AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 25/2003

CDU-Chefin Angela Merkel verärgert die Unionsfraktion durch umstrittenen Beratervertrag


Bei der Entwicklung politischer Strategien will sich CDU/CSU-Fraktionschefin Angela Merkel künftig auf Vertraute des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl stützen. Merkel beauftragte die Politikberatungsfirma dimap consult, für die Unionsfraktion die Reformbereitschaft der Bevölkerung zu ermitteln und daraus eine "strategische Analyse" abzuleiten. Dafür kassiert das Unternehmen für ein Jahr 120000 Euro. Zu den Gesellschaftern von dimap consult, einer Tochter des Meinungsforschungsinstituts dimap, gehören unter anderem der frühere Kohl-Berater Michael Mertes, Kohls Fachmann für politische Werbung im Bundespresseamt, Klaus Gotto, und der frühere Generalsekretär der hessischen CDU, Herbert Müller, der während der Spendenaffäre seinen Hut nehmen musste. Führende Fraktionspolitiker wie CSU-Landesgruppenchef Michael Glos und Fraktionsvize Friedrich Merz wurden von Merkel nicht über die Zusammenarbeit mit der alten Kohl-Truppe informiert. In Fraktionskreisen sorgt der Vertrag auch deshalb für Ärger, weil Merkel einen strikten Sparkurs verordnet hat. So wurden Mitarbeiter entlassen und die Brötchen für Sitzungen gestrichen.



© DER SPIEGEL 25/2003
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