AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 27/2002

Syrien verweigert deutschen Behörden Kontakt zum inhaftierten mutmaßlichen Terroristen Zammar


Die syrische Regierung will offenbar jeden Kontakt zwischen dem inhaftierten Deutsch-Syrer Mohammed Haydat Zammar und dem Auswärtigen Amt verhindern. Trotz dringender Demarchen des Berliner Amtes und der Botschaft in Damaskus kam es bisher zu keinem Kontakt zwischen deutschen Diplomaten und Zammar, der verdächtigt wird, in Hamburg Kämpfer für Bin Laden rekrutiert zu haben. Damaskus argumentiert, Zammar nie aus der syrischen Staatsbürgerschaft entlassen zu haben. Deshalb sei es ohne Bedeutung, dass er 1982 einen deutschen Pass erhielt. Tatsächlich hatten die Syrer seinerzeit auf eine Nachricht der Deutschen, Zammar wolle seine syrische Staatsbürgerschaft ablegen, nicht reagiert. In der Haft hat der mutmaßliche Terroristenhelfer nach Angaben amerikanischer Ermittler umfassend ausgesagt. Demnach gibt er zu, die Gruppe um den späteren Todespiloten Mohammed Atta 1998 in einer Hamburger Moschee kennen gelernt zu haben. Später habe er sie gedrängt, sich in al-Qaida-Lagern in Afghanistan ausbilden zu lassen und ihnen 1999 die Reise vermittelt. Um dem Verdacht zu entgehen, an etwaigen Folterungen Zammars bei den Verhören beteiligt zu sein, nehmen die US-Ermittler an den Befragungen offensichtlich nicht teil, sondern übergeben den Syrern stets nur Fragenkataloge.



© DER SPIEGEL 27/2002
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