AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 36/2003

Struck und Wieczorek-Zeul gegen Bundeswehr-Einsatz in Kunduz ohne erweitertes Uno-Mandat


Auch in seiner eigenen Regierung gerät Bundeskanzler Gerhard Schröder jetzt wegen der geplantenAusweitung des Afghanistan-Einsatzes in Schwierigkeiten. Schröder strebt eine Koppelung des neuenAuftrags an ein erweitertes Mandat der Schutztruppe Isaf an, das bisher auf die Region umKabul beschränkt ist. Allerdings will er mit der Entsendung der Truppen nicht unbedingt so lange warten, bis die Uno einen entsprechenden Beschluss gefasst hat. Dagegen kehrte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) von einem Kabul-Besuch in der vergangenen Woche mit derÜberzeugung zurück, dass als Voraussetzung für den erweitertenBundeswehr-Einsatz "ein Beschluss des Uno-Sicherheitsrates unabdingbar" sei. Ohne Uno-Mandat werde die SPD-Fraktion der Kunduz-Mission kaum zustimmen. Auch SPD-Verteidigungsminister Peter Struck plädiert für einen Einsatz seiner Soldaten nur auf Basis eines erweiterten Uno-Auftrags. Für ausgeschlossen halten alle drei Regierungspolitiker eine Entsendung deutscher Truppen nach Kunduz im Rahmen der US-geführten Anti-Terror-Operation "Enduring Freedom".



© DER SPIEGEL 36/2003
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