13.07.2019

Rausschmiss nach Kritzelei

Hochschulpolitik Bei einer Brandschutzbegehung achten Gutachter normalerweise darauf, ob die Rettungswege verstellt sind oder ob es ausreichend Feuerlöscher gibt. Im Studierendenhaus an der Universität Frankfurt fiel etwas anderes ins Auge: ein Flipchart im Gruppenraum der Liberalen Hochschulgruppe, vollgekritzelt mit allerlei verstörenden Parolen. Zu sehen sind: ein erigierter Penis nebst der Bildunterschrift »Man Rules«, die Schriftzüge »Lieber tot als rot«, »Leftism = Mental disorder« sowie die Zeile »Und stehen nun zum Kampf bereit gegen die rote Pest!«. Sie stammt aus dem Lied »SS marschiert in Feindesland«, auch bekannt als »Teufelslied«, entstanden im Jahr 1944. Vermutlich hing das Plakat seit mindestens einem knappen Jahr dort – auf dem Instagram-Account der Liberalen Hochschulgruppe sieht man ein Foto davon, aufgenommen im Juli 2018.
Das Studierendenparlament hat nun beschlossen, dass die Liberalen den Raum nicht mehr nutzen dürfen – und dafür Rückendeckung von der Hochschulleitung bekommen. »Bei den Zeilen handelt es sich um klar rechtsextreme und antifeministische Anspielungen, welche in Gruppenräumen im Studierendenhaus nichts zu suchen haben«, begründet AStA-Referentin Clara Mißbach den Rausschmiss.

UniSPIEGEL 4/2019
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