Sexismus in der Werbung Zerstörungsmut

Macht kaputt, was euch kaputtmacht: Eine Kunststudentin hat die perfekten, nackten Frauenkörper aus der Werbung zerlegt. Ihre neuen Collagen geben den Frauen etwas Fantastisches - und sind preisgekrönt.

Susanne Kontny, Deutscher Jugendfotopreis 2016

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Als sie durch die Modezeitschrift einer Freundin blätterte, blieb Susannes Blick an den Werbeseiten hängen. "Plötzlich hatte ich das Bedürfnis, diese perfekten, nackten Frauenkörper zu zerstören", sagt Susanne, die an der TU Dresden Kunstgeschichte studiert.

Also schnippelte sie los. Gesichter, Brüste, Beine fielen der Schere zum Opfer. Als Susanne sie wieder zusammengesetzt hatte, war nicht viel von der Schönheit der Models übrig. Stattdessen hatte sie gesichtslose Figuren erschaffen, deren Einzelteile zu merkwürdigen Körpern zusammengewachsen waren. "Das war ein richtig gutes Gefühl", sagt die Studentin.

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Susannes Basteleien haben einen ernsten Hintergrund. "Unsere Generation ist mit der objekthaften Darstellung von Frauen aufgewachsen. Ich will erreichen, dass wir diese Normalität hinterfragen", sagt Susanne.

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Sexertising: Mit der Schere gegen die Normalität

Durch ihre Collagen wird sichtbar, was der Betrachter sonst übersieht: Die Körper der Frauen sind glatt, austauschbar, jede Individualität geht verloren. "Frauen sollten anders dargestellt werden als heute in der Werbung üblich", sagt die Studentin. "Meine Collagen geben den Frauen etwas Fantastisches."

Das gefiel auch der Jury des Jugendfotopreises, die Susanne kürzlich zur Gewinnerin kürte.



insgesamt 24 Beiträge
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stanislaw 28.11.2016
1.
Es ist einfach billig, schlecht und hat nichts Fantastisches an sich. MfG Stefan Fröhlich 42 ;-)
panamalarry 28.11.2016
2. Werbung mit nackten Frauen ist dümmlich.
Man sollte sich aber mal fragen, wieso die Werbemacher davon ausgehen, dass dieses Konzept funktioniert? Gibts da Studien?
skylarkin 28.11.2016
3.
Ich finde die Kollagen gar nicht so schlecht nur die Motivation dahinter etwas befremdlich. Man könnte auch Männerkörper und sämtliche sonstigen Statussymbole, eben alles was für einen selbst nicht erreichbar ist und im Hamsterrad des Kapitalismus antreibt, symbolisch zerstören und hätte nichts erreicht außer mal Frust abgelassen. Kann man machen, muss man nicht.
Palisanderbond 28.11.2016
4. Bitte?
Das wird preisgekrönt und kommt in eine Zeitung? Wie war das noch? "Kunst kommt von können". Wohl eher von Vitamin B.
soistrecht 28.11.2016
5. wie spannend...
nun ja... es gibt ja nix was es nicht gibt... und kunst soll ja auch streitbar sein und zum diskutieren einladen... und letztlich ist es auch immer eine frage des persönlichen geschmacks, wen was anspricht und was nicht... aber das hier ist ja wohl alles etwas plump geraten... in der aussage wie in der ausführung... eher wie irgendwo aus der 9. klasse kunstunterricht in der vertretungsstunde mit dem sowi lehrer... hauptsache etwas bedeutungsschwanger tun, das ganze noch medial gepusht... na ja-wer´s braucht. soll sich jeder selbst verwirklichen wie er mag. und hübsch bzw. "hübsch sein müssen"ist auch immer im sinne des betrachters sehr relativ... letztlich alles so überflüssig wie mein eigener kommentar... aber sonst hätte ich ihn ja auch nicht schreiben brauchen ;-)
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