausgabe, beobachtete vor Ort, wie die Indianer ihr von Wilderern und Drogenschmugglern bedrohtes Regenwaldgebiet digital überwachen und Ökoprojekte anschieben (Seite 88).

SPIEGEL WISSEN 4/2016
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