AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 20/2003

Mutmaßlicher Terrorist Christian Ganczarski in Saudi-Arabien auf freien Fuß gesetzt – trotz möglicher Verbindungen zu al-Qaida


Der Duisburger Islamist Christian Ganczarski kann sich trotz neuer schwerer Vorwürfe vorerst wohl einer Verhaftung wegen seiner möglichen Beteiligung am Terroranschlag auf Djerba entziehen. Die saudischen Behörden teilten der deutschen Botschaft mit, der im April in Saudi-Arabien festgenommene Ganczarski sei mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Dabei wird der Deutsche inzwischen durch Aussagen des verhafteten Qaida-Kommandeurs Chalid Scheich Mohammed erneut schwer belastet: Ganczarski habe nicht nur engste Verbindungen zur Qaida-Spitze um Osama Bin Laden gepflegt, sondern auch technische Hilfestellung für das Terrornetzwerk geleistet. Nach Angaben eines australischen Islamisten soll Ganczarski als Kurier zwischen Bin Laden und Scheich Mohammed fungiert haben. In der vergangenen Woche war die Bundesanwaltschaft mit dem Versuch gescheitert, einen Haftbefehl wegen "Nichtanzeige einer geplanten Straftat“ zu erwirken. Mit diesem sollte Ganczarskis Auslieferung beantragt werden.



© DER SPIEGEL 20/2003
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