AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 20/2003

Lehrerstreik offenbar generalstabsmäßig vorbereitet


Die kollektive Krankmeldung zahlreicher Hamburger Lehrer am 6. und 7. Mai war offenbar von langer Hand geplant und straff koordiniert. So hatten im Stadtteil Sinstorf, wo an der Haupt- und Realschule 22 von 25 Lehrkräften nicht zum Unterricht erschienen waren, im Vorfeld einige bei ihren Schülern sogar vorgefühlt, was sie tun würden, wenn der Unterricht ausfiele, und gefragt, ob sie Schlüssel für die elterliche Wohnung hätten. Kopien des anonymen Flugblatts mit der Aufforderung "Wir werden gemeinsam krank“ hatten in vielen Lehrerzimmern ausgelegen. Nach Angaben von an der Aktion beteiligten Pädagogen hätten sich die Kollegen anschließend zeitversetzt krankgemeldet. Viele verfügen angeblich über "Atteste für unterschiedliche Krankheiten von verschiedenen Ärzten“. Peinlich für die Aktivisten: In dem Flugblatt finden sich mehrere Fehler. So ging beispielsweise der Plural im Protest verloren. Zitat: "Mit außerordentlicher Rücksichtslosigkeit nimmt die Schulbehörde und der Hamburger Senat in Kauf ...“.



© DER SPIEGEL 20/2003
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