AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 10/2017

Syrien Wo jetzt Gangster die wahren Herrscher sind

Regierungstruppen rücken in Syrien vor, doch die Macht haben andere übernommen: Warlords, die Tausende Kämpfer befehligen. Sie morden, rauben, schmuggeln - und zeigen Diktator Assad seine Grenzen auf.

Christian Werner / DER SPIEGEL

Von Fritz Schaap und Christian Werner  (Fotos)


An einem kühlen Morgen steht ein alter Mann draußen auf der Straße an seiner Espressomaschine, im Osten Aleppos. Es ist kurz nach acht, die Stadthälfte, im Dezember vom Regime zurückerobert, erwacht zum Leben. Gemüsehändler kommen hervor und stellen ihre Kisten auf Trümmer, die vor ihren Läden liegen. Menschen schaufeln Schutt von den Straßen.

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Heft 10/2017
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Den Namen des Mannes mit der Espressomaschine sollte man nicht nennen, er wäre sonst wohl bald tot. In einem Blechkanister neben seiner improvisierten Kaffeetheke brennt ein Feuer, über dem er sich die Hände wärmt. Vor einigen Wochen, sofort nach der Rückeroberung des Viertels, kam er zurück zu seiner kleinen Werkstatt, in der er bis vor Kurzem Motorräder repariert hat - aber da war es schon zu spät. Er sah sofort, dass jemand das Schloss aufgeschossen hatte.

Drinnen traf er auf uniformierte Kämpfer einer regimenahen Miliz. Sie seien gerade dabei gewesen, ein Motorrad, sein deutsches Werkzeug und sämtliche Ersatzteile aus der Garage zu schaffen, sagt er. Zwei der Milizionäre hätten ihm wortlos mit ihren Kalaschnikows gedroht. Er konnte nur gehen, während die Männer sein Hab und Gut auf ihren Pick-up luden.

Während er davon erzählt, treten andere Zivilisten an sein Feuer, sie nicken. Einer, dem ein Gemischtwarenladen gehört, klagt: Kaum seien die Soldaten der regulären Armee abgezogen, hätten Milizionäre seinen Laden leer geräumt. Ein anderer Mann erzählt, ebensolche Milizionäre hätten seinen Bruder ermordet. Der Bruder habe verwundet im Bett gelegen, da seien fünf Kämpfer in die Wohnung eingedrungen. "Bring ihn raus", hätten sie zu ihm gesagt, die Wohnung gehöre jetzt ihnen. Er habe geantwortet, sein Bruder könne nicht gehen. Da habe einer der Milizionäre seine Waffe genommen und dem Bruder in den Kopf geschossen. Und dann hätten die Krieger die Wohnung geplündert.

Immer mehr Männer aus dem Viertel versammeln sich jetzt um die Kaffeemaschine und erzählen von Plünderungen - bis ein Milizionär die Straße entlangkommt. Auf seiner Uniform prangt ein goldener Falke: das Emblem der Desert Hawks, einer der beiden mächtigsten Milizen in Assads Herrschaftsbereich. Die Männer am Feuer verstummen.

Stütz­punkt der De­sert Hawks
Christian Werner / DER SPIEGEL

Stütz­punkt der De­sert Hawks

Seit Monaten schon ist die Armee Baschar al-Assads in weiten Teilen Syriens auf dem Vormarsch. Doch die militärischen Erfolge sind nur möglich, weil die Truppen des Diktators massive Hilfe bekommen: aus Iran, aus Russland - und von Milizen aus dem eigenen Land. Diese übernehmen nun die Kontrolle in vielen Gebieten, sie morden, sie plündern, sie schikanieren Zivilisten. Niemand kann sie stoppen, auch Assad nicht, denn sie sind inzwischen stärker als er. Die Milizen sind die wahre Macht in Syrien geworden.

Schon lange vor Beginn des syrischen Aufstands 2011 setzte Assad, der zur Glaubensgruppe der Alawiten gehört, vor allem auf die Loyalität der eigenen Glaubensbrüder in den oberen Rängen der Streitkräfte und Geheimdienste. Doch die Alawiten stellen nur zwischen 12 und 15 Prozent der syrischen Bevölkerung. Und ab 2012 schrumpfte die Armee rapide, weil Zehntausende desertierten, Wehrpflichtige nicht mehr zum Dienst antraten, viele starben. Im September 2015, nach dem Kriegseintritt der Russen, habe die syrische Armee schließlich nur noch 6000 kampffähige Soldaten gehabt, so Charles Lister vom Middle East Institute in Washington, der sich auf vertrauliche Aussagen russischer Offizieller stützt.

Um die regulären Truppen zu schonen, ging das Regime schon früh einen faustischen Pakt ein: Bewaffnete Loyalisten durften ihre eigenen Milizen gründen. Vielfach wurden so aus den Führern von Schmugglerringen und kriminellen Gangs lokale Machthaber, die im Austausch für Loyalität zu Assad nun ungehindert ihre Geschäfte ausweiten konnten.

Die beiden größten Milizen, die Desert Hawks mit Hauptsitz in der nördlichen Hafenstadt Latakia und die Tiger Forces aus Hama, haben jeweils schätzungsweise 3000 bis 6000 Kämpfer unter Waffen. Dazu gibt es Hunderte kleinere Pro-Regime-Milizen.

Brot, Benzin, Medikamente - im ganzen Land fehlt es daran. Wer die Verteilung dieser Güter kontrolliert, kann immer mehr Waffen kaufen, Kämpfer anheuern. So wurden die Warlords zur Staatsmacht in Städten und Regionen.

Mäd­chen in Alep­po
Christian Werner / DER SPIEGEL

Mäd­chen in Alep­po

Während die syrische Armee in ihrer Verzweiflung inzwischen auch in den Gefängnissen rekrutiert, kommen die Kämpfer freiwillig zu den Milizen. Denn die zahlen teils den dreifachen Sold. Und sie lassen ihren Männern viel Freiheit: Sie dürfen Wegzölle an Checkpoints abpressen, auf eigene Rechnung mit Drogen handeln, Benzin schmuggeln, eroberte Dörfer und Städte ausrauben.

Assad ist ihnen verpflichtet: Als seine Truppen, unterstützt von russischen Einheiten, im Dezember 2016 Ost-Aleppo einnahmen, tauchten die Soldaten der syrischen Armee vor allem vor den Fernsehkameras auf. Die tatsächlichen Kämpfe wurden von irakischen, afghanischen und libanesischen Söldnern unter iranischem Oberkommando geführt - und von den Pro-Regime-Milizen, die nachrückten, um die eroberten Gebiete zu sichern. Und zu plündern.

Das Regimeterritorium ist heute ähnlich zersplittert und von wechselnden Allianzen gekennzeichnet wie die Rebellengebiete. Hunderte verschiedenste loyale Gruppen haben die Kontrolle übernommen, sie verdienen am Krieg, in ihren Machtbereichen regiert die Angst.

Ausgerechnet die Stadt Hama, in der die Truppen von Dynastiegründer Hafis al-Assad 1982 einen Aufstand mit äußerster Brutalität zusammenschossen und mehr als 10¿000 Menschen innerhalb von drei Wochen töteten, ist zum Dorado der Warlords geworden.

Dort entstanden die Tiger Forces aus einem losen Netzwerk von Offizieren des gefürchteten Geheimdienstes der Luftwaffe, örtlichen Stammesführern und Kriminellen. Sie scharten sich um einen alawitischen Offizier und halfen ab 2011, den Aufstand gegen das Regime in der Provinz Hama niederzuschießen. Heute hat die Miliz Stützpunkte in weiten Teilen Syriens.

Im Video: Interview mit einem Warlord

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Die beiden wichtigsten Subkommandeure in Hama sind Ali Shelly, ein bekannter Krimineller, und Talal Dakkak, der einen Löwen als Haustier hält. Es heißt, Dakkak verfüttere seine Opfer gern an Tiere.

Die beiden lassen wahllos Menschen entführen, sie rauben, sie schmuggeln Erdöl, auch Benzin, das sie sogar dem "Islamischen Staat" (IS) verkaufen, gegen den Assads Armee offiziell kämpft.

Im Sommer vergangenen Jahres hielt eine Armee-Einheit mehrere Tankwagen voller Benzin auf. Die Kolonne war unterwegs im Auftrag Dakkaks. Bestimmt war der Treibstoff offenbar für Einheiten des IS. Die Soldaten trauten sich nicht, ihn zu beschlagnahmen. Aus Angst vor Dakkaks Rache wurde das Benzin dem örtlichen Luftwaffengeheimdienst übergeben - der allerdings eng mit den Tiger Forces verbandelt ist. Es dauerte nicht lange, dann konnten die Tankwagen weiterfahren.

Denn Assad braucht die Milizen an den Fronten. Und selbst wenn das nicht so wäre, könnte er kaum gegen sie vorgehen. Sie sind stark und reich. Anfang Februar kam es in Aleppo wieder zu Engpässen, dringend benötigte Arzneimittel wurden knapp. Shellys Miliz, die auf der einzigen von Assad kontrollierten Zugangsstraße nach Aleppo wieder Wegzölle kassiert, konfiszierte Medikamente, um sie später auf eigene Rechnung weiterzuverkaufen.

Wenn es Geld bringt, hilft auch Bandenführer Shelly Assads Feinden: Ein Dokument des syrischen Militärgeheimdienstes vom 5. Mai 2015 beschreibt detailliert, wie Shelly Rebellengruppen mit Waffen beliefert. Womöglich ist es kein Zufall, dass das Dokument öffentlich wurde, denn der Militärgeheimdienst konkurriert erbittert mit dem Luftwaffengeheimdienst und dessen Tiger-Freunden um Macht und Pfründen.

Das sind die Männer, die Assads Krieg führen.

In einem Dorf im Regimegebiet sitzt ein Arzt neben seiner Frau auf dem Sofa in seinem Wohnzimmer vor dem Smartphone, über das die beiden mit dem SPIEGEL reden.

Die Stimme der Frau zittert vor Angst, als sie zu erzählen beginnt: "Es war bei uns im Dorf. Männer in Uniform drangen in das Haus einer Frau ein. Sie fesselten die Frau, stahlen ihr Geld und folterten sie so lange, bis sie sagte, wo das Geld ihres Mannes versteckt sei. Als die Männer das Geld hatten, verschwanden sie wieder."

Ihr Mann ergänzt: "Vor zwei Tagen wurde hier ein Händler entführt." Und vor einigen Wochen seien Freunde von ihm auf einer Schnellstraße beraubt worden. An einem improvisierten Checkpoint wurden sie gestoppt, aus dem Wagen gezerrt, dann stiegen die Milizionäre ein und rasten davon.

Bauern, die solche Checkpoints passieren wollen, müssen eine Art Steuer auf ihre Ernte bezahlen. Oder die Ernte wird gleich ganz einbehalten. In einigen Dörfern haben sich bereits Bürgerwehren gebildet, die nachts patrouillieren, um plündernde Milizionäre zu vertreiben.

Der Arzt sagt, die Aufteilung zwischen den beiden Tiger-Führern sei klar: Die meisten Entführungen gingen auf Talal Dakkaks Konto - der Schmuggel liege eher in den Händen von Ali Shelly.

Gelegentlich haben die Armee oder der Militärgeheimdienst versucht, gegen Warlords vorzugehen. Immer endete dergleichen im Fiasko. Im März 2016 nahmen Assad-Einheiten nach einem Schusswechsel den Anführer einer mächtigen christlichen Miliz aus dem Norden der Provinz fest. Aber seine Anhänger protestierten gewaltsam, der Mann kam rasch wieder frei.

"Ja, wir haben Probleme", sagt Hussein Dayoub, der Vorsitzende der Baath-Partei in Hama. Der Mann der Assad-Partei sitzt in seinem holzgetäfelten Büro unter einem Porträt des Präsidenten und sagt: Ja, es stimme auch, dass Milizionäre Checkpoints aufbauten und Wegzölle abpressten. Ja, es gebe auch Schmuggler, und es werde gekidnappt. Wer dahinterstecke, könne er aber nicht sagen.

Der theoretisch mächtige Chef der Regierungspartei in der Stadt hat offenkundig Angst, in Ungnade zu fallen bei den Milizen. Den wahren Herren von Hama. Und auch der Minister für Versöhnung im fernen Damaskus erklärt gegenüber dem SPIEGEL, dass man all dies wisse, aber nicht die Macht habe, es zu beenden.

Die größten Rivalen um Schmuggelprofite und Macht der Männer aus Hama sitzen in Latakia, der Stadt am Meer im alawitischen Herzland: Es regnet, die Wolken ziehen tief vom Meer aufs Land. Zwischen Feldern vor der Stadt liegt die Stahlfabrik Mohamed Jabers. Wo früher einmal T-Träger für Gebäude hergestellt wurden, werden heute Raketen zusammengeschweißt und Panzerungen an Pick-ups montiert. Hier haben die Desert Hawks einen ihrer Stützpunkte und ihre Waffenfabrik.

Eine graue Halle aus Beton und Wellblech, vielleicht 200 Meter lang. Links stehen acht T-72-Panzer aus sowjetischer Produktion im Schlamm. Rund um die Halle: Militärlastwagen, neue Truppentransporter, schwere Artillerie.

Vor dem ehemaligen Bürogebäude lungern junge Männer herum, manche sind nicht älter als 15. Sie tragen Camouflage, ihre Augen sind müde, es ist nicht lange her, dass sie zurückgekehrt sind von der Schlacht um Aleppo. Sie kauern im Regen zwischen ausgebauten Lkw-Getrieben und Flakgeschützen und ziehen an ihren Zigaretten. Drinnen, wo früher Lieferscheine und Bestellungen in Holzschränken aufbewahrt wurden, stapeln sich jetzt Munitionskisten.

Nachdem Hawks-Anführer Jaber recht freimütig seine Waffenfabrik vorgeführt hat, lädt er in seine Wohnung. Er residiert im vierten Stock eines noblen Wohnhauses mit Blick auf den Hafen von Latakia. Die Wände sind vertäfelt, der Boden ist aus Marmor. Im hinteren Teil des Raumes steht ein überdimensionierter Flachbildfernseher, Propagandavideos seiner Miliz laufen darauf. Auf einer Anrichte stehen gerahmte Dankesurkunden der Russischen Föderation.

Jaber ist ein beleibter, selbstverliebter Mann. Eine Stunde lang referiert er über die militärischen Erfolge seiner Miliz, brüllt seine Bediensteten an, lässt sie Landkarten und Tee heranschaffen.

Ja, gibt er dann zu, auch seine Männer würden plündern. Aber nur selten. Und überall gebe es schließlich schwarze Schafe. "Wir sind eine große Gruppe. Manche sind gut, manche sind schlecht. Aber sie kämpfen für unser Land, das ist das Wichtigste."

Und er fügt hinzu: "In Hama gibt es Milizen, das sind Kidnapper, Räuber und Mörder." Er meint die Tiger Forces. Seine Rivalen.

Kämp­fer der Ti­ger Forces in Alep­po
Christian Werner / DER SPIEGEL

Kämp­fer der Ti­ger Forces in Alep­po

Während der Offensive gegen die Ruinenstadt Palmyra im März 2016 kam es zu Schießereien zwischen den Tiger Forces und den Desert Hawks. Eilig wurde eine Delegation hochrangiger Militärs aus Damaskus nach Palmyra geschickt, um zu schlichten. Seitdem versuchen Assads Leute, die Tigers und die Hawks an verschiedenen Fronten einzusetzen.

Vor allem der Schmuggel hat Mohamed Jaber und seinen Bruder Ayman reich gemacht. In den Neunzigerjahren begannen sie mit dem Ölschmuggel aus dem Irak. Dann investierten sie ihre Millionen in die Stahlindustrie. Als 2011 der syrische Bürgerkrieg begann und die internationalen Sanktionen dem Assad-Regime die Luft abschnürten, wurden sie gebeten, mithilfe ihrer alten Schmuggelkontakte das so dringend benötigte Öl und Benzin zu beschaffen.

Um die Konvois zu schützen, die in jenen Jahren durch die Wüste fuhren, rekrutierten die Jabers Hunderte ehemalige Soldaten - und Kriminelle. Im August 2013 unterzeichnete Assad einen Erlass, in dem er privaten Unternehmern erlaubte, ihre eigenen Sicherheitskräfte zu unterhalten. Damit genehmigte er, dass sich ihm genehme Kleptokraten zu Warlords hochrüsteten.

Jaber aber sagt, es gehe ihm weder um Macht noch um Geld. Von beidem habe er genug. Er wolle nur dem großen Präsidenten Baschar al-Assad helfen. Wenn der Krieg erst vorbei sei, werde man die Waffen abgeben. Wenig später sagt er: "Wir könnten 60 Prozent des Landes beherrschen, wenn man uns nur ließe."

As­sad-Kon­ter­fei
Christian Werner / DER SPIEGEL

As­sad-Kon­ter­fei

Die Russen gehen pragmatisch mit den Milizen um: Je nach Lage erhalten lokale Warlords Waffen, Medaillen und Selfies mit russischen Offizieren. Privat aber beschweren sich russische Generäle über den haarsträubenden Zustand der Armee wie der Milizen.

Werden die Warlords noch mächtiger, düfte Assad militärisch bald kaum mehr sein als ein Herrscher ohne Land, um den sich ein Zirkel von Räubern und Schmugglern schart. Und die werden auch politisch einflussreicher: Bei der Parlamentswahl des vergangenen Frühjahrs siegten nicht, wie in der Vergangenheit, vornehmlich die Kandidaten der alten Führungsschicht, sondern Vertreter von Warlords.

Natürlich spiegeln Wahlen in Syrien nicht den Willen der Wähler wider. Sie zeigen nur, wer seine Kandidaten mit Macht durchsetzen kann. Oft heißt es, Assad sei zwar grausam, aber immerhin die letzte staatliche Autorität im Land. Die Stärke der Milizen beweist, dass er diese Autorität in Wahrheit längst verloren hat.

Mitarbeit: Tobias Schneider



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kogno 08.03.2017
1. Unsere
Der sehr renommierte Irak- und Syrienexperte Patrick Cockburn schreibt in seinem Buch "The Djihadi's Return", dass die Freie Syrische Armee sich schon zu Anfang wie eine Räuberbande aufgeführt habe.
marcusaemiliuslepidus 08.03.2017
2.
Die Tiger Force ist aber nicht wirklich Teil der NDF. Hier geht es eigentlich um NDF Milizen tatsächlich ist die Tiger Force eine Truppe die zum größten Teil aus ehemaligen Soldaten der Luftstreitkräfte gebildet wurde und heute der zur Armee gehört. Die Hauptkampflast tragen etwa 3000 Soldaten, die mittlerweile auch mit den ultra-modernen T-90 Panzern aus Russland ausgerüstet sind. In den letzten zwei Jahren waren sie die Speerspitze der Syrischen Armee und beweisen das auch gerade wieder. Den Kommandanten der Einheit Suhail al-Hassan hat der Artikel nicht mal genannt, obwohl der von der Hälfte der Bevölkerung gehasst, von der anderen aber geliebt wird. Nicht wenige können sich vorstellen, dass der Mann Assad beerbt. Korrekt ist allerdings, die Beschreibung der Desert Hawks als Miliz. Im Gegensatz zu den Tiger Forces sind diese nicht Teil der Armee und haben teilweise einen schlechten Ruf. In Zweifel ziehen möchte ich die Analyse, dass die SAA nur noch 6000 aktive Soldaten hätte. Tatsächlich stimmt es, dass inklusive die Tiger Forces, weniger als 10000 Mann der SAA für Offensiv-Operationen bereit stehen. Das liegt aber darann, dass die Gardeluftlandedivision schon seit 4 Jahren in Dei ezZor eingeschlossen ist, wo mindestens 10k SAA und eine unbekannte Zahl von NDF, sowie geschätzt hunderttausend Zivilisten vom IS belagert werden. Uns übrigens selten mal einen Artikel wert. Die Republikanischen Garden selbst führen Offensivoperationen fast ausschließlich im Raum Damaskus durch. Darüber hinaus sollte man sich mal eine Karte von Syrian, mit Militärbasen und Flughäfen anschauen. 70 % der Syrischen Armee sitzt in ihren Basen und passt auf, dass die Rebellen in ihren Gebieten bleiben.
Gauswadl 09.03.2017
3. Zur ganzen Wahrheit reicht´s wohl nicht
"Warlords, die Tausende Kämpfer befehligen. Sie morden, rauben, schmuggeln - und zeigen Diktator Assad seine Grenzen auf." Ganz wie in Afghanistan. Und auch in Syrien bezahlt von den USA. In einem Fall haben die in Syrien für einen Warlord mit 4 Mann 500 Mio. Dollar bezahlt. Das erfahren Sie natürlich im Spiegel des embedded journalism nicht. Deshalb können Sie dieses Desinformationsmedium -was Syrien oder andere Kriegsgebiete der USA betrifft- gleich in die Tonne treten.
wekru 09.03.2017
4. es fehlt der Hinweis
Der gefürchtete Geheimdienst der Luftwaffe, aus dem sich die Milizen rekrutieren, steht unter dem Oberkommando von Maher al Assad, dem Bruder des Präsidenten. Dass die Niederschlagung der anfänglich friedlichen Demonstationen von eben diesen Leuten betrieben wurden und dies die Ursache der folgenden Gegenwehr und Eskalation ist, sollte man auch nie vergessen. Es steht wohl im Aritikel, man bedenke, dass die Motorradwerkstatt nach der "Befreiung" durch Assad von im ergebenen Milizen geplündert wurde. Unter den "Rebellen" wurde das Geschäft nicht angetastet und wir bezeichnen hier jene Leute als "Rebellen", die sich ursprünglich zusammen geschlossen haben um den Schlägertruppen des Maher al Assad etwas entgegen zu setzen. Das ist die historische Wahrheit. Wären diese irregulären Truppen nich vom syrischen Staat legitimiert und von daher definiert wer Staat und wer Rebell ist, würde man von Bürgerwehren sprechen und nicht von Rebellen, also einer völlig legitimen Verteidigung gegen schreiendes Unrecht.
marcusaemiliuslepidus 09.03.2017
5.
Tiger Forces sind keine Milizen. Auch wenn sie es noch so oft wiederholen. Dir beiden Personen in Hans mögen Milizkommandere sein, gehören aber maximal in dee peripherie zur Truppe und besorgen Nachschub, wobei sie sich bereichern. Die Tigerforce Brigade ist Teil des Heeres. Nicht der NDF. Gesagt werden muss aber auch, dass die Desert Hawks Kesab, dass im Text erwähnt wurde zurückerobert haben. Ein Städtchen, dass eine Armenische Minderheit beherbergt, die schon durch den Genozid vertrieben wurde, aber Jahrzehnte später zurückkam. Als die Türkei noch Islamisten nach Syrien sandte sind dir direkt von der Grenze gekommen und hätten beinahe Massaker angerichtet. So wurde "nur" die Kirche zerstört.
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