AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 25/2002

Kurden-Führer fordert Beistand der Deutschen bei Giftgasangriff


Die Kurden im Nordirak fürchten, bei einem drohenden Krieg der Vereinigten Staaten gegen Saddam Hussein erneut Opfer von irakischen Giftgasangriffen zu werden. In einem Interview mit dem SPIEGEL äußerte sich der Führer der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), Dschalal Talabani, über die historische Verantwortung der Deutschen gegenüber den Kurden: "Käme es im Verlauf eines Krieges zwischen dem Irak und den USA zu einem Giftgasangriff auf kurdischem Gebiet, stünde es den Deutschen gut an, uns zu beschützen", so Talabani, "schließlich waren es deutsche Firmen, die dem irakischen Regime geholfen hatten, diese teuflischen Waffen zu produzieren." Aus diesem Grund habe sich, so Talabani, die Kurden-Partei bereits über den deutschen Botschafter in Istanbul an die Bundesregierung gewandt. Für den Ernstfall werde um Unterstützung durch eine Einheit von deutschen ABC-Spezialisten gebeten, welche die kurdische Zivilbevölkerung im Nordirak auf mögliche Angriffe mit biologischen oder chemischen Waffen vorbereiten sollen. "Deutschland schuldet uns Hilfe", so Talabani.



© DER SPIEGEL 25/2002
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