Neue Umfragetechnik
Jeder Zweite weiß nicht, dass Schröder Kanzler ist
Eine neue Online-Befragungsmethode hat verblüffende Ergebnisse zu Tage gefördert: Kaum die Hälfte der Deutschen weiß, was Gerhard Schröder, Joschka Fischer oder Angela Merkel beruflich machen.
Zwar erkannten in der bislang unveröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa 99 Prozent der Befragten Schröder auf einem Foto wieder, aber nur 51 Prozent gaben korrekt an, welches Amt
er innehat.
Für die Erhebung bei 1630 Bürgern verwendeten die Demoskopen so genannte Set-Top-Boxen, mit deren Hilfe die Teilnehmer per Fernbedienung am TV-Schirm vorgelegte Fragen beantworten. Forsa-Chef Manfred Güllner verspricht sich von seiner Erfindung höhere Objektivität, weil die Befragten nicht durch Interviewer beeinflusst werden können.
Nur 46 Prozent vermochten in der Online-Befragung Joschka Fischer als Außenminister zu identifizieren, erkannt hatten ihn 96 Prozent. Was Angela Merkel eigentlich macht, wussten sogar nur 32 Prozent. Damit liegt sie immerhin vor ihrem Rivalen Roland Koch, von dem nur 31 Prozent wussten, dass er Regierungschef von Hessen ist.
In der Umfrage sollte vor allem das Image von Spitzenpolitikern untersucht werden. Ergebnis: Liebling der Deutschen ist Joschka Fischer, dem ein hohes Durchsetzungsvermögen und die größte Integrität bescheinigt werden. Dass Schröder an das Wohl seiner Mitmenschen denkt, glauben nur 22 Prozent, bei Merkel sind es immerhin 29 Prozent. Fischer trauen mehr als doppelt so viele Bürger wie seinemChef: Er erreicht 55 Prozent.