AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 25/2003

Krankenkassen werben chronisch Kranke mit Hilfe von Kopfprämien an


Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) droht eine weitere Schlappe bei ihrem Versuch, die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in den Griff zu kriegen. Weil sie die Krankenkassen begünstigen will, die Behandlungsprogramme für chronisch Kranke anbieten, drohen nach Berechnung von Spitzenfunktionären der Branche zusätzliche Ausgaben von bis zu 2,2 Milliarden Euro im Jahr. Schon jetzt missbrauchen den Angaben zufolge einige Versicherer die Programme, um sich zusätzliches Geld aus dem Finanzausgleich der Krankenkassen zu holen. So hat die AOK Baden-Württemberg in einem Vertrag mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordbaden Fangprämien von 8 bis 64 Euro pro Jahr ausgelobt, um möglichst viele Versicherte für ihr Programm zur Diabetes-Behandlung zu gewinnen. Je mehr Patienten ein Arzt rekrutiert, desto höher ist die Prämie, die ihm die Kasse pro angeworbenem Patient bezahlt.



© DER SPIEGEL 25/2003
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