AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 25/2002

Union will nach einem Wahlsieg die Riester-Rente neu ordnen


Die Union will im Falle eines Wahlsieges die Rentenreform der rotgrünen Koalition weitgehend umgestalten. Ein entsprechendes Konzept hat CSU-Vize Horst Seehofer vergangene Woche dem Parteivorstand vorgelegt. Danach sollen die Regeln für die private Zusatzvorsorge, die so genannte Riester-Rente, deutlich vereinfacht und Geringverdiener stärker gefördert werden. Abschaffen will Seehofer das staatliche Genehmigungs-Verfahren für Vorsorgeverträge. Die so genannte Zertifizierungsstelle in Bonn soll aufgelöst, das neu gegründete Zulagenamt in Brandenburg deutlich verkleinert werden. Weiter sieht das Konzept des Sozialexperten im so genannten Kompetenzteam von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber vor, den Katalog der so genannten Riester-Kriterien von derzeit elf auf zwei zu reduzieren. Wie bisher darf das angesparte Kapital danach bis zum 60.Lebensjahr nicht angetastet werden, und die Anbieter müssen mindestens den Erhalt der eingezahlten Beiträge garantieren. Anders als heute wäre es jedoch erlaubt, sich das Kapital im Alter auf einen Schlag auszahlen zu lassen. Zudem plant Seehofer, Wohneigentum besser in die Vorsorgeförderung einzubeziehen. Mit dem Konzept will Seehofer die Verbreitung der so genannten Riester-Rente deutlich beschleunigen. "Wenn die Privatvorsorge nicht endlich in Gang kommt, erzeugen wir in einigen Jahrzehnten flächendeckend Altersarmut", so der CSU-Politiker.



© DER SPIEGEL 25/2002
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