AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 20/2003

Holtzbrinck soll versuchen, den "Tagesspiegel" zu verkaufen / Keine Entscheidung über Ministererlaubnis


Im Verfahren um die Ministererlaubnis für die vom Kartellamt untersagte Fusion der beiden Berliner Tageszeitungen "Tagesspiegel“ (Holtzbrinck) und "Berliner Zeitung“ (vormals Gruner + Jahr) spielt Wirtschaftsminister Wolfgang Clement überraschend den Ball an die Holtzbrinck-Gruppe zurück:Statt der eigentlich erwarteten endgültigen Ministerentscheidung will Clement den Stuttgartern am Dienstag auferlegen, den "Tagesspiegel“ rund sechs Wochen lang zum Verkauf anzubieten. Hintergrund:Holtzbrinck hatte gegenüber dem Kartellamt argumentiert, dass der defizitäre "Tagesspiegel“ allein wirtschaftlich nicht überleben könne. Da sich für das verlustreiche Blatt aber kein Käufer finde, müsse der "Tagesspiegel“ eingestellt werden, falls der Minister seine Sondererlaubnis verweigert. Sollte sich Holtzbrincks Argumentation bestätigen und sich kein Interessent finden, werde eine Ministererlaubnis für die Fusion wahrscheinlich, heißt es imWirtschaftsministerium. Nicht bekannt ist bislang, wie Clement prüfen will, ob Holzbrinck ernsthafte Verkaufsgespräche mit möglichen Interessenten führt.



© DER SPIEGEL 20/2003
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