12.05.2018

Zocken im Seminar

Computerspiele Vor der Playstation sitzen und dabei etwas lernen – und das auch noch doppelt so schnell wie alle anderen? Ja, das geht wirklich, sagt zumindest Simone Bregni, Italienischprofessor an der Saint Louis University im US-Bundesstaat Missouri. Er nutzt Videospiele, um seine Studieninhalte zu vermitteln. In einem Kurs zur italienischen Renaissance ließ er seine Studierenden das Florenz der Familie Medici erforschen – mithilfe des Adventure-Klassikers "Assassin's Creed 2". Die Spieler schlüpften in die Rolle von Ezio Auditore, dem 20-jährigen Spross einer einflussreichen Familie. "So konnten sie die kulturelle und historische Neugestaltung des Florenz im Jahre 1476 erleben", sagt der Professor. Sein Unterricht teilt sich in zwei Abschnitte: zuerst 30 Minuten Frontalunterricht, anschließend wird 20 Minuten gezockt. "Spaß schadet nicht der Ernsthaftigkeit des Stoffs", sagt Bregni. Im Gegenteil: Spaß mache das Lernen effizienter. So würden Teilnehmer des Italienischkurses für Gamer in einem Semester so viel lernen wie gewöhnliche Studierende in zwei Semestern. Obendrein schrieben sie bessere Noten. Diese Erkenntnisse hat der Professor nun in einem Paper zusammengefasst, das in der Fachzeitschrift "Profession" erschienen ist.

UniSPIEGEL 3/2018
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