Stress im Studium Fünf Tricks, um die Prüfungsphase zu überstehen

Viele Studierende leiden unter Versagensängsten - häufig unbegründet, sagt Peter Groß. Der Psychologe gibt Tipps, wie man mit schlechten Noten, mangelndem Selbstwertgefühl und negativen Gedanken fertig wird.


Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung - mehr als jeder zweite Hochschüler leidet unter den Folgen von Stress. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der AOK. Das liegt nicht nur an den vielen Klausuren, sondern auch an der inneren Einstellung: Viele Studierende schafften sich den Druck selbst, sagt der Kölner Psychologe Peter Groß. Er rät, das Studium nicht allzu ernst zu nehmen.

1. Ängste mit Fakten bekämpfen

Illustration: Mirko Röper

Information ist das beste Mittel gegen Panik. Es hilft, sich schlau zu machen, welche Leistung die Uni erwartet: Wie viele Klausuren kann ich verhauen, bevor ich nicht mehr studieren darf? Welchen Notendurchschnitt brauche ich für den Master? Wer Fakten kennt, reduziert irrationale Ängste. Das gilt auch vor Klausuren. Anstatt nächtelang zu lernen, sollten sich Studierende fragen: Welche Kenntnisse verlangt diese Prüfung von mir? Das hilft bei der gezielten Vorbereitung.

2. Dem Perfektionismus abschwören

Illustration: Mirko Röper

Niemand ist perfekt. Egal ob Bill Gates, der Papst oder Angela Merkel - jeder Mensch macht Fehler. Sie komplett vermeiden zu wollen ist daher wenig sinnvoll. Stattdessen kommt es auf den richtigen Umgang mit den Schnitzern und Ausrutschern an. Etwa bei einer schlechten Klausur: Anstatt sich zu ärgern, sollte man analysieren, woran es lag und was sich daraus lernen lässt. Hinfallen, aufstehen, weitermachen - das zu lernen ist viel wichtiger, als alle Klausuren mit 1,0 zu bestehen.

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3. Nicht mit anderen vergleichen

Illustration: Mirko Röper

Im Studium gibt es immer Kommilitonen, die besser abschneiden. Schlimm ist das aber nicht. Jeder hat unterschiedliche Fähigkeiten - und muss das Beste daraus machen. Gute Noten erleichtern möglicherweise den Berufseinstieg. Trotzdem: Auch Studierende ohne Top-Zensuren können später einen großartigen Job machen, etwa weil sie sich von Herausforderungen nicht abschrecken lassen. Schließlich zählen im Arbeitsleben ganz andere Qualitäten als im Hörsaal.

4. Den eigenen Wert erkennen

Illustration: Mirko Röper

Gerade Studierende mit wenig Selbstbewusstsein definieren sich oft über ihre Noten. Jede Klausur wird dann zum Test für das Selbstwertgefühl. Das ist fatal. Noten sind ein Gradmesser dafür, wie viel ein Kursteilnehmer gelernt hat. Mehr nicht. Bestätigung können sich Studierende auch in anderen Bereichen holen, etwa im Sportverein oder im Ehrenamt. Ohnehin gilt: Langfristig hat nur Erfolg, wer lernt, sich so zu akzeptieren, wie er ist.

5. Negative Gedanken kontrollieren

Illustration: Mirko Röper

Stress entsteht durch falsches Denken: In unserem Kopf rattert eine Endlosschleife von Worst-Case-Szenarien. Die gilt es aufzulösen. Wer unter Strom steht, sollte sich fragen: "Wie mache ich mir jetzt gerade Stress?" Sich bewusst machen, was im eigenen Kopf abläuft - Achtsamkeit nennen Psychologen diesen Trick. Oft stresst uns nämlich gar nicht die nächste Prüfung, sondern die Angst davor, was nach dem Studium wird.

insgesamt 9 Beiträge
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chattagam 19.02.2017
1. Tipp Nr. 6
Ein bisschen cheaten Gibt sogar einen Lehrfilm darüber: www.die-kunst-des-spickens.de
lindenbast 19.02.2017
2. Nein,
da vermisse ich eine Menge. Zum Beispiel - zum Thema 'Perfektionismus' - sollte man sich schon fragen, wieso man dieses Fach gewählt hat, wenn man nicht so gut wie möglich werden will. Oder - zum Thema 'Vergleich mit andeten' - woher es eigentlich kommt, dass man sich stets im unteten Fünftel wiederfindet. Kurz, es fehlt mir fast vollständig die Überlegung, dass die ganze Symptomatik vielleicht auch ganz einfach daher kommt, dass man das falsche Fach gewählt hat. Und es ist durchaus nicht wahr, dass Noten nur mit der Dicke der Hornhaut am Sitzfleisch korrelieren.
hagenlaw 19.02.2017
3.
Mannohmann, studieren heute eigentlich nur noch Warmduscher, die solche Anleitungen zum Bestehen einer Prüfung brauchen? Seit es Universitäten gibt, werden Studenten geprüft, und natürlich leidet jeder davon mehr oder weniger unter Prüfungsstress. Aber am Ende besteht doch der Großteil der Prüflinge das Examen und zwar ohne mit der Lektüre solcher überflüssiger Anleitungen unnötig Zeit verschwendet und sich noch mehr verrückt gemacht zu haben.
jula75 19.02.2017
4. Beste Prophylaxe gegen Nervenzusammenbruch:
1) passendes Studienfach wählen (Kein Bock auf Lesen? Finger weg von Germanistik!) 2) durchgehend ernsthaft studieren, nicht nur CPs sammeln 3) Frühzeitig anfangen, für die Prüfungen zu lernen. Am besten Zeiplan erstellen. 4) Verlässliche Prüfer wählen.
nickleby 19.02.2017
5. Gedanken
Die im Artikel gegebenen Ratschläge sind gut gemeint, aber in sich nicht hilfreich. Die besten Voraussetzungen um eine Studium erfolgreich abzuschließen, sind Fleiß, Fleiß, Fleiß. Wenn man natürlich am Gymnasium nicht hat arbeiten müssen, um das Reifezeugnis zu bekommen, wird man sich an der Uni schwer tun, da Erfolg aus Fleiß und Disziplin kommt. Daher müssen Klausuren und Hausarbeiten so konzipiert sein, dass man den Stoff des Semesters ( Klausuren ) parat haben muss , in den Hausarbeiten eigenständiges, hohes wissenschaftliches Niveau vorlegt und in den Seminaren kontinuierlich präsent ist, ausgedrückt durch Anwesenheitspflicht. Mehr Konsequenz in der Umsetzung der Bestimmungen ist eine ' conditio sine qua non', um das Leistungsniveau an den Universitäten zu retten.
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© UNI SPIEGEL 6/2016
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