AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 26/2003

Private Zusatzversicherung für Zahnersatz teurer als geplant


Eine Einführung einer privaten Zahnersatzversicherung würde die Bürger stärker belasten, als führende Gesundheitspolitiker der CDU behaupten. Bisher gingen sie nach Absprache mit der privaten Versicherungswirtschaft von einem monatlichen Pro-Kopf-Beitrag von 7,50 Euro aus - doch nun schränken die Kassen ihr Angebot ein. Nach Angaben des Marktführers Deutsche Krankenversicherungs AG (DKV) sei der Beitrag auf Wunsch der Union einmal mit und einmal ohne seriöse Altersrücklagen kalkuliert worden. "Dieser Tarif löst das demografische Problem nicht", so ein DKV-Sprecher. Um die Alterung der Mitglieder ausreichend zu berücksichtigen, sei vielmehr ein monatlicher Versicherungsbeitrag von neun bis zwölf Euro nötig. Bereits Mitte Februar hatte DKV-Chef Jan Boetius in einem Brief an den CDU-Gesundheitspolitiker Andreas Storm darauf hingewiesen, dass "die Kapitaldeckung und der gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitszuschlag prämienerhöhend wirken". Die privaten Krankenkassen wehren sich deshalb gegen den vom CSU-Sozialexperten Horst Seehofer erhobenen Vorwurf, ihr Angebot für eine private Zahnersatz-Police schöngerechnet zu haben. Den politischen Vorgaben entsprechend sei es lediglich darum gegangen "zu zeigen, was möglich ist".



© DER SPIEGEL 26/2003
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