AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 25/2003

Bauer-Verlag bietet für Berliner "Tagesspiegel"


Im Bieterverfahren um den Berliner "Tagesspiegel" (Holtzbrinck) hat der Bauer-Verlag bis zum vorigen Dienstag fristgerecht ein rechtlich unverbindliches Angebot eingereicht. "Wir haben die einschlägigen Unterlagen geprüft und auf dieser Basis ein Angebot abgegeben", bestätigt Bauer-Sprecher Andreas Fritzenkötter. Auch die Südwestdeutsche Medien Holding ("Stuttgarter Zeitung") und Verleger Dirk Ippen ("Münchner Merkur") haben ihr Interesse bekräftigt. M. DuMont Schauberg ("Kölner Stadt-Anzeiger") hat dagegen, anders als zunächst angedeutet, offenkundig kein Angebot abgegeben. Das Bankhaus Sal. Oppenheim hatte das Verfahren im Auftrag vonVerleger Stefan von Holtzbrinck und seines Managers Michael Grabner organisiert. Die Ausschreibung wurde nötig, weil Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement über die Fusion von "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung" (Gruner+Jahr) nicht entscheiden will, bevor die Unverkäuflichkeit des Holtzbrinck-Blatts, das von Chefredakteur Giovanni di Lorenzo geführt wird, erwiesen ist. Nach einem über 40-seitigen "Offer-Memorandum" von Oppenheim ("streng vertraulich") sind die Verluste des "Tagesspiegel" höher als bisher bekannt. "Trotz tiefgreifender Sanierungsmaßnahmen", heißt es darin, seien seit 1992 "84 Mio. Euro Verlust" entstanden. Zuvor war stets von rund 70 Millionen Euro die Rede.



© DER SPIEGEL 25/2003
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