04.04.2015

UnternehmenNachhilfe boomt

28 Prozent aller Bachelorstudenten brechen ihr Studium vorzeitig ab – unter anderem, weil sie den Leistungsanforderungen nicht gerecht werden. Das ist eine unerfreuliche Statistik, doch wie heißt es so schön: Des einen Leid ist des anderen Freud. Weil schwächelnde Studenten Hilfe suchen, boomt das Geschäft mit der Nachhilfe. Was früher allenfalls etwas für angehende Juristen oder Mediziner war, die sich mithilfe kostenpflichtiger Kurse auf ihre Prüfungen vorbereiteten, etabliert sich nun auch für Studierende anderer Fächer – zum Beispiel für BWLer oder Physiker. Immer mehr Nachwuchsakademiker geben Geld dafür aus, sich den Vorlesungsstoff noch einmal erklären zu lassen. Ein Unternehmen, das davon profitiert, ist Vlax Nachhilfe. Gerade zu Beginn der Prüfungszeiten kann sich die Leiterin Jana Veckenstedt vor Anfragen kaum retten. "Manchmal muss ich Studenten, die Unterricht nehmen wollen, sogar ablehnen", sagt sie. Pro Semester habe Vlax rund 600 Schüler, hinzu kämen diejenigen, die Onlineunterricht nähmen. Auch vier junge Mannheimer machten sich die Unsicherheit ihrer ehemaligen Kommilitonen zunutze und gründeten eine Nachhilfeplattform für Studenten. Sie heißt Studybees und vermittelt Tutoren – die meisten von ihnen sind ältere Semester, die bereits Seminare bei den gleichen Dozenten wie ihre Schüler belegten. Der Vorteil: Sie kennen deren Ansprüche und haben im besten Fall noch Altklausuren parat. "Der Bedarf ist riesig", sagt Gründerin Julia Hetzel, 25. "Durch die Bologna-Reform muss man sich viel mehr Stoff in viel kürzerer Zeit aneignen. Hinzu kommt der Druck, dass jede Note zählt." Das Geschäft ist für Studybees gerade angelaufen, bisher vermittelt das Start-up Tutoren an fünf Standorten, zu Beginn des neuen Semesters sollen bereits 25 Hochschulen im Angebot sein.

UniSPIEGEL 2/2015
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