Desaster bei der Renovierung des Brandenburger Tors

Sieben Monate nach Beginn der Sanierungsarbeiten am Brandenburger Tor häufen sich - laut einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL - die Probleme unter der Bau-Plane. Das Tor, so befürchten Kritiker in der Restauratorenbranche, darunter der Laserspezialist Günter Wiedemann vom Dresdener Fraunhofer-Institut, könnte nach den Sanierungsarbeiten in einem kritischeren Zustand sein als vorher. Der Hauptstadt, finanziell ohnehin stark angeschlagen, drohten deshalb Folgekosten in Millionenhöhe. Mit dem Versprechen, das Wahrzeichen der Stadt gratis aufzupolieren, war es einer privaten Stiftung im vergangenen Herbst gelungen, dem CDU/SPD-Senat die eigentlich nicht notwendige Renovierung und den "unmittelbaren Besitz" am Tor bis zum Februar 2002 abzuhandeln.

Die "Stiftung Denkmalschutz Berlin" darf seitdem Millionensummen für Werbung auf der Bau-Plane des Tors als "Sponsoring" abkassieren. Gute Arbeit für das Geld hat sie unter der Leitung des früheren Berliner Denkmalschutzchefs Helmut Engel bisher jedoch nicht geleistet. Ein großspurig angekündigtes Laser-Reinigungsgerät mit dem Phantasienamen "Wall Blaster" war monatelang kaum einsatzfähig. Der Sandstein des Tors liegt nun nach konzeptionslosen Säuberungsversuchen, mal mit Laser, mal mit Trockenstrahl, ungeschützt frei. Engel gestand gegenüber dem Senat ein, das Tor werde nach dem Schliff "wegen der Porenstruktur des Natursteins außerordentlich schnell wieder verdrecken". Der Stein soll deshalb, so Engel in einem internen Rettungskonzept für den Senat, durch eine Schutzlasur überdeckt werden, die regelmäßig erneuert werden muss - eine teure Dauerpflege. Geplante Arbeiten wie die Sanierung des Fundaments zum Schutz vor Schäden durch den Durchgangsverkehr oder eine genaue computergestützte Mängelerfassung wurden unterdessen größtenteils aufgegeben. In einem Zwischenbericht an den Senat musste die Stiftung jetzt sogar eingestehen, dass nicht einmal alle schadhaften Mörtelfugen bis Februar 2002 ausgebessert werden können. (DER SPIEGEL 22/01, Panorama Deutschland)

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