12.05.2018

Auf der dunklen Seite

Buchtipp Lucy ist so, wie Frauen über dreißig nicht sein wollen: Einsam und tieftraurig arbeitet sie seit neun Jahren an ihrer Doktorarbeit, ohne auch nur einen Schritt voranzukommen. Sie hat eine ungesunde Vorliebe für Beruhigungstabletten und gibt 350 US-Dollar für verruchte Unterwäsche aus, um beim Sex mit einer Tinder-Bekanntschaft auf einer Hoteltoilette gut auszusehen. Ihre Schwester lädt die verzweifelte Lucy nach Venice Beach ein. Einzige Bedingung: Lucy schließt sich einer Selbsthilfegruppe an. Doch die Konfrontation mit den Schicksalen anderer gescheiterter Frauen macht alles nur noch schlimmer. Schließlich begegnet sie einem mysteriösen jungen Mann, der sie offen begehrt. Doch für seine Zuneigung verlangt er einen hohen Preis.
Die Autorin Melissa Broder ist in ihrer Heimat, den USA, vor allem für ihren Twitter-Account @sosadtoday bekannt. Sie beschreibt dort offen und schonungslos ihr Leben mit Depressionen und einer Panikstörung, mehr als 600000 Menschen verfolgen ihre Posts. Außerdem verfasst sie eine Kolumne für die amerikanische Ausgabe der Frauenzeitschrift "Elle". "Fische" ist ihr zweites Buch, ein dunkler Roman, der zeigt, wie viel Macht die Sehnsucht nach Liebe über das Leben einer jungen Frau gewinnen kann.
Melissa Broder: "Fische". Ullstein; 352 Seiten; 21 Euro.
Von Miriam Olbrisch

UniSPIEGEL 3/2018
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