AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 25/2003

Wirtschaftsreformer wollen kooperieren


Auf Druck deutscher Großkonzerne und reicher Privatunternehmer wollen neu entstandene Protestbewegungen wie der "BürgerKonvent" und die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) enger kooperieren und so den Reformdruck auf die Bundesregierung erhöhen. Als Vermittler fungiert dabei ein prominenter Topmanager, der bis vor kurzem noch selbst einen Konkurrenzclub plante, nun aber mit den Pionieren der Edel-Apo zusammenarbeiten will:Der Münchner Personalberater Dieter Rickert hatte bereits vor Wochen namhafte Unternehmensführer und Wissenschaftler zur Gründung eines eigenen Initiativkreises aufgerufen. Die nötigen Finanzmittel, stolze 100 Millionen Euro, sollen zahlungskräftige Großkonzerne wie ThyssenKrupp oder vermögende Privatleute beisteuern, zu denen Rickert gute Kontakte pflegt. Die potenziellen Sponsoren forderten jedoch, dass die Organisationen enger zusammenarbeiten. Bereits in der vorvergangenen Woche traf sich Rickert mit Vertretern des BürgerKonvents und der INSM, um über die Gründung einer gemeinsamen Stiftung zu diskutieren, die alle Spendengelder verwalten soll. Anfang Juli ist ein weiterer Gesprächstermin geplant. Über die Verwendung der Mittel soll ein neu zu gründender Wissenschaftsrat entscheiden, dem der Ex-Bundesbank-Chef Hans Tietmeyer oder der Wirtschaftsprofessor Meinhard Miegel angehören sollen.



© DER SPIEGEL 25/2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.